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Knallen, aber richtig!

Der Silvesterabend bewegt sich mit großen Schritten auf uns zu und auch in Eisenach wird es in diesem Jahr aller Voraussicht nach wieder ein großes Feuerwerk über der kleinen Stadt geben. Doch zeitgleich erschüttern uns immer wieder auch Meldungen von abgerissenen Körperteilen, Knalltraumata oder Bränden, welche allesamt durch das unsachgemäße Handling von Feuerwerkskörpern zustande kamen. Die EOL-Redaktion sprach daher mit dem Experten, Jörg-Udo Pfeifer, über mögliche Gefahren des Knallens und wie man ihnen am Besten begegnet.

Die Herstellerhinweise auf der Verpackung zum Verwenden stehen nicht umsonst auf dem Produkt.

erklärt der staatlich lizenzierte Pyrotechniker. Zu schnell gehe es, dass aufgrund des einfachen Nicht-Lesens gravierende Fehler bei der Bedienung des Feuerwerks gemacht werden, die dann schon zu schweren Verbrennungen führen können. Auch einen gebührenden Sicherheitsabstand legt Jörg-Udo Pfeifer jedem Feuerwerksbegeisterten ans Herz.

Zu erkennen, dass man auch wirklich sicheres Feuerwerk kauft, das stellt jedoch schon manchen Konsumenten vor große Herausforderungen. Hierfür empfiehlt der Experte ganz klar schon beim Kauf auf gewisse Signale zu achten.

So muss jedes in Deutschland, legal, verkaufte Feuerwerksutensil eine „BAM“-Prüfnummer haben. Folglich sind nämlich jene Schwärmer vom Bundesamt für Materialforschung und -prüfung bestätigt und zugelassen.

Doch auch die CE-Nummer ist ein wichtiger Bestandteil einer Verpackung. Sie sichert eine Herstellung und anschließende Prüfung nach europäischen Standards ab.

berichtet Pfeifer im Gespräch mit unserer Plattform.

Doch nicht jede althergebrachte Umgangsform mit den flammenden Artikeln ist auch noch wirklich zeitgemäß. Denn so wie die Technik, so änderte sich auch das Feuerwerk im Laufe der Jahre immer wieder.

Das war solange eine gute Idee, wie die handelsüblichen Raketen noch kurze Stäbe – das alte DDR-Feuerwerk – hatten. Heute würde ich mir dafür etwas anderes, standsicheres suchen, Die Sektflasche ist nur bei den kleineren Raketen eine gute Wahl.

konstatiert Pfeifer die Frage, ob sich Sektflaschen als Abschussrampen für Raketen empfehlen.

Feuerwerke sind in aller Regel mit großer Lautstärke in Verbindung stehend. Für kleine Kinder und besonders geräuschempfindliche Menschen sind sie daher oftmals mehr Tortur als Freude. Daher fragten wir Herrn Pfeifer, ob es für eben jene auch Alternativen gibt:

In jedem Fall! Es gibt von vielen Herstellern die so genannten „Schweizer Riesenvulkane“, diese brennen 45 Sekunden, sind in allen möglichen Farbkombinationen im Handel und sehen einfach unglaublich gut aus, ohne irgendwelchen Krach zu machen.

Doch auch trotz der Hinweise des Experten liegt es schlussendlich in der Hand jedes Einzelnen, wie bewusst und sicher er mit den Feuerwerken umgeht. Denn auch hier gilt: erst denken, dann knallen.

Jörg-Udo Pfeifer ist 49 Jahre alt und gebürtiger Eisenacher. Er ist Dozent für pyrotechnische Ausbildung und überdies Chefredakteur der Fachzeitschrift pyroMAG. Dabei sieht er selbst Eisenacher Feuerwerke am Liebsten von der Michelskuppe aus, da diese „schön zentral ist“, wie er sagt.

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