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Militärpfarrer Wolfram Schmidt nach Afghanistan

Am Dienstag, 11. Januar, startete Pfarrer Wolfram Schmidt nach Afghanistan. Schmidt ist Militärgeistlicher in der Kaserne von Bad Salzungen und hat nun einen Auftrag für drei Monate nach Kunduz zu gehen. Dort ist der 39-jährige Pfarrer als Soldatenseelsorger im Dienst. Schmidt wusste, was auf ihn zukommt, immerhin ist es sein zweiter Auslandseinsatz als Geistlicher. Er war bereits in Mazedonien bei den Bundeswehrsoldaten.
Im November besuchte er seinen neuen Arbeitsort bereits, informierte sich bei seinem Vorgänger über die Lage und die möglichen Aufgaben. «Das hat mir geholfen, mich auf die Aufgabe vorzubereiten und einzustellen», so der Geistliche. Trotzdem sei der Abschied von der Familie schwer gefallen. Vieles gelte vor Auslandseinsätzen abzusprechen, u.a. gehöre auch ein Testament dazu. Die Familie war nicht begeistert, stimmte aber dem Einsatz zu.
Wolfram Schmidt ist Thüringer Pfarrer, war Gemeindepfarrer in Gumpelstadt und ist nun für die Evangelische Kirche Deutschlands freigestellt. Er gehört zu den 120 Militärseelsorgern, die in der Bundeswehr wirken.

In Kunduz sind gegenwärtig rund 700 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz. Seit einem Jahr sichern sie den Aufbau in der Region und schützen u.a. die Kräfte, die neue zivile Strukturen schaffen. Insgesamt sind in Afghanistan drei Militärseelsorger im Dienst.

Schmidt möchte den Soldaten ein umfangreiches Angebot an Gesprächen bieten und jeden Sonntag einen Gottesdienst im Feldlager abhalten. Neben den kirchlichen Aufgaben wolle Schmidt sich auch mit den Soldaten «normal» unterhalten.
Als Pfarrer ist er Zivilist, unterliegt keiner militärischen Hierarchie. Er trage einen «Schutzanzug», eine Schutzweste und sei als Seelsorger gekennzeichnet. Aber eine Waffe, auch zum Eigenschutz, gebe es nicht.

5000 Kilometer von Deutschland entfernt will Wolfram Schmidt gerade in der Passionszeit zu Ostern den Soldaten Gespräche anbieten. Er müsse zuhören können, Lebenshilfe anbieten und ist dabei an die Schweigepflicht gebunden. Besonders habe er sich auf Probleme der langen Trennungen vorbereitet, aber auch auf mögliche Trauerfeiern oder dem Stress- und Notfallmanagement sei er eingestellt.

Auf seinen Einsatz wurde er selbstverständlich, ebenso wie die Militärs, vorbereitet. Landeskunde, Erste Hilfe, Notfallübungen, Rechtskunde, das Verhalten beim Militär und bei Konflikten gehörten dazu. Eine Ausbildung, die auch Journalisten und zivile Helfer erhalten.

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