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Mit einem Mix aus Disziplin und Mut wollen wir erfolgreich sein!

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Misha Kaufmann greift bei der Erwärmung auch selbst zum Ball.

Nachgefragt bei Misha Kaufmann, Coach des ThSV Eisenach, vor dem Heimspiel am Samstag gegen die HSG Nordhorn-Lingen

Wer hätte das gedacht? Das Spitzenspiel des 34. Spieltages der 2. Handballbundesliga der Männer steigt in der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle! Der Tabellen-Vierte, der ThSV Eisenach, 11 Siege aus den vergangenen 13 Spielen, empfängt am Samstag, 14.05.2022 um 19.30 Uhr den Tabellen-Dritten, die HSG Nordhorn-Lingen. Wenn das kein Grund ist, in den Thüringer Handballtempel zu pilgern?! Eintrittskarten sind vorab online unter www.thsv-eisenach.de und in der ThSV-Geschäftsstelle sowie am Samstag ab 18.15 Uhr an der Tageskasse erhältlich.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Der Coach und sein Torjäger: Misha Kaufmann und Fynn Hangstein.

Wir sprachen im Vorfeld mit Misha Kaufmann dem Coach und Vater des sportlichen Aufschwungs des ThSV Eisenach:
Blicken wir noch einmal auf den Dienstagabend, Ihrer Mannschaft gelang mit dem 23:22 über den Dessau-Roßlauer HV der 11. Sieg im 13. Spiel. Zwischen der 15. und 45. Minute dominierte Ihre Mannschaft. Was lief da gut? Danach gab sie eine 5-Tore-Führung aus der Hand, sodass es noch zu einem Herzschlagfinale kam. Woran lag das?
Wir standen von Beginn sehr gut in der Abwehr, sahen, dass die Gäste an diesem Tag keine 25 Tore werfen können, wenn wir so angreifen, dass ihnen keine einfachen Tore gelingen. Wir waren fokussiert und konzentriert, hätten zu Beginn der zweiten Halbzeit deutlicher in Führung gehen können. Ein 19:11 verhinderte unsere Chancenverwertung über die Flügel und bei einem Wurfversuch ins leere Tor. Das hätte zu mehr Lockerheit in unseren Reihen geführt. Dessau ist drangeblieben, witterte Morgenluft. So wurde es ab der 52. Minute noch ein Hitchcock. Ich möchte aber unterstreichen, wir können nicht jedes Spiel locker gewinnen. In den letzten 6 Partien haben wir über weite Strecken dominiert. Es ist aber auch normal, wenn wir mal einem Rückstand hinterherlaufen. Das gehört zum Handball. Wir arbeiten daran, unser Spiel zu perfektionieren. In den 6 Monaten seit meinem Amtsantritt haben wir viel erreicht, zeichnet sich unsere Mannschaft inzwischen mit Charakter und Mentalität aus. Das war zu sehen, als es gegen Dessau noch einmal eng wurde, Ivan Snajder aus spitzem Winkel drei Bälle versenkte.

Erachten Sie 30 Strafminuten in einem Derby als „normal“?
Derbys werden oft von einer Abwehrschlacht geprägt. Gegen den EHV Aue war das nicht so, glichen die 60 Minuten zum 33:30-Endstand eher einem Angriffsspiel. Gegen Dessau erlebten wir den typischen Derbycharakter. In solchen Derbys werden Spieler geformt. Dessau kam mit der Empfehlung von Siegen über Gummersbach und TuSEM Essen zu uns, da spielte es keine Rolle, wer auf Platz 4, wer auf Platz 15 liegt. Da kann jeder gewinnen. Wir waren über 45 Minuten das spielbestimmende Team. Dessau hat keinen Zugriff bekommen. Dass es dann noch eng wurde, lag nicht an der Stärke der Gäste, sondern an uns selbst.

Alexander Saul musste schon nach 9 Minuten verletzt vom Parkett. Wie sieht es bei ihm aus?
Er befindet sich in ärztlicher Behandlung.

An das Hinspiel in Nordhorn mit dem Kempa-Treffer in allerletzter Sekunde erinnern Sie sich bestimmt gern. Nun steht die Neuauflage ins Haus. Was geben Sie Ihrer Mannschaft mit auf den Weg?
Das Hinspiel endete mit einem glücklichen Sieg für uns. Wir haben uns im gesamten Spiel nicht abschütteln lassen. In dieser Partie merkte meine Mannschaft erstmals, dass sie in der Lage ist, jedes Team der Liga zu schlagen. Ein Schlüsselmoment in der Entwicklung der Mannschaft! Die Jungs glauben inzwischen an sich. Das Rückspiel wird allerdings ein ganz anderes Spiel als das vom Dezember in der Grafschaft. Die HSG Nordhorn-Lingen rangiert auf dem 2. Tabellenplatz, steht unter Druck. Meine Mannschaft hat es verdient, nach den jüngsten Erfolgen vor einer vollen Werner-Aßmann-Halle, vor einer Top-Kulisse, spielen zu können. Wir könnten, mit unseren Fans gemeinsam, ein weiteres Ausrufezeichen setzen! Wir wollen bis zum Saisonende kein Heimspiel mehr verlieren. Mit der HSG Nordhorn-Lingen erwarten wir einen sehr starken Gegner mit vielen erstligaerfahrenen Spielern: guter Rückraum, guter Kreis, guter Flügel, gute Torhüter. Wir müssen vor allem auf das Umschaltspiel achten. Was sollten wir dem entgegensetzen? Eine breite Spielanlage, mit weiten Wegen, aber dennoch in die Tiefe, ein Innenblock, der das Spiel auseinanderzieht, gutes Rückzugsverhalten. Stellen wir wieder eine gute Abwehr, haben wir die Chance, auch diese Partie siegreich zu beenden. Dass das Spitzenspiel des Spieltages in Eisenach steigt, das hat uns keiner zugetraut! Wir schreiben gerade eine tolle Geschichte! Und dennoch, Demut ist angesagt!

Plötzlich fällt auch der Name Eisenach im Zusammenhang mit einem Aufstiegsplatz…?
Dass wir auf Platz 4 mit 39 Pluszählern stehen, dies hat uns keiner zugetraut. Eine tolle Geschichte, die wir gerade schreiben. Wir wollen diesen Weg weiter beschreiten. Auch in den restlichen 5 Punktspielen. Bei aller Freude, Demut ist angesagt! Wir wissen, woher wir kommen. Wir wissen auch, welch harte Arbeit hinter uns liegt, auf dem Weg zu 39 Pluspunkten. Weil die Mannschaft lernwillig ist, deshalb sind wir vorangekommen. Wir lernen aus Niederlagen. Lernen kann jeder. Entscheidend ist die Geschwindigkeit. Wie lange brauche ich? Das hat was damit zu tun, wieviel ich investiere. Mein Focus liegt auf der Entwicklung der Mannschaft, nicht auf den Blick zur Tabelle. In dieser ausgeglichenen Liga können wir auch schnell wieder auf den 10. Platz abrutschen. Schon gegen Nordhorn müssen wir unser Optimum erreichen. Mannschaft und Fans können sich auf ein richtig „geiles Spiel“ freuen.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Misha Kaufmann beim Derbysieg über Dessau an der Seitenlinie.

Th. Levknecht

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