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Nachruf: Oberbürgermeisterin Katja Wolf würdigt Alt-Landesbischof Werner Leich

Am vergangenen Samstag, 17. Dezember, ist Alt-Landesbischof Werner Leich im Alter von 95 Jahren gestorben. Von 1978 bis zu seinem Ruhestand 1992 war er Landesbischof der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM). Er wurde am 31. Oktober 1951 in der Eisenacher Georgenkirche durch den damaligen Bischof Moritz Mitzenheim zum Pfarrer ordiniert. Als Landesbischof wirkte er maßgeblich in Eisenach, da die Stadt bis ins Jahr 2009 noch Sitz der Thüringer Landeskirche war.

Werner Leich gehört zweifellos zu den Wegbereitern der friedlichen Revolution, auch und besonders in Eisenach. Unvergessen bleibt, wie er beim ersten großen Friedensgebet am 23. Oktober 1989 zu den Menschen gesprochen hat, und zwar nicht von der Kanzel, sondern vom Rande des Georgenbrunnens aus. Tausende waren auf den Markt gekommen. Ich selbst war damals noch ein Teenager. Doch dieses Stück Zeitgeschichte mitzuerleben, hat mich maßgeblich geprägt, würdigt Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

Landesbischof Werner Leich sei mit seinem Wirken ganz ohne Zweifel eine jener Persönlichkeiten, die die Eisenacher Geschichte in einer bestimmten Zeit nachhaltig mitgestaltet haben, so die Rathaus-Chefin.

Luthers 500. Geburtstag maßgeblich mitgestaltet
Geboren wurde Werner Leich am 31. Januar 1927 in Mühlhausen (Thüringen). Er studierte Theologie in Marburg und Heidelberg. 1981 wurde er zum Stellvertretenden Vorsitzenden des Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes in der DDR gewählt. Es folgte 1983 die Wahl zum Vorsitzenden des Martin-Luther-Komitees der Evangelischen Kirchen in der DDR. Im selben Jahr war er es auch, der von der Seite der Kirche aus federführend das große Jubiläum anlässlich von Martin Luthers 500. Geburtstag voranbrachte. 1984 verlieh die Friedrich-Schiller-Universität Jena ihm die Würde eines Doktors der Theologie honoris causa.

Bereits 1977 wurde Werner Leich als Nachfolger von Dr. Ingo Braecklein zum Landesbischof gewählt und 1978 in das Bischofsamt eingeführt. Im Alter von 65 Jahren schied er aus dem aktiven Dienst aus. Seine Verabschiedung wurde – wieder in der Eisenacher Georgenkirche – feierlich am 1. Februar 1992 begangen. Im Jahr 2005 erhielt Werner Leich zudem den Thüringer Verdienstorden aufgrund seiner besondere Verdienste um die friedliche Revolution 1989. Er war verheiratet und hatte drei Kinder.

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