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Nicht jammernd dasitzen

Hilda Siebert, Vorsitzende des Rhönclubs Eisenach, feierte ihren 85. Geburtstag

Im Jahr 2008 stand die Zukunft des 1991 wiedergründeten Rhönclubs Eisenach auf der Kippe. Der langjährige verdienstvolle Vorsitzende Arno Baur war verstorben. Wer übernimmt den Vorsitz? Es drohte die Auflösung des Zweigvereins Eisenach. In der entscheidenden Mitgliederversammlung, im Saal der einstigen Weststadt-Gaststätte „Edelweiß“, gingen bei der Frage, wer den Vorsitz übernehmen wolle, die Köpfe nach unten. Es drohte das Aus des eigenständigen Rhönclubs Eisenach. Dann nahm sich Hilda Siebert in die Pflicht. „Nicht jammernd dasitzen“ war und ist ihr Motto. Sie übernahm, obwohl damals bereits 73-jährig, den Vorsitz. Vor wenigen Tagen vollendete die vitale Seniorin ihren 85. Geburtstag, Sie steht weiterhin an der Spitze des Rhönclubs Eisenach, eines „unternehmungslustigen Völkchen“, dessen Mitglieder zum übergroßen Teil ihr Berufsleben hinter sich haben, vor Lebensfreude aber sprühen. Sie eint die Liebe zur Rhön, zu Geselligkeit und zum Miteinander. Die ganz großen Wanderungen finden gesundheitsbedingt nicht mehr statt, doch der Veranstaltungsplan ist sehr facettenreich. Stets profitieren viele Nicht-Mitglieder davon. Im Jahr 2019 fanden beispielsweise 123 Wanderungen mit über 300 Teilnehmern statt. Mitte Juli (vom 12. bis zum 21.07.2020) steht eine mehrtägige Busfahrt in die Fränkische Schweiz an, von Gerda Jäger, der stellvertretenden Vorsitzenden organisiert. (Einige Plätze sind noch frei, Interessierte melden sich bei Gerda Jäger unter Tel. 0151-23539806.). Im Vorstand des Rhönclubs Eisenach wird die Arbeit verteilt, die Stärken und Möglichkeiten eines jeden hierbei genutzt. Hilda Siebert, hält alle Fäden in der Hand, fit am PC, übernimmt viele Korrespondenzen, hält Kontakt zu den Mitgliedern, anderen Zweigvereinen, befreundeten Organisationen und Behörden, Gerda Jäger entfaltet ihr organisatorisches Talent, Diethard Puschner ist emsiger Wanderwart („der geniale Wanderführer“, so Hilda Siebert). Klaus Peisger amtiert als Wegewart, dabei unterstützt durch seine Frau Renate, die auch als Schriftführerin fungiert, Gerd Koch als Naturschutzwart, Leonore Koch wacht über die Finanzen. Alle mit viel Herzblut und Engagement, sich stets gegenseitig unterstützend! Die Ideen und Vorschläge der Mitglieder werden gern aufgegriffen.

Zum 85. Geburtstag mit dem Motorflugzeug über den grünen Teppich
Anders als in den Vorjahren, als es große Feierlichkeiten auch mit den Rhönclub-Freunden gab, verbrachte Hilda Siebert ihren 85. Geburtstag zweigeteilt im kleinen Kreis. Mit einer langjährigen Wanderfreundin aus Meiningen war am Tag selbst der Besuch des eng mit dem Rhönclub verbundenen „Eisenacher Hauses“ auf dem Ellenbogen und der geschichtsträchtigen Eckert-Bank vorgesehen. Doch das „Eisenacher Haus“ war nach einem Betreiber-Wechsel und der Corona-Pandemie geschlossen. Kurzfristig wurde die Einkehr in der Wandergaststätte „Rhönbrise“ in Kaltenlengsfeld organisiert, die von Günter Lehmann, dem einstigen Betreiber des „Eisenacher Hauses“ mit seiner Frau bewirtschaftet wird.

In besonders herzlicher Empfang in alter Vertrautheit erwartete uns, berichtet Hilda Siebert.

Der Besuch der Eckert-Bank wurde umgesetzt.

Wir genossen den Blick auf die Rhön mit ihrer Schönheit und plauschten miteinander, so die Jubilarin.

Der zweite Teil der Geburtstagsfestivitäten führte Hilda Siebert an einem anderen Tag mit Tochter, Schwiegersohn und Enkel auf die Wasserkuppe.

Mittels Picknick-Korb versorgt, blickten wir auf die zauberhafte Landschaft, erläutert Hilda Siebert.

Und dann gab es noch ein unerwartetes Schmankerl! Völlig komplikationslos kam vom kleinen Flugplatz ein Flug mit einem Motorflugzeug zustande.

Ich kletterte in das Flugzeug, war überglücklich. Der grüne Teppich von oben, einfach zauberhaft, dazu die Erläuterungen des Piloten über gerade überfliegende Punkte, berichtet Hilda Siebert mit strahlenden Augen.

Auch daraus habe sie wieder Kraft geschöpft.

Über 20 Jahre in der Apotheke der AWE-Poliklinik
Hilda Siebert in Berlin geboren und dort bis 1943 wohnhaft, dann zu den Großeltern nach Halberstadt evakuiert, hier das Abitur ablegend, die Pharmazieschule in Leipzig als Apothekenassistentin abschließend, in der Messestadt und in Blankenburg im Harz in Apotheken arbeitend, lernte in den 1960er Jahren beim Skilaufen im Erzgebirge ihren späteren Mann Karl Siebert, einen sportbegeisterten Lehrer aus Eisenach, kennen. Am 05.07.1969 wurde geheiratet. Im Jahr 1970 zog Hilda Siebert nach Eisenach. Durch einen Ringtausch bezog die junge Familie Siebert, inzwischen mit einer gemeinsamen Tochter, eine Wohnung am Ofenstein, die 34 Jahre die ihrige blieb. Karl Siebert engagierte sich neben seiner beruflichen Tätigkeit in der Leichtathletik, Hilda Siebert, über 20 Jahre in der Apotheke der AWE-Poliklinik bis zu deren Auflösung 1993 mit viel Freude arbeitend, hielt ihrem Mann für dessen vielfältige Aktivitäten, auch in der Deutschen Olympischen Gesellschaft, bis zu dessen Tod im Jahr 2003 den Rücken frei.

Der Fall der Mauer öffnete den Weg in die Rhön
Karl Siebert stammt aus der Rhön, trug die Liebe zur Rhön stets mit sich. Im nach der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Fall der innerdeutschen Grenze 1991 gegründeten Eisenacher Zweigverein des Rhönclubs fanden Karl und Hilda Siebert eine Heimat.

Endlich konnten wir wieder in der Rhön wandern, in die wunderbare Landschaft eintauchen, die Schönheit der Natur genießen, zusammen mit Menschen gleichen Herzschlages, erinnert sich Hilda Siebert.

Zuerst fehlten noch die richtigen Wanderschuhe, doch die wurden alsbald besorgt. Hilda Siebert streicht immer wieder das Gemeinschaftsgefühl, das Miteinander der Mitglieder des Eisenacher Rhönclubs heraus, dass ihr und allen anderen stets viel Kraft gebe.

Höhepunkt: 20 Jahre Thüringer Wanderverband in Eisenach
Auf ganz viele schöne Stunden mit dem Rhönclub Eisenach könne sie zurückblicken, so Hilda Siebert. Das Jubiläum „20 Jahre Thüringer Wanderverband“, das in Eisenach stattfand, ist ihr besonders in Erinnerung, Dem von ihr geführten Rhönclub Eisenach wurde dabei viel Verantwortung und organisatorisches Geschick abverlangt.

Doch Dr. Gerhard Zimmer, der zweite Vorsitzende des Thüringer Gebirgs- und Wandervereines, hat uns vortrefflich geleitet, betont Hilda Siebert.

Zwischen beiden besteht eine fortwährende Freundschaft. Stets in angenehmer Erinnerung, die Wanderungen und Treffen mit Christine Lieberknecht, der ehemaligen Thüringer Ministerpräsidentin und Präsidentin des Landesverbandes Thüringen im Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine.

Kraft schöpfen aus den Begegnungen mit den Rhönclub-Mitgliedern

Die Begegnungen mit den Rhönclub-Mitgliedern geben mir immer wieder Kraft. Die Liebe zur Natur, die Menschlichkeit stehen ganz oben, betont Hilda Siebert. Ich fühle mich in Eisenach mit dem vielfältigen kulturellen Angebot sehr wohl, genieße die Stunden mit Tochter, Schwiegersohn und Enkel, fügt sie hinzu.

Manche Krankheit hat sie in jüngster Zeit überwunden. So lange es die Gesundheit zulässt, möchte Hilda Siebert das sich gegenseitig unterstützende und unternehmungslustige Völkchen des Rhönclubs Eisenach weiterführen. Eben nicht jammernd dasitzen! Das ist ihr und den Mitgliedern des Rhönclubs Eisenach nur zu wünschen…

Th. Levknecht

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