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Rekordjahr für Hornissenberater

Wir blicken auf eine außergewöhnliche Hornissensaison zurück und bedanken uns sehr herzlich bei Wolfgang Bader und Sven Ißleib für das ehrenamtliche Engagement als Hornissenberater für unsere Bürger, bedankte sich Ulrich Feder, Leiter des Umweltamtes Wartburgkreis kürzlich bei den ehrenamtlichen Helfern mit einem Buchgeschenk.

Die lange Hitze- und Trockenperiode dieses Sommers habe dazu geführt, dass sich relativ viele Völker der besonders geschützten Großinsekten rasch und kopfstark entwickeln konnten.

Nahezu jeden Tag erhielten die Untere Naturschutzbehörde und die Berater zahlreiche Anrufe von Bürgern, die in Sachen Hornissen beraten werden wollten, so Feder weiter.

Wolfgang Bader und Sven Ißleib aus Waldfisch unterstützen die Untere Naturschutzbehörde seit 2009. Sie haben eine spezielle Fortbildung absolviert und sind über die Beratungstätigkeit hinaus auch qualifiziert, ein Hornissenvolk umzusiedeln. Dies kann jedoch nur in begründeten Ausnahmefällen mit schriftlicher Genehmigung der Behörde geschehen. Denn jegliche Beeinträchtigung der Tiere sowie deren bevölkerter Nester sind grundsätzlich verboten.

Der schlechte Ruf der Wespen, besonders der Deutschen und der Gemeinen Wespe, die regelmäßig auch Speisen und süße Getränke anfliegen und dadurch lästig werden, haftet auch den Hornissen an. Dazu kommt, dass sie wie übergroße Versionen dieser oft zu Unrecht verfemten Arten wirken. Dabei zeigen Hornissen grundsätzlich ein unauffälliges Verhalten dem Menschen gegenüber. Ihr Stich ist mit dem einer Wespe vergleichbar.

Hornissen sind vor allem eifrige Jäger von Kerbtieren aller Art, sie nisten ursprünglich in hohlen Bäumen und werden leider immer wieder aufgrund von Vorurteilen verfolgt. All dies sind Gründe für den aktuell geltenden besonderen Schutz durch das Bundesnaturschutzgesetz, heißt es dazu aus dem Umweltamt.

Wichtig zu wissen ist, dass das Volk mit den ersten Frösten abstirbt, wobei nur wenige begattete Jungköniginnen überleben. Die Großinsekten sind zu Kulturfolgern geworden und nisten daher inzwischen auch in Schuppen, Carports, auf Dachböden oder an Gartenlauben. Zumeist können sie nach Beratung durch die Fachleute von den Bürgern geduldet werden, weil unter Beachtung eines Sicherheitsabstandes zum Nest Kontakte mit den Hornissen vermieden werden können.

Jeder Antrag wird als Einzelfall geprüft und als Ausnahme (z. B. bei Wespengiftallergikern mit Notfallset) kann eine Genehmigung zur Umsiedlung erteilt werden. Sollte Umsiedlung nicht möglich sein, kann  die Behörde auch eine Entfernung des Nestes durch den zertifizierten Schädlingsbekämpfer gestatten.

Hornissen sind faszinierende Lebewesen, die ähnlich wie Wildbienen und Waldameisen unseren Schutz und unseren Respekt verdienen.

Ohne die wertvolle Hilfe der Hornissenberater und -umsiedler wäre der Arbeitsfluss hinsichtlich anderer Aufgaben der Naturschutzbehörde in diesem Sommer weit zäher verlaufen, resümiert das Umweltamt. Auch wenn nicht jedes Jahr ein Rekordjahr für Hornissen ist: Wir suchen noch weitere ehrenamtliche Hornissenberater und denken dabei auch an engagierte Bürger aus dem Bereich Feuerwehr oder Imkerei, bevorzugt aus dem Nordkreis. Fahrt- und Sachkosten können beim Umweltamt abgerechnet werden.

Interessenten melden sich bitte beim Umweltamt, Tel.: 03695 / 61 67 01 bzw. umwelt@wartburgkreis.de.

Andrea T. | | Quelle:

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