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ThSV Eisenach trauert um einen seiner Helden des Jahres 1958 Wolfgang Eisenhardt, 1958 mit Motor Eisenach den Titel des Deutschen Meisters im Feldhandball der DDR bejubelnd, verstarb im Alter von 90 Jahren

Bildquelle: Wolfgang Eisenhardt im Auguat 2016 auf der Zuschauertribüne der Werner-Aßmann-Halle

Der 12. Oktober 1958 ging in die Geschichte des Handballs ein. Nicht nur in die der Eisenacher. Im strömenden Regen standen sich im Hallenser Kurt-Wabbel-Stadion vor 9.000 Zuschauern im Finale um die Deutsche Meisterschaft im Feldhandball der DDR der SC Empor Rostock und die BSG Motor Eisenach gegenüber. Das Finale endete mit einer großen Überraschung. Nicht der Favorit vom Sportclub aus Rostock, sondern die Männer der Betriebssportgemeinschaft des Automobilwerkes Eisenach gingen als Sieger vom Feld. Die Eisenacher kamen mit dem glatten Rasen besser zurecht. Ihnen gelang es mit konsequentem Flügelspiel die Abwehr der Ostseestädter auszumanövrieren. Eine entscheidende Rolle spielte dabei der 34-jährige ehemalige Nationalspieler Werner Aßmann. Der Spielertrainer trieb seine Mannschaft unermüdlich nach vorn. Über die rechte Angriffsseite schloss immer wieder Wolfgang Eisenhardt ab. Lange Zeit war die Partie ausgeglichen. Die Wartburgstädter operierten bei sich verschlechternden Bodenverhältnissen mit unbändigem Kampfgeiste und ganz viel Herzblut. Die Rostocker bekamen immer mehr Probleme mit dem glitschigen Untergrund. In der Schlussphase versenkten Frieder Singwald und Horst Ehrhardt die entscheidenden Bälle zum 13:11 (6:6) -Erfolg von Motor Eisenach. Wolfgang Eisenhardt war mit 4 Treffern Eisenachs erfolgreichster Werfer. Die Meistertrophäe des Deutschen Meisters im Feldhandball der DDR des Jahres 1958 ging nach Eisenach. In den Nachtstunden wurde die Mannschaft vor dem „Thüringer Hof“ auf dem Karlsplatz in Eisenach gefeiert. Nahezu jedes Jahr treffen sich die Sieger von 1958 an diesem Tag hier wieder. Zuletzt wurde die von Frieder Singwald initiierte Runde allerdings immer kleiner.

Bildquelle: sportfotoeisenach
Wolfgang Eisenhardt (2.v.l.) Ehrung vor drei Jahren vor großer Kulisse in der Werner-Aßmann-Halle. Auf dem Foto weiter (v.l.): Shpetim Alaj (ThSV-Präsident), Thomas Levknecht (ThSV-Pressesprecher), Frieder Singwald und Horst Ehrhardt (aus dem Meisterteam von 1958), Peter Krauß (ThSV-Vizepräsident), Rene Witte (Manager des ThSV Eisenach)

Der ThSV Eisenach, 1990 aus der Sektion Handball der BSG Motor Eisenach hervorgegangen, ein lebendiger Traditionsverein, ist stolz auf seine Helden des Jahres 1958. Zu Jubiläen des denkwürdigen Tages ehrten der Verein und die Stadt Eisenach die Spieler der erfolgreichen Meistermannschaft. Sie empfingen minutenlange stehende Ovationen in der Werner-Aßmann-Halle, trugen sich in das Ehrenbuch der Wartburgstadt Eisenach ein. Die Zahl der lebenden Helden von 1958 wird immer kleiner. Der Tod reißt sie aus dem Leben. Aus Anlass des 60-jährigen Jubiläums wurden Wolfgang Eisenhardt, Frieder Singwald und Horst Ehrhardt im Herbst 2018 an einem hoch emotionalen Handballabend zu Ehrenmitgliedern ernannt, in die Hall of Fame des ThSV Eisenach aufgenommen, gemeinsam mit dem verstorbenen Werner Aßmann. Banner mit ihren Namen prangen im Thüringer Handballtempel, jener Halle, die den Namen ihres Spielertrainers von 1958 trägt. Die Geschichte von 1958 ist allgegenwärtig, zugleich Ansporn für heutige Eisenacher Spielergenerationen. Wolfgang Eisenhardt, Frieder Singwald und Horst Ehrhardt tauchten in den Gesprächen mit glühenden Augen nochmals in jenen Tag im Oktober 1958 ein, hoben aber auch ihre vorausgegangen Vizemeister-Titel im Hallenhandball hervor. Der Handballsport bestimmte und begleitete den größten Teil des Lebens vom Sportlehrer Wolfgang Eisenhardt, sowohl in der aktiven als auch in seiner passiven Phase. Nun erhielt der ThSV Eisenach die traurige Nachricht, dass Wolfgang Eisenhardt, im Mannschaftskreis nur „Dotter“ gerufen, im Alter von 90 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben ist. Ehemalige Mannschaftskameraden und Vereinsvertreter werden ihm am Samstag, 17.07.2021 um 11.00 Uhr auf dem Eisenacher Hauptfriedhof die letzte Ehre erweisen. Der ThSV Eisenach wird seinem Ehrenmitglied Wolfgang Eisenhardt ein ehrendes Gedenken bewahren.      Th. Levknecht

Bildquelle: Wolfgang Eisenhardt (mit Pfeil) nach dem Abpfiff des Finales 1958 in Halle mit der siegreichen Mannschaft von Motor Eisenach

Motor Eisenach spielte an jenem 12. Oktober 1958 mit:  Albert Rust (Tor) – Oswald Hook, Günther Jäger, Dieter Weidlich, Dieter Illert, Wolfgang Eisenhardt (4), Frieder Singwald (3), Werner Reinartz (2), Hans Rodegast (2), Werner Aßmann (1), Horst Erhardt (1) Ersatzspieler: Werner Hertel (Tor), Egon Rey (Feld)

 

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