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„Thüringer Rose“ auch für Ralf Jacobi

Der Thüringer Minister für Soziales, Familie und Gesundheit, Dr. Klaus Zeh (CDU), wird am Freitag, 19. November 2004, dem Tag der Heiligen Elisabeth an zehn verdiente Thüringer auf der Wartburg die Auszeichnung „Thüringer Rose“ für ehrenamtliche Sozialarbeit verleihen.

Die Auszeichnung wurde 1993 geschaffen und wird bisher zum 12. Mal verliehen. Die Vorschläge kamen von Wohlfahrtsverbänden, Landratsämtern, Bürgermeister sowie von anderen Institutionen, Organisationen und Privatpersonen.

Die „Thüringer Rose“ erinnert an das „Rosenwunder“ der Heiligen Elisabeth.

In diesem Jahr werden die folgenden Personen ausgezeichnet.

Barbara Rogge aus Erfurt ist Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen. Sie organisiert für Blinde und Sehbehinderte Hilfen zur Meisterung des Alltags, setzt sich für kulturelle Bedürfnisse dieser Gruppe ein, organisiert Fachvorträge, Buchlesungen und Veranstaltungen.

Christa Heinlein aus Sonneberg gründete die Gruppe „Frauenselbsthilfe nach Krebs“. Von ihr werden Arztvorträge zum neuesten Stand der Krebstherapie, Busfahrten zu Reha- und Kurkliniken, Vorträge durch Mitarbeiterinnen der Krankenkassen und von Vertretern der Sanitätshäuser, Weiterbildungen im Suhler Tumorzentrum, aber auch gemeinsame Wanderungen organisiert.

Rita Schütze aus Bad Langensalza organisiert seit 1964 jährlich in den Sommerferien eine Kinderfreizeit, an der Kinder und Jugendliche aus der Erzdiözese Eger/Ungarn und aus der Region Kirchheilingen teilnehmen. Frau Schütze hat diese Kinderfreizeit 1964 ins Leben gerufen und diese mit anderen Helfern bis 2002 vorbereitet und durchgeführt. Trotz der schwierigen Zeiten der DDR, in denen die Kirche nicht so akzeptiert wurde wie es heute der Fall ist, hat es Frau Schütze gemeinsam mit ihren Helfern geschafft, dass diese Kinderfreizeit bis heute durchgeführt wird.

Veronika Müller aus Sondershausen. Die besondere Ehrung, mit der sie noch überrascht wird, gibt es für ihr beispielloses ehrenamtliches Engagement für die Urania und damit für viele Menschen. Seit 13 Jahren wirbelt sie dafür ehrenamtlich. Dank ihrer Initiative gibt es die beliebte Urania-Seniorenakademie „Jahresringe“ und die Veranstaltungsreihe „Urania im Club“, die sie mit anspruchsvoll interessanter Programmgestaltung ständig mit Leben erfüllt.

Renate Roth aus der Gemeinde Vogtländisches Oberland betreut seit über 10 Jahren Herrn Wolfgang Grünler, der nach der Wende arbeitslos geworden ist. Herr Grünler lebt von Sozialhilfe und hat keine Verwandten, die sich um ihn kümmern; Er wohnt in einer notdürftigen Unterkunft im ehemaligen LPG-Gebäude. Frau Roth kümmert sich um all seine sozialen Belange, sie verwaltet sein Geld, sorgt für ordentliche Kleidung und regelmäßiges Essen. Sie versucht, Herrn Grünler in sinnvolle Tätigkeiten ihrer Landwirtschaft mit einzubeziehen.

Rosemarie Jalowski aus Greiz trat 1969, mit 20 Jahren als jüngste «Hausmutter» Thüringens, in den Dienst der diakonischen Behindertenhilfe im damaligen «Pflegeheim Carolinenfeld». Damalige unbeschreibliche äußere Bedingungen im Heimbereich beseitigte sie. Als Hausmutter zeigte sie sich verantwortlich für saubere, modische Kleidung, für Körperhygiene, für Gleichbehandlung in der medizinischen Versorgung, liebevoll zubereitetes Essen, für die täglichen Andachten, für persönliche Zuwendung und Wertschätzung jedes geistig behinderten Heimbewohners. Sie engagiert sich trotz ihrer eigenen schweren Behinderung weiterhin für die Belange der Heimbewohner.

Ulla Koch aus Serba gründete 1994 die Selbsthilfegruppe der Rheumaliga Eisenberg, die sie nun seit 10 Jahren als Vorsitzende leitet. Das Ziel von Frau Koch ist es, die Kranken wieder in die Gesellschaft zu integrieren, ihnen Lebensmut zurückzugeben und gesundheitsförderndes Leben anzubieten. Mit sehr viel Engagement organisiert sie vielfältige Angebote für die Selbsthilfegruppe, wie Erfahrungs- und Informationsaustausche über die Erkrankung, Arztvorträge, gemeinsame Unternehmungen, Kontakte zu anderen Selbsthilfegruppen, Bereitstellung von Informationsmaterial, Wassergymnastik und andere sportliche Betätigungen. Weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit bilden Haus- und Krankenbesuche, Hilfestellungen bei Antragstellungen und Behördengängen bei rheumakranken Menschen.

Rudolf Koschek aus Gera wurde 1946 in Leipzig verhaftet, monatelang vom Russischen Geheimdienst verhört und schließlich zu 10 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Es folgten Haftzeiten in Bautzen, Sachsenhausen und Torgau. Später fand er Arbeit in der Textilindustrie als Färber. Seit der Gründung des VOS (Vereinigung der Opfer des Stalinismus) in Thüringen 1990 war er Mitglied, dann langjähriger Vorsitzender der Bezirksgruppe Gera. Er führte regelmäßige Sprechstunden durch, in denen er Betroffene zu Fragen der Rehabilitierung und Wiedergutmachung beriet. Er sucht stets Kontakt zu anderen Opferverbänden. In Gesprächen mit Politikern und in der Öffentlichkeit, in die er seine umfassenden historischen Kenntnisse einbrachte, setzte er sich für die Anerkennung des Widerstandes gegen die kommunistische Diktatur und für die Verbesserung der sozialen Lage ehemals Verfolgter ein.

Siegfried Hoschka aus Jena betreut seit nunmehr mehr als 7 Jahren einen zweifach schwerbehinderten alleinstehenden Kollegen der Analytik Jena AG. Der betreute Kollege ist nach schwerer Erkrankung seit vielen Jahren zwingend auf fremde Hilfe angewiesen. Herr Hoschka ist immer zur Stelle, wenn Transporthilfe notwendig ist, bei Behördengängen, Arztbesuchen usw. Herr Hoschka hat sich gemeinsam mit anderen Kollegen um die Renovierung der Wohnung gekümmert.

Ralf Jacobi aus Eisenach hat sich durch musische und sportliche leitende Tätigkeiten im Bereich der Volkssolidarität außerordentlich verdient gemacht. Er war Mitbegründer des Seniorenbeirates der Stadt Eisenach und später dessen Vorsitzender. Zu seinen Verdiensten gehören der Besucherdienst bei alten, behinderten und durch Krankheit besonders betroffenen Menschen die Seniorenmusikgruppe, die er als Violinist selbst gründete und mit der er in Seniorenheimen, Seniorenclubs und zu besonderen Veranstaltungen spielt. Er organisiert Seniorenradtouren und ist Mitbegründer der seit 1999 bestehenden Redaktionsgruppe des Seniorenbeirates, die ihren Mitgliedern die Arbeit am Computer vermittelt und Berichte, Artikel und Veranstaltungen für Senioren öffentlich macht.

Neben den Preisträgern werden an der Verleihungsveranstaltung auch Gäste aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

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