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Verleihung des Point-Alpha-Preises 2022 an Alt-Bundespräsident Joachim Gauck

Joachim Gauck wird Träger des Point-Alpha-Preises 2022.

Dies teilte heute der Präsident des Kuratoriums Deutsche Einheit (KDE), Christian Hirte MdB, mit. Das Kuratorium verleiht diesen Preis seit 2005 für Verdienste um die deutsche Einheit und die europäische Einigung in Frieden und Freiheit. Joachim Gauck ist der 13. Preisträger und steht in einer Reihe u. a. mit Michail Gorbatschow, Helmut Kohl, George Bush sen., Vaclav Havel, Lech Walesa, Helmut Schmidt, Wolf Biermann und Jean Claude Juncker. Letzter Preisträger war 2021 Bernhard Vogel.

Hirte führte als Begründung für die einstimmige Entscheidung des Kuratoriums an, Joachim Gauck habe bereits als evangelisch-lutherischer Pfarrer in Rostock eine aus dem christlichen Glauben begründete kritische Haltung gegenüber dem SED-Regime vertreten, die ihn im Herbst 1989 zu einer wichtigen Rolle in der Bürgerrechtsbewegung der DDR geführt habe. Er sei Vorsitzender des Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des ehemaligen MfS der ersten und einzigen freigewählten DDR-Volkskammer gewesen und wenig später Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen geworden. Dieses Amt habe er “mit solcher Überzeugung und Überzeugungskraft geführt, dass die Behörde schließlich mit seinem Namen identifiziert wurde“.

Gauck habe unbeirrt die Partei der Opfer ergriffen und unmissverständlich die Verbrechen des SED-Unrechtsregimes benannt, ohne das Regime und die Menschen in der DDR gleichzusetzen.

Nach seiner Wahl zum ersten Bundespräsidenten aus dem Osten der Bundesrepublik im Jahre 2012 habe er es “überzeugend verstanden, ein überparteilicher Bundespräsident aller Deutschen zu sein“. Gerade angesichts seiner ostdeutschen Herkunft habe sein Engagement für Europa beeindruckt und sei von weithin unterschätzter Bedeutung gewesen.

Die Laudatio auf den Preisträger wird Andreas Voßkuhle halten, von 2010 bis 2020 Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Der Laudator ist auch Nachfolger des Preisträgers im Vorsitz des Vereins “Gegen Vergessen – Für Demokratie“.

Die Verleihung findet in Verbindung mit der Point Alpha-Stiftung am 16. Juni 2022 am Point Alpha selbst statt, dem einst “heißesten Punkt im Kalten Krieg“, wie Hirte erinnerte. Der Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro verbunden.

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