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Von Berlin über Flensburg nach Eisenach

Handball-Hüne Torben Hübke gehört seit dem Sommer zum Kreisläuferteam des ThSV Eisenach

Er hat Gardemaße für einen Kreisläufer! Seit dem Sommer gehört der 20-jährige 1,98 Meter große und 103 Kilo auf die Waage bringende Torben Hübke zum Kreisläuferteam des ThSV Eisenach. Er, der gern Nudeln isst und Rap-Musik hört, kam aus dem hohen Norden, aus Flensburg, nach Eisenach. Geboren und den bisherigen Großteil seines noch jungen Lebens hat Torben Hübke in Berlin verbracht. Er, der sich außer Handball auch für Basketball und die Formel 1 interessiert, entstammt einer handballbegeisterten Familie, Vater (1. und 2.Liga) und Mutter (2.Liga) waren selbst um Punkte und Tore am Ball. Der junge Kreisläufer ist ledig, steht aber in einer festen Beziehung.

Wir sprachen mit Torben Hübke:
Wie war ihr bisheriger sportlicher Werdegang?
In ganz jungen Jahren habe ich mich im Schwimmen und Tennis ausprobiert. Von einer Handball-Familie geprägt entschied ich mich im Alter von 9 Jahren für Handball, begann bei der JSG Hermsdorf-Waidmannslust Berlin. Wenig später, im D-Jugend-Alter, wechselte ich zu den Füchsen Berlin. Ex-Nationalspieler Stephan Hauck war mein Trainer. Mit den Füchsen Berlin wurde ich 2017 Länderpokalsieger. Mir war nach Luftveränderung, als B-Jugendlicher zog es mich zur Flensburg-Akademie, bezog im Sportinternat Quartier. Michael Jacobsen war hier mein Trainer. In Flensburg legte ich auch mein Abitur ab, mit Schwerpunkt Sport, bestehend aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

Schildern Sie uns kurz das Leben in der Flensburg-Akademie.
Untergebracht waren wir in einem großen Gebäude, mit einem Hotel im obersten Stockwerk. In der Mitte und im Erdgeschoß war die Flensburg-Akademie. Tagsüber gab es eine Betreuung. Morgens und abends haben wir uns in einem eigenen Küchensektor im Haus selbst verpflegt. Die Lebensmittel wurden von der Flensburg-Akademie eingekauft. Wir lernten an ganz normalen Schulen im Stadtgebiet. Vormittagstraining war nicht möglich. Unsere Trainingseinheiten (4 x Handball/ 3 x Kraft) fanden nachmittags statt.

Welche beruflichen Vorstellungen haben Sie?
Zurzeit konzentriere ich mich voll auf Handball. Ein Studium in sportlicher Richtung steht aber auf der Agenda.

Mit Ihrer Körpergröße sind Sie eigentlich prädestiniert zum Rückraumspieler…?
Die Kreisposition passt besser zu mir. Von Beginn an spiele ich da, identifiziere mich voll mit dieser Position. Mit meinen langen Armen kann ich Bälle oben fangen.

Welche Vorteile, welche Nachteile bringen 1,98 Meter Körpergröße am Kreis?
Hohe Anspiele kann ich unter Kontrolle bringen. Bei Bodenpässen wird es schwieriger. Ich möchte lieber oben angespielt werden.

Haben Sie ein sportliches Vorbild?
Da ist Nationalmannschaftskapitän und Kreisspieler Johannes Golla zu nennen, den ich selbst beim Training erlebt habe. Beeindruckend, er investiert nebenbei sehr viel, hat eine tolle Entwicklung genommen.

Im Sommer wechselten Sie zum Zweitbundesligisten ThSV Eisenach. Was bewog Sie dazu?
Ich will mich weiterentwickeln, Spielpraxis sammeln. Die 2. Liga ist das richtige Feld. Der ThSV Eisenach, mit vielen jungen Spielern, ist für mich der richtige Verein. Das Projekt einschließlich der Zukunftsaussichten hat mich überzeugt. Im März absolvierte ich ein Probetraining, die Entscheidung reifte dann schnell heran.

Was ist in Eisenach anders als in Flensburg?
Ich habe kein Meer vor der Tür, dafür den wunderschönen Thüringer Wald mit vielen Bergen. Was das Handballerische anbelangt, stellte ich fest, in der 2. Liga Männer geht es körperlich mehr zur Sache, ist das Spiel viel schneller als im Jugendbereich.

Wie sehen Sie Ihre Rolle im 3er-Kreisläufer-Team des ThSV Eisenach?
Ich bin der Jüngste. Ich muss mich an das System noch gewöhnen. Ich kämpfe um meine Spielzeit, will jetzt den Schritt vollziehen, um als zweiter Mann immer mehr Spielzeit zu bekommen.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, wo noch Nachholbedarf?
Wir bereits angesprochen, von Vorteil sind meine Größe, meine langen Arme. Zulegen muss ich noch in punkto Aggressivität, muss noch schneller auf den Beinen werden.

Sind Sie eher der emotionale oder der ruhige Typ?
Eher der ruhige.

Spielen Sie lieber in einer 6:0- oder in einer 5:1-Deckung?
Ich spiele beides gern, wenn es zum mannschaftlichen Erfolg beiträgt.

Von der Millionen-Metropole Berlin nach der 90.000-Einwohner Stadt Flensburg und nun ins beschauliche 43.000 Einwohner beherbergende Kleinstädtchen Eisenach; wie kommen Sie mit den Kontrasten, den unterschiedlichen Mentalitäten zurecht?
Berlin, eine Weltstadt mit riesigen Angeboten in allen Bereichen, wie Freizeitgestaltung und leckerem Essengehen. Bedingt durch die Größe und dem Verkehr braucht man lange, um durch die Stadt zu kommen. Flensburg ist wesentlich kleiner, liegt direkt am Meer. An schönen Tagen ist man schnell am Strand. Und, Dänemark liegt direkt vor der Tür. Eisenach ist relativ klein. Der Unterschied zu Flensburg ist nicht so groß. Eisenach ist eine historische Stadt, was viele Touristen anlockt. Ich habe mich gut eingelebt, fühle mich in unserem jungen Team sehr wohl. Alles, was man braucht, gibt es in Eisenach. Schöner Nebeneffekt: Nahezu alles ist fußläufig erreichbar.

Wie verbringen Sie Ihre sicherlich begrenzte Freizeit in Eisenach?
Na klar, die Wartburg habe ich mir schon angeschaut. Ich nutze die wunderschöne Umgebung zum Spazierengehen, um zwischen den Einheiten aufzutanken und mich auszuruhen.

Haben Sie schon die Thüringer Küche probiert?
Noch nicht, werde es aber bald nachholen. Oft koche ich selbst, vornehmlich Nudelgerichte. Nach Rezepten aus dem Internet koche ich auch Gerichte mit Kartoffeln.

Wo soll es für Torben Hübke sportlich hingehen?
Da halte ich nicht hinter dem Berg: Mein Ziel ist die 1. Liga. Gern mit dem ThSV Eisenach, bei dem ich einen 3-Jahres-Vertrag unterzeichnet habe.

Wo kann es für den ThSV Eisenach in dieser Saison hingehen? Was kann Torben Hübke dazu beitragen?
Wir wollen vorn, also um den Aufstieg, mitspielen. Ich hoffe, ich kann mit meinen Leistungen dem Team helfen, um unsere Ziele zu erreichen. Nach 8 Spielen haben wir 14:2 Punkte auf dem Konto. Es läuft also bestens.

Th. Levknecht 

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