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Was macht denn eigentlich Eryk Kaluzinski, 2013 mit dem ThSV Eisenach in die 1. Handballbundesliga aufgestiegen

Bildquelle: © Fotostudio Gräbedünkel / ThSV Eisenach
Emotionaler Abschied beim ThSV Eisenach im Mai 2013

Auch nach dem Einstieg in das Berufsleben lässt ihn der Handball nicht los Start in die Trainer-Laufbahn steht bevor

Wer in die faszinierende Mannschaftssport Handball richtig eingetaucht war, der kann nicht mehr davon lassen, erklärt Eryk Kaluzinski.

Der Rückraumspieler trug von 2010 bis 2013 das Trikot des ThSV Eisenach, war an zwei markanten Saisonausgängen beteiligt. Der Trainer der Wartburgstädter hieß in diesen Jahren Adalsteinn Eyjolfsson. In der Saison 2010/2011 spielte die 2. Handballbundesliga letztmalig in zwei Staffeln, in Nord und Süd. Der ThSV Eisenach qualifizierte sich über Platz 7 (42:26 Punkte) in der Süd-Staffel für die eingleisige 2. Handballbundesliga. Die Spielzeit 2011/2012, dann in der eingleisigen 2. Handballbundesliga, schloss der ThSV Eisenach mit 41:35 Punkten auf Platz 8 ab. In der Saison 2012/2013 reichten 49:23 Punkte, um als Tabellen-Dritter den direkten Aufstieg in die 1. Handballbundesliga zu bejubeln. Mit dem Aufstieg in die Beletage verabschiedete sich Eryk Kaluzinski aus den Reihen des ThSV Eisenach, kehrte im Alter von knapp 36 Jahren zur TSG Münster zurück, die gerade aus der 3. Liga abgestiegen war. Benjamin Trautvetter, seinerzeit Kapitän beim ThSV Eisenach, bezeichnet Eryk Kaluzinski als „Supertyp“.

Er hat stets für positive Stimmung gesorgt, in der Kabine und auf dem Parkett, ein Positivpool, sehr mannschaftsdienlich, der uns seinerzeit viel geholfen hat, erinnert sich Benjamin Trautvetter an die gemeinsame Zeit mit dem Rückraumspieler mit der Nummer 13.

Jonas Ulshöfer, im aktuellen Zweitbundesligakader des ThSV Eisenach einer für die Rolle des Spielgestalters, spielte als „Greenhorn“ mit Eryk Kaluzinski bei der TSG Münster in einem Team.

Trotz gereifterem Handballalter war er unglaublich fit, sehr sympathisch, stets hilfsbereit, blickt Jonas Ulshöfer auf die gemeinsame Zeit zurück.

Mit dem Aufstieg in die 1. Handballbundesliga fällt der Abschied leichter. Es waren drei tolle, drei fantastische Jahre beim ThSV Eisenach, in einer handballbegeisterten Stadt. Ich möchte meinen Mannschaftskameraden, den Offiziellen und natürlich den Fans für diese tolle Zeit danken, erklärte Eryk Kaluzinski während seines hoch emotionalen Abschiedes.

Weshalb er zur TSG Münster ging, dafür hatte er im Juni 2013 ganz klare Worte:

Ich möchte dem Verein etwas zurückgeben. Im Jahr 2002 kam ich vom Landesligist TSV Ansbach in den Taunus, stieg mit der TSG Münster 2005 in die zweite Bundesliga auf. Ich werde meine Kariere bei der TSG Münster beenden. Meine Frau habe ich während meiner Zeit in Kelkheim kennengelernt. Sie hat mich bei allen meiner Handballstationen begleitet. Mein Kontakt nach Kelkheim ist nie abgerissen. Ich werde im Möbelhaus meiner Schwiegereltern arbeiten. Der Kreis schließt sich also wieder.

Eryk Kaluzinski ist nach dem Ende seiner Profikarriere immer nut dem Handball verbunden geblieben. Bei der TSG Münster, nunmehr in der 7. Saison in der Oberliga Hessen, half er immer wieder aus. Auch, als er schon das 40. Lebensjahr vollendet hatte. Nun steht er vor dem Start einer Trainerlaufbahn, ab der Saison 2020/2021 beim Landesliga-Aufsteiger TGS Niederrodenbach. Im 1975 gegründeten Möbelhaus seiner Schwiegereltern, der Hedegger GmbH & Co KG mit großem Verkaufsspektrum, mit Filialen in Frankfurt/Main (Willy-Brandt-Platz) und Wiesbaden (Wilhelmstraße), arbeitet Eryk Kaluzinski als Verkäufer, ist aber auch zu Kundengesprächen und Abarbeiten von Aufträgen im Außendienst unterwegs. „Quasi als Allrounder“, erklärt Eryk Kaluzinski schmunzelnd.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Eryk Kaluzinski (Nr.13) beim Abschiedsspiel für Daniel Luther mit Steven Wagner, Krisztian Szep-Kis und Philipp Emmelmann (v.l.)

Mit dem kurz vor seinem 43. Geburtstag stehenden verheirateten Familienvater (1 Sohn, 6 Jahre) sprachen wir über Vergangenes, Gegenwärtiges und Künftiges.
Sie kamen ja schon im etwas gereifteren Handballalter zum ThSV Eisenach. Wie war das damals?
Ich war seinerzeit beim Nord-Zweitbundesligisten HSV Hannover unter Vertrag, fühlte mich dort auch wohl. Durch den ausstieg eines großen Sponsors geriet der Verein aber in arge finanzielle Schieflage. In einem offenen und ehrlichen Gespräch wurde mir die Freigabe für einen Wechsel erteilt. Ich wollte gern in einem Verein spielen, der eine gute Chance für die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga hat. Über meinen Berater wurden mir mehrere Angebote unterbreitet. Nach Gesprächen mit Karsten Wöhler und Adalsteinn Eyjolfsson, seinerzeit Manager und Trainer beim ThSV Eisenach, entschied ich mich für das Angebot aus der Wartburgstadt. Ich kam in eine gefestigte und intakte Mannschaft, zu der, neben mir, nur Gabor Langhans und Petr Hruby als Neuzugänge stießen.
Was ist Ihnen aus dieser Zeit besonders haften geblieben? Was zeichnete die Mannschaft aus?
Der Zusammenhalt im Team war groß. Der Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Fans war enorm. Ich fühlte mich wie in einer großen Familie. Wir alle hatten ein klares Ziel, das Erreichen der eingleisigen 2. Handballbundesliga.
Wer gehörte zu Ihren Teamkollegen? Bestehen noch Kontakte?
Das waren etliche Teamkollegen, die lange in Eisenach spielten: Tomas Sklenak, Radek Musil, Benne Trautvetter, Girts Lilienfelds, Nick Heinemann, Stani Gorobtschuk. Adrian Wöhler, Daniel Luther, Alexander Schiffner und auch Alex Koke. Szepi (Krisztian Szep-Kis) half auch noch aus. Telefonischer Kontakt besteht noch mit Radek Musil, Tomas Sklenak und Girts Lilienfelds. Ich hatte mich riesig gefreut, als ich eine Einladung zum Abschiedsspiel von Daniel Luther erhalten habe. Wir teilten uns seinerzeit die Aufgaben im linken Rückraum.
Wie ging es dann weiter?
Mit dem Erstliga-Aufstieg endete meine Eisenacher Zeit. Ich war Mitte 30 und kehrte zur TSG Münster zurück, um mit meiner Erfahrung zu helfen. Das war mir eine Herzenssache. Gemeinsam mit meiner Frau Jenny stieg ich in den Familienbetrieb meiner Schwiegereltern ein. Nach zwei Jahren bei der TSG Münster konzentrierte ich mich auf meine berufliche Entwicklung. Im Möbelhaus meiner Schwiegereltern gibt es viel zu tun. Wenn mich der Hilferuf erreichte, wenn Not am Mann war, und das war einige Male, streifte ich nochmals das Spielertrikot über. Ich trainierte ja ohnehin immer mal mit der Mannschaft, war also fit. Ein einstiger Mitspieler war Trainer in Gelnhausen. Als dort die Verletztenliste groß war, half ich als 39-Jähriger beim in der 3. Liga spielenden TV Gelnhausen über mehr als eine halbe Saison aus.
Sie streiften dann aber nochmals als Ü 40-Mann das Trikot der TSG Münster über?
Ja. Im Jahr 2018 musste die TSG Münster um den Klassenerhalt in der Oberliga zittern. Ich half in der Eichendorffhalle aus. Ich wohne nur 5 Minuten von der Spielstätte der TSG Münster entfernt, feierte ein erneutes und erfolgreiches Comeback. Ich war und bin immer noch fit.
Was ist handballerisch in der nächsten Zeit geplant?
Der Start meiner Trainer-Laufbahn. Beim Landesliga-Aufsteiger TGS Niederrodenbach übernehme ich als B-Lizenz-Inhaber zur neuen Saison das Traineramt. In Absprache mit meiner Frau will ich das ausprobieren. So richtig vom Handball kann ich nun mal nicht lassen! Ich hoffe natürlich, wir alle meistern die Corona-Pandemie und unser schöner Handballsport kann wieder in den Trainings- und Wettkampfbetrieb einsteigen.
Im Januar gehörten Sie zum Team „Luther & friends“, beim Abschiedsspiel von Daniel Luther. Wie erlebten Sie das Wiedersehen mit der Werner-Aßmann-Halle?
Die emotionale Rückkehr an meine einstige Wirkungsstätte. Das war Gänsehaut pur. Für Daniel Luther, für mich und alle im Team „Luther & friends“. Ich schüttelte vielen alten Freunden und Bekannten die Hand. Da lebte meine eigene Eisenacher Handballzeit noch einmal auf. Und Daniel Luther wurde nach über 20 Jahren im Trikot des ThSV Eisenach im großen Rahmen verabschiedet. Zu diesem Abschiedsspiel kamen nahezu 1.500 Zuschauer! Unglaublich! Das waren Emotionen pur!
Sie arbeiten im Möbelhaus Ihrer Schwiegereltern, der Hedegger GmbH & Co KG, wie Sie sagten als „Allrounder“. Skizzieren Sie uns bitte die Firma.
Unser Slogan: Maßgebend für alles, was wir tun, sind Leidenschaft und Verantwortung. Seit 1976 teilen wir ein gemeinsames Ziel: Wir wollen für jeden Kunden DAS Wohnkonzept entwickeln, das perfekt zu ihm passt. Das kann für den Einen die optimale Nutzung von Dachschrägen in urbanem Stil sein, für den Anderen ein begehbarer Kleiderschrank mit detailverliebter, romantischer Innenausstattung und für den Dritten eine puristische Schranklösung mit farbig lackierten Glasoberflächen und sensorgesteuerter Schubladenbeleuchtung. In allen Fällen jedoch, verknüpfen wir Funktionalität und Design und schaffen hochwertige Maßmöbel – Maßmöbel, die voll und ganz auf die persönliche Lebenssituation, die Bedürfnisse und den Geschmack des Kunden abgestimmt sind. Als familiengeführtes Unternehmen ist es uns wichtig, unseren Kunden auf persönlicher Ebene zu begegnen, ihre Wünsche zu verstehen und sie zu begleiten.

Th. Levknecht

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Eryk Kaluzinski (hockend hinter Daniel Luther) beim Abschiedsspiel im Januar für Daniel Luther.

Aus der Vita von Eryk Kaluzinski
– am 11. Juni 1977 in Krakau (Polen) geboren
– Vater Alfred war polnischer Nationalspieler und gewann bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal Bronze
– Wie sein Vater favorisierte Eryk die Rückennummer 13, die er auch beim ThSV Eisenach trug Vereine als Spieler
– bis 1995 KS Hutnik-Krakau
– 1995 bis 2000 TSV Ansbach
– 2000 bis 2006 TSG Münster
– 2006 bis 10/2007 TuSEM Essen
– 10/2007 bis 2008 Eintracht Hildesheim
– 2008 bis 2009 Leichlinger TV
– 2009 bis 2010 HSV Hannover
– 210 bis 2013 ThSV Eisenach
– 2013 bis 2016 TSG Münster Vereine als Trainer
– ab Saison 2020/2021 TGS Niederrodenbach

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