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Wir ließen zu viele hochkarätige Torchancen aus

Nachgefragt bei Jannis Schneibel (ThSV Eisenach) nach dem Pokalkrimi im Hessischen

Nach zweimaliger Verlängerung musste der ThSV Eisenach in der 1. DHB-Hauptrunde die Segel streichen. Beim Ligakonkurrenten TV Hüttenberg unterlagen die Wartburgstädter nach 80 Spielminuten hauchdünn mit 39:40.

Wir sprachen mit Eisenachs gerade das 22.Lebensjahr vollenden Spielgestalter Jannis Schneibel

Was für ein Handball-Krimi! Wie haben Sie ihn erlebt?
Es war ein echter Hitchcock, ein offener Schlagabtausch von zwei völlig gleichwertigen Teams. Wir haben Moral und Kampfgeist gezeigt. Im ersten Abschnitt stimmte unsere Abwehrleistung nicht, was 18 Gegentore belegen. Das ist nicht unser Anspruch. Das glücklichere, das bessere Ende, hatten die Hessen.

Für Jannis Schneibel stehen 8 Tore aus 11 Versuchen und drei technische Fehler…?
Beiden Teams unterliefen technische Fehler. Wir haben über die gesamte Spielzeit unser Angriffsspiel strukturiert und diszipliniert aufgezogen. Zu erwähnen ist, wir standen während der ersten Halbzeit 18 Minuten in Unterzahl auf dem Parkett. Das heißt, wir kassierten die meisten Gegentore in Unterzahl! Der Angriff war aus meiner Sicht nicht das Problem. Mit meiner eigenen Wurfquote, Ballgewinnen und Zuspielen bin ich insgesamt zufrieden. Allerdings, ich brachte unseren letzten Gegenstoß zum Ende der zweiten Verlängerung nicht am Schweizer Torhüter in Kasten der Hessen vorbei. Das wäre de 40:40-Ausgleich gewesen, dem das Siebenmeter-Werfen gefolgt wäre. In beiden Verlängerungen ließen wir vier Gegenstöße aus. Insgesamt brachten wir nahezu 20 freie Bälle nicht unter. Dieses Manko begleitete uns schon in der Vorsaison. Daran müssen wir arbeiten.

Die Referees verhängten 34 Strafminuten bis zur 51. Minute, schickten kurioserweise danach keinen Spieler mehr mit einer Zeitstrafe auf die Bank. War es ein überhartes Spiel?
Das würde ich nicht sagen. Es waren ein Pokalfight, ein sogenanntes k.o.-Spiel angesagt. Die vielen Zeitstrafen waren wohl mehr den von beiden Teams favorisierten offensiven Abwehrsystemen geschuldet: Hüttenberg mit einer 3:2:1 Variante, wir im aggressiven 5:1-Verbund. Die Spielleiter setzten auf eine ausgesprochen strenge Linie, wollten von Beginn keine Härte aufkommen lassen. Ihre Entscheidungen waren auf beiden Seiten hin und wieder überzogen. Manchmal stellten wir uns aber auch zu ungeschickt an.

Beim 30:32 knapp drei Minuten vor der Sirene der normalen Spielzeit schien Ihre Mannschaft auf der Siegerstraße, kassierte aber noch zwei Gegentreffer und musste in die Verlängerung?
Ja, wir hatten einen 29:30-Rückstand in eine 32:30-Führung umgewandelt. Ich hatte zwei Ballgewinne erzielt. Doch wir machten den Sack nicht zu. Sehr ärgerlich! Ende der ersten Verlängerung führte Hüttenberg mit zwei Treffern, wir egalisierten binnen weniger Sekunden. So ist das im Handball unserer Tage.

Was entschied in der 2. Verlängerung für den TV Hüttenberg und gegen den ThSV Eisenach?
In der Abwehr standen wir gut, doch wir ließen zu viele dicke Torchancen aus, warfen den Hüttenberger Keeper „berühmt“.

Bekommt das Selbstvertrauen Ihrer Mannschaft durch das Pokal-Aus eine Delle?
Nein. Absolut nicht. Wir wissen, wir können jeden in der Liga schlagen. In Hüttenberg sind wir – in der Gesamtheit betrachtet – wohl an uns selbst gescheitert. In der Rückrunde der Vorsaison, aber auch während der Vorbereitung in Vergleichen mit Erstbundesligisten, haben wir gezeigt, was wir draufhaben. Wir glauben an uns, sind überzeugt von unserer Art des Handballs.

Nun steht der Punktspielstart an. Der ThSV Eisenach reist am Samstag, 03.09.2022 zum TV Großwallstadt, empfängt eine Woche später, am 10.09.2022, die Eulen Ludwigshafen zum Heimspielauftakt…
In jedem Training spürbar, wir freuen uns, dass die Saison los geht. Hinter uns liegt eine gute Vorbereitung. Wir werden von Spiel zu Spiel denken. Als erstes steht die Auswärtsaufgabe TV Großwallstadt, die wir erfolgreich lösen wollen.

Th. Levknecht

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