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Wir rufen endlich unser Potential ab!

Nachgefragt bei Eisenachs Rückraumspieler Jonas Ulshöfer, nach dem Coup der Wartburgstädter am Sonntag beim Zwei-Städte-Team in der Grafschaft

Der ThSV Eisenach wartete am 2. Advent mit einer faustdicken Überraschung auf, siegte beim Erstbundesliga-Absteiger HSG Nordhorn-Lingen mit 27:26 (11:11). Ein Kempa-Treffer zwischen Adrian Wöhler und Jannis Schneibel ließ die Eisenacher in letzter Sekunde einen Doppelpunktgewinn bejubeln. Keinesfalls unverdient, wie Trainer Misha Kaufmann auch begründete:

Wir waren schon in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, nutzten unsere guten Torchancen nicht, gaben eine 11:9-Führung aus der Hand, sodass es beim Seitenwechsel 11:11 stand. Dabei war durchaus eine 14:10-Führung möglich. Nach dem Seitenwechsel sind wir über weite Strecken einem Rückstand hinterhergelaufen. Doch wir konnten uns steigern, was für unsere Qualität spricht und zum letztendlichen Doppelpunktgewinn führte.

Wir sprachen mit Eisenachs Rückraumspieler Jonas Ulshöfer, der nach überstandenem Kreuzbandriss ein wichtiger Faktor geworden ist, am Sonntag zwei Treffer markierte und die Abwehr der Hausherren mehrfach in helle Aufregung versetzte:

Sie sind inzwischen über die Joker-Rolle hinaus?
Meine Aufgaben sind klar definiert. Meine Einsatzzeiten erhöhen sich kontinuierlich, um meine ganz speziellen Stärken auszuspielen. Ich übernehme immer mehr Verantwortung, spüre das Vertrauen unseres Trainers. Ich soll auf Rückraum Mitte oder Rückraum links die Mannschaft mit führen, auch beim 7 gegen 6 oder in Unterzahl.

Der ThSV Eisenach hat Mitte Oktober den Trainer gewechselt. Was hat sich seit der Amtsübernahme von Misha Kaufmann verändert?
Unsere Abwehr hat sich grundhaft verändert. Die Spieler spüren das Vertrauen des Trainers. Wir setzen dessen Vorgaben erfolgreich um. Die Einstellung aller hat sich deutlich in positiver Richtung verändert. Wir haben verinnerlicht, jedes Spiel gewinnen zu können. Auch das in der EmslandArena bei der HSG Nordhorn-Lingen. Unser gesamtes Konzept wurde neu aufgestellt. Na klar, wir haben noch Reserven, haben noch Luft nach oben. Je besser wir das Konzept unseres Trainers umsetzen, umso erfolgreicher werden wir spielen.

Was waren die letztendlich ausschlaggebenden Faktoren für den Sieg bei der HSG Nordhorn-Lingen?
Unser unbedingter Siegeswille, der Glauben an uns selbst auch bei Rückständen. Wir sind im zweiten Abschnitt lange 2- oder sogar 3-Tore-Rückständen hinterhergelaufen, agierten aber nicht kopflos, spielten besonnen weiter, erhöhten in der 57. Minute unser Feuer. Wir wollten die Partie für uns drehen. Ein Kempa-Treffer zum Sieg spricht für unser Selbstbewusstsein!

Ihre Mannschaft verbuchte zuletzt 9:3 Punkte, die Formkurve zeigt nach oben. Gibt es dafür ein Rezept?
Über diese Punkteausbeute aus den letzten sechs Spielen freuen wir uns natürlich sehr. Es ist zu sehen, alles greift immer besser ineinander. Was wir trainieren, rufen wir dann auch im Wettkampf ab. Ja, wir rufen endlich unser Potential ab.

Am Samstag kommt der ASV Hamm-Westfalen, ein Team aus dem Spitzenfeld…
Wir gehen in die Partie, um zwei weitere Punkte einzufahren. Was anderes steht nicht zur Debatte. Wir wollen auf der Erfolgswelle weiterschwimmen. Bis ins neue Jahr!

Th. Levknecht

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