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71. Wartburgfest des Wingolfsbundes

Der christliche Wingolfsbund feiert vom 17. bis 20. Mai 2007 sein traditionelles Wartburgfest in Eisenach und nimmt dankbar die Gastfreundschaft der Stadt und der Bevölkerung an. Nicht erfreut ist der Wingolf über die Tatsache, dass am selben Wochenende eine NPD-Veranstaltung die ungetrübte Festfreude vergällen könnte.

„Wingolf und Nationalismus oder gar Rechtsextremismus – das passt nicht zusammen“, erläutert Wilhelm G. Neusel, Pressesprecher und Mitglied des Vorstands des Verbandes Alter Wingolfiten (VAW). Eine christliche Studentenverbindung orientiere sich an anderen Werten und unterscheide sich daher auch sehr deutlich von anderen Korporationen. Besonders in der Deutschen Burschenschaft (DB) sei das nationale Prinzip sehr ausgeprägt. Leider müsse man feststellen, dass in der öffentlichen Wahrnehmung auch alle anderen studentischen Korporationsverbände undifferenziert in die Nähe des Nationalismus gerückt werden. „Dabei wollen wir der DB nicht rechtsextreme Tendenzen unterstellen“, ergänzt Andreas Markurth, stellvertretender VAW-Vorsitzender, aber man wolle doch klar eine Unterscheidung herausstellen. Der Wingolfsbund sei supra-national europäisch ausgerichtet mit Mitgliedsverbindungen in Estland und Österreich sowie einem Freundschaftsabkommen mit dem Falkensteinerbund in der Schweiz – „und das lange, bevor man auf politischer Ebene über eine europäische Einigung nachdachte.“

„Wir sind gerne hier“, bedankten sich die Wingolfsvertreter bei der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft für die freundliche Aufnahme in der Wartburgstadt und riefen noch einmal die besonderen Beziehungen in Erinnerung, die sich auch in dem Engagement bei der Wiederherstellung der Treppenanlage beim Wingolfsdenkmal am Pfarrberg gezeigt habe. „Wir schätzen auch sehr, dass sich die Stadtverwaltung um eine Verhinderung des NPD-Treffens bemüht hat, und ebenso, dass wir alle Fragen offen und freundschaftlich miteinander besprechen können“, lobten Markurth und Neusel das Engagement der Stadtverwaltung und insbesondere auch des Presseamtes, mit dem es bereits seit Jahren eine angenehme, vertrauensvolle und reibungslose Zusammenarbeit gebe. Der Wingolf selbst will während seines Wartburgfestes mit einer Aufklärungskampagne die Eisenacher Bevölkerung darüber informieren, dass es zwischen ihm und nationalistischen oder gar extremistischen – rechts wie links – politischen Gruppierungen keinerlei Zusammenhänge gebe und man sich im Gegenteil ausdrücklich davon distanziere: „Unsere Zukunft liegt in einem freiheitlich-demokratischen Europa und nicht in einem braunen Sumpf.“ Ansonsten freue man sich auf den Aufenthalt in Eisenach, der für die Gremien des Wingolfsbundes und des VAW auch mit etlichem Arbeitsaufwand verbunden sei, und hoffe auf friedliche Tage sowie gute Gespräche mit den Vertretern der Stadt und den Eisenacher Bürgern.

Im Rahmen des Wartburgfestes finden auch Veranstaltungen statt, zu denen die Eisenacher Bürger herzlich eingeladen sind. Am Freitag, 18. Mai, findet um 15 Uhr der Festgottesdienst in der Georgenkirche statt, mit dessen Kollekten in den vergangenen Jahren ein mit insgesamt ca. 5000,00 € zwar bescheidener, aber doch regelmäßiger Beitrag zur Renovierung der Kirche bzw. zur Unterstützung der Gemeindearbeit geleistet wurde. Anschließend trifft man sich zum Totengedenken am Wingolfsdenkmal. Einen besonderen Genuss verspricht das öffentliche Orgel- und Trompetenkonzert am Samstag um 16 Uhr, ebenfalls in der Georgenkirche. Es spielen Herfried Mencke, Propsteikantor für Oberhessen (Orgel) und Johannes Schmitt.

Rainer Beichler | | Quelle:

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