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Das marxistische Bild von der Reformation und
seine Veränderungen mit dem Wandel der DDR

Mit dem christlichen Glauben hatte die Führung der DDR nicht viel im Sinn. Andererseits hat er seine Spuren in der Geschichte und Kultur des Landes hinterlassen. Was tun mit einem Mann wie dem Pfarrer und Theologieprofessor Dr. Martin Luther? Was sollten etwa die Kinder in der Schule über ihn und die Reformation lernen, die zu den großen historischen Ereignissen der Neuzeit gehört?

Wegen seiner Bibelübersetzung wurde Luther als «Schöpfer der deutschen Schriftsprache» anerkannt. Er wurde kritisiert, weil er nur die Kirche reformieren wollte, statt die Gesellschaft zu revolutionieren. Sein Zeitgenosse Thomas Müntzer wurde als Revolutionär dargestellt und über Luther gesetzt. Diese Distanz zu Luther hielt die SED in Wissenschaft und Schule lange durch.

Viele Bürger, nicht zuletzt SED-Genossen, mögen sich gewundert haben, als die DDR-Führung zum 500. Geburtstag Martin Luthers im Jahr 1983 ein eigenes Jubiläumsprogramm auflegte und es mit dem kirchlichen Gedenken verknüpfte. Was bewog die DDR-Führung dazu und welche gedanklichen Wendungen musste sie vollziehen, um das den eigenen Genossen verständlich zu machen? Diesen und anderen Fragen geht der zweite Vortrag nach, der im Rahmen des neu gegründeten «Nikolaikollegs» in Eisenach stattfindet.

Referent ist der emeritierte Kirchenhistoriker und Pfarrer Prof. Dr. Ernst Koch aus Leipzig, der in den siebziger Jahren das Predigerseminar der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Eisenach geleitet hat.

Zum Nikolaikolleg:
Das Nikolaikolleg ist eine Bildungsveranstaltung des Nikolaizentrums zusammen mit der Evangelischen Erwachsenenbildung Thüringens zu kirchlichen, ethischen und gesellschaftlichen Themen. Jeden 3. Dienstag im Monat von 10 – 12 Uhr: Vortrag mit Gespräch und Teepause für alle Eisenacher und Gäste in der Kapelle des Diakonissenmutterhauses, Karlsplatz 27.

Der Verein Nikolaizentrum e.V. wurde im September 2010 als geistlich- diakonisches Zentrum innerhalb der Reformationsdekade gegründet in gemeinsamer Trägerschaft der Ev.-Luth. Diakonissenhaus-Stiftung, der Kirchgemeinde und des Kirchenkreises Eisenach-Gerstungen.

Weitere Themen und Fragestellungen des Nikolaikollegs in diesem Jahr:
■ 16.4. mit Prof. Gerhard Reiter zur ökonomischen Glücksforschung;
■ 21.5. mit Dr. Aribert Rothe zum biblischen Menschenbild im Grundgesetz;
■ 18.6. mit Sergej Lochthofen zu seinem Buch «Schwarzes Eis»

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