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Keine Preiserhöhung bei der Bahn ohne mehr Service

Pünktlich zum Fahrplanwechsel im Dezember erhöht die Bahn – wieder einmal – die Fahrpreise. Sie sollen um 2,7 % im Regionalverkehr und 3,9 % im Fernverkehr steigen.

Gisela Rexrodt, die Sprecherin des bündnisgrünen Regionalverbandes Eisenach und Wartburgkreis führt dazu aus: „Wenn man wenigstens das Gefühl haben könnte, dass sich bei der Bahn irgendetwas verbessert, könnten sie die Preise im Rahmen der allgemeinen Teuerung vielleicht erhöhen. Aber es verbessert sich nicht nur gefühlt, sondern real absolut nichts, im Gegenteil. Die Fakten sprechen für sich: Taktungen auf Neben- und Hauptstrecken werden immer mehr gekürzt, anhaltende Probleme bei der ICE-Flotte, verspätete und überfüllte Züge am letzten Wochenende, als ob die Bahn vergessen hat, sich die Ferientermine einzugetragen.“

Carsten Meyer, Mitglied des Landtages und täglicher Bahnnutzer ergänzt: „Im Sinne des Klimaschutzes fordern wir eine nachhaltige Klimapolitik gerade auch von der Bahn. Doch der Staatskonzern handelt dem entgegen: Linien werden ausgedünnt, Fahrpreise systematisch erhöht, dafür der Service verringert: Die Servicewüste breitet sich weiter aus.“ Wurden bisher die Kundinnen und Kunden auf die Automaten gelenkt durch einige Vergünstigungen, streicht die Bahn diese Vergünstigungen wieder. „Fehlende und/oder defekte und/oder veraltete Züge, uralte Güterverkehrszüge, mangelhafter Service, Linienstreichungen und Stellenstreichungen: Dies ist nur durch systematisches Missmanagement der Bahn erklärbar, das von den jeweiligen Bundes- und Landesverkehrsministern gedeckt oder geduldet wird.“

Es ist verständlich, dass auch bei der Bahn höhere Kosten anfallen, die es auszugleichen gilt. „Wenn bei steigenden Preisen jedoch der Service immer und immer wieder auf der Strecke bleibt, kommt das einem Betrug am Kunden gleich“, so Gisela Rexrodt.

„Unser Ziel bleibt es, in Thüringen verkehrspolitische Maßstäbe für die bundesweite Diskussion zu setzen. Gerade im ÖPNV gibt es ungeahnte Möglichkeiten und jede Menge ungenutzte Ressourcen. Die Träger des Öffentlichen Verkehrs verschenken einen großen Teil ihrer Systemvorteile und bedingen somit fast zwangsläufig den zunehmenden Individualverkehr. Dem wollen und müssen wir entgegensteuern, und zwar nicht nur wegen des Klimaschutzes“, sagt Carsten Meyer abschließend.

Rainer Beichler | | Quelle: ,

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