Möglicher Wolfsangriff ist ein hausgemachtes Problem

Möglicher Wolfsangriff ist ein hausgemachtes Problem

Zu dem möglichen Wolfsangriff (der genetische Nachweis steht noch aus) auf einen Mann in Brandenburg erklärt der Landtagsabgeordnete Martin Henkel (CDU):

Unabhängig davon, ob es sich bei dem Vorfall in Brandenburg um eine Wolfsattacke handelt oder nicht, besteht längst dringender Handlungsbedarf. Die ungehinderte und unkontrollierte Ausbreitung des Wolfes in großen Teilen Deutschlands führt zwangsläufig zu sich verschärfenden Konflikten und Gefahrensituationen. Dies belegen die zahlreichen Risse in der Rhön, aber auch zwischen Gotha und Arnstadt, die seit letztem Jahr deutlich an Intensität zugenommen haben.

Eine Bejagung des Wolfes habe ich in den letzten zwei Jahren bereits mehrfach gefordert. Diese ist für eine Kontrolle der Wolfspopulation unabdingbar. Die Bejagung würde auch dazu beitragen, dass Wölfe die Nähe des Menschen meiden. Die dokumentierten Vorfälle in Ortslagen zeigen doch, dass zumindest einigen Wölfen die nötige Scheu fehlt, weil sie bislang nichts zu befürchten haben. Das gilt erst recht für Wolfshybriden, deren schon aus Gründen des Artenschutzes dringend gebotene Bejagung in Thüringen jedoch bisher nur unzureichend erfolgte.

Der rot-rot-grünen Thüringer Landesregierung ist im Wolfsmanagement Versagen, Tatenlosigkeit und fehlendes Verantwortungsbewusstsein auf ganzer Linie vorzuwerfen. Probleme mit Wölfen werden von Umweltminister Stengele (Grüne) und von Umweltstaatssekretär Vogel (Grüne) entweder geleugnet, kleingeredet oder verschleppt. Die Landesregierung schöpft aus ideologischen Gründen und aus falsch verstandenem Artenschutz ihre Möglichkeiten zum Schutz von Mensch und Tier nicht aus. Die Vorschläge von Bundesumweltministerin Steffi Lemke zur leichteren Wolfsbejagung im unmittelbaren Umfeld von Rissen kann nur ein erster Schritt sein.

Als Vorbild können hingegen die Regelungen in Schweden dienen. Dort kennt man zwei Arten der Wolfsbejagung: Erstens die Jagd auf Einzeltiere nach Nutztierrissen und zur Abwehr weiterer Rissattacken sowie zweitens die Lizenzjagd, bei der eine festgelegte Anzahl von Wölfen zum Abschuss freigegeben wird. Die Erfahrung in Schweden zeigt übrigens, dass Wölfe jene Gebiete verlassen, in denen sie bejagt werden.

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