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Taktisch klug, menschlich unklug

«Ein linkes Ding», wohl jeder kennt diesen Ausdruck und wohl jeder verbindet damit eine Erfahrung aus dem ganz persönlichen Bereich. Schaut man sich jedoch einmal die jüngste Eisenacher Stadtratswahl an, so verkommt das «linke Ding» schon nahezu zu einem Wortspiel. Denn es ist schon eine sonderbare Angelegenheit, welche sich da am gestrigen Abend und heutigen Mittag auf den Bildschirmen und Leinwänden der Wahlpartys und der Lokalredaktionen abgespielt hat.

Ganze 9 056 Stimmen konnte Eisenachs Oberbürgermeisterin, Katja Wolf (Linke), auf sich vereinigen. Damit trägt sie ganze 60% des Anteils auf ihrer Liste und ist, unumstritten, die beliebteste Kommunalpolitikerin in der Wartburgstadt. Doch muss an dieser Stelle die Frage gestellt werden, was ihr denn jene 60% ganz persönlich bringen – abgesehen von der Bestätigung ihrer Popularität.
Denn in den Stadtrat selber kann Wolf als Oberbürgermeisterin, die jenem vorsitzt und vom Rat kontrolliert werden soll, gar nicht gewählt werden.

Viel mehr war es ein, zugegeben kluger, taktischer Zug der Linken, als sie Wolf zu ihrer Spitzenkandidatin machten. Dass sie damit auch die Stimmen von Wählern anderer Parteien ziehen wird, schien von vornherein klar.
Und deswegen muss an dieser Stelle gefragt werden, inwiefern sich eben jenes Verhalten mit dem künftigen Wohl der Stadt vereinen lässt. Denn dieses begründet sich nun einmal in einem Miteinander der politischen Parteien im Stadtrat. Und zu jenem Miteinander passt eben eine solche Farce nicht.
Denn Kommunalwahlen sind und bleiben Personenwahlen.
Wenn auf dem Wahlzettel aber eine Person steht, die ja eigentlich gar nicht in den Rat kann, so ist das wirklich ein «linkes Ding», welches vor allem bei den Mitbewerbern sauer aufstieß.

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