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Kripo klärt Tod der Leiche von Lengröden auf

Wie Staatsanwaltschaft Kassel und Polizeipräsidium Nordhessen aus ermittlungstaktischen Gründen erst jetzt mitteilen können, hat die Kripo Kassel in den vergangenen Tagen drei Personen festgenommen, die in dringendem Tatverdacht stehen, im Juli 2003 einen damals 29-jährigen Grebensteiner getötet zu haben. Die drei Tatverdächtigen, ein 41-jähriger Grebensteiner, seine 37-jährige Frau, sowie ein 32-jähriger Kasseler, sind am vergangenen Montag bzw. Dienstag festgenommen worden und befinden sich in Untersuchungshaft.

Im Juli 2003 Jahres war eine bereits stark skelettierte männliche Leiche auf einem Parkplatz bei Lengröden Nähe Eisenach aufgefunden worden. Im Rahmen der Ermittlungen ergab sich ein möglicher Zusammenhang zu dem seit März 2005 von Angehörigen vermisst gemeldeten 29-Jährigen. Eine DNA-Untersuchung erbrachte schließlich das eindeutige Ergebnis, dass es sich bei der aufgefundenen Person tatsächlich um den Grebensteiner handelte.

Im Laufe des mit großem Personalansatz intensiv betriebenen Ermittlungsverfahrens, bei der eine gemeinsame Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizeien Kassel und Eisenach gebildet wurde, erhärtete sich der Tatverdacht gegen die drei festgenommenen Personen. Vermutlich haben sie das Opfer über einen längeren Zeitraum im Wohnhaus des 41-Jährigen gefangen gehalten, um die für den 29-Jährigen bestimmten Sozialleistungen einstreichen zu können. Dabei soll das Opfer extrem misshandelt worden sein: Unter anderem habe man ihm über längere Zeit die Nahrung entzogen.

Wenige Tage vor seinem Tod ist er vermutlich noch einmal ganz erheblich misshandelt worden. Schließlich sollte das Opfer irgendwo hinter Eisenach ausgesetzt werden. Der Mann soll aber dann bereits im Fahrzeug verstorben und im Bereich des Parkplatzes bei Lengröden abgelegt worden sein.
Das Amtsgericht Mühlhausen hatte auf Antrag der dortigen Staatsanwaltschaft am 8. Dezember 2005 Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Totschlags gegen die drei Tatverdächtigen erlassen, der am 12. Dezember 2005 gegen den 32-Jährigen und am 13. Dezember 2005 gegen das Ehepaar vollstreckt wurde.
An dem Ermittlungsverfahren und bei den Festnahmen waren neben dem maßgeblich beteiligten Kasseler Kommissariat K 11 und der Kriminalpolizeistation Eisenach auch die Landeskriminalämter Hessens und Thüringens involviert sowie Spezialeinheiten aus Kassel und Erfurt im Einsatz.

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Mühlhausen und nach Bewertung der bisher bekannten im Raum Kassel angesiedelten Tatschwerpunkte das Ermittlungsverfahren übernommen.

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