Thüringen unterstützt Waldbesitzende weiter bei der Bewältigung der Waldschäden und bei Wiederbewaldung

Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) hat das „Thüringer Landesprogramm zur Bewältigung der Folgen von Extremwetterereignissen im Wald“ novelliert und verlängert die Laufzeit bis Ende 2025. Mit dem Landesprogramm werden insbesondere kleine Forstbetriebe mit bis zu 20 Hektar Waldfläche in Thüringen unterstützt. Durch die Neufassung werden die Förderkonditionen erhöht, um Schäden effektiver zu beseitigen, Waldflächen zu bepflanzen und die Arbeit der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse verbessern zu können. Zudem werden bürokratische Hürden abgebaut. „Mit dem neugefassten Landesprogramm erhalten die Waldbesitzenden in Thüringen mehr Planungssicherheit, um ihre Waldflächen klimastabil aufzuforsten“, so Forststaatssekretär Torsten Weil. Das neugefasste Landesprogramm gilt ab 21. Juli 2023.

Die Thüringer Wälder sind auch im Jahr 2023 von den Folgen der klimawandelbedingten Extremwetterereignisse stark betroffen. Im ersten Halbjahr 2023 fiel über alle Baumarten eine Gesamtmenge von 2,4 Mio. Festmetern Schadholz an.

Die Landesregierung reagierte 2019 frühzeitig auf die eintretenden Waldschäden durch Stürme, Trockenheit und Schädlinge. Gemeinsam mit den Verbänden der Waldbesitzenden wurde ein ergänzendes Landesprogramm zur Bundes- und EU-Förderung abgestimmt und entwickelt. Private und kommunale Waldbesitzende werden seitdem zusätzlich mit Landesmitteln finanziell unterstützt, Schäden zu beseitigen, Personal aufzustocken, wiederaufzuforsten und Gefahren durch Bruchholz für Waldbesuchende einzudämmen. Aufgrund der weiterhin großen Waldschäden und gestiegener Preise war es nun notwendig, die Förderkonditionen zu überarbeiten.

„Schäden beseitigen und Wiederbewaldung sind personalintensiv und teuer. Gerade kleine Waldbesitzende stoßen an ihre wirtschaftlichen Grenzen, um die großen Herausforderungen im Wald meistern zu können. Das Land ist jedoch auf die Waldbesitzenden angewiesen, um den Wald großflächig und nachhaltig mit klimaresilienten Laub- und Mischbeständen umzubauen“, so der Staatssekretär. In Thüringen bewirtschaften etwa 180.000 Waldbesitzende, hauptsächlich im Klein- und Kleinstbesitz, ca. 40 Prozent der heimischen Waldfläche.

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Mit der Neufassung des Landesprogramms wird die Förderung zur Instandsetzung von Wegen erweitert. Zudem wird der Förderbetrag erhöht, um Spezialsoftware anzuschaffen, mit der in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen die Mitgliedsflächen digital erfassen und betreuen lassen. Die Förderung von Personalkosten für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und Kommunen zur Gefahrenabwehr durch Bruchholz wird fortgesetzt. Damit Förderanträge einfacher gestellt und schneller bearbeitet werden können, wird Bürokratie abgebaut.

Durch die Verlängerung der Laufzeit des Förderprogramms bis zum 31. Dezember 2025 erhalten die Waldbesitzenden Planungssicherheit auch für komplexe Vorhaben. Staatssekretär Weil betont: „Uns ist die Waldrettung wichtiger als politische Planspiele der Bundesregierung. Indem wir das Thüringer Landesprogramm bis Ende 2025 trotz der vom Bund fahrlässig geplanten GAK-Mittelkürzung fortführen, geben wir den Waldbesitzenden Planungssicherheit. Es ist ein deutliches Signal der Landesregierung an die Thüringer Waldbesitzenden, dass wir ihre wichtige Arbeit wertschätzen und sie weiter unterstützen.“

Mit dem Thüringer Landesprogramm wurden seit dem Jahr 2020 Fördermittel im Umfang von insgesamt 8,8 Mio. Euro ausgezahlt. Auch am Gesamtförderbudget des Jahres 2023 in Höhe von 23 Mio. Euro hat das „Thüringer Landesprogramm“ mit 7,0 Mio. Euro einen erheblichen Anteil.

Die Bediensteten der Forstämter der Landesforstanstalt stehen den Waldbesitzenden als Ansprechpartner gern zur Verfügung.

Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
Referat M3 | Presse, Öffentlichkeitsarbeit