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DRK-Blutspendedienst bremst die Erwartungen für künstliches Blut

Die Meldung liest sich, als stamme sie aus einem Science-Fiction Roman. «Kanadische Forscher verwandeln Haut zu Blut», titelten die Nachrichtenagenturen und nehmen damit Bezug auf die Forschungsergebnisse des kanadischen Forscherteams um Mick Bhatia von der McMaster University in Hamilton (Ontario). Diesem gelang es jüngst, aus menschlichen Hautzellen Blutzellen herzustellen, ohne dabei auf Stammzellen zurückzugreifen.

Wird dieses «künstliche Blut» in absehbarer Zeit einsatzfähig sein und dadurch die normale Blutspende überflüssig machen? Dazu Prof. Dr. Thomas Müller, ärztlicher Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes NSTOB: «Was den kanadischen Kollegen dort gelungen ist, kann man sicherlich als besondere wissenschaftliche Leistung betrachten, wenn sich das Verfahren auch in anderen Händen als praktikabel erweist. Aber wie bei fast allen großen Entdeckungen wird sich ihr praktischer Nutzen vermutlich erst nach Jahren zeigen. Bis zur «Marktreife» der künstlichen Blutzellgewinnung ist und bleibt die normale Blutspende die einzige Möglichkeit, die Versorgung der Patienten in den Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen sicherzustellen.»

Der DRK-Blutspendedienst NSTOB benötigt allein für die Versorgung der Patienten in Niedersachen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen täglich rund 3400 Blutspenden. «Selbst wenn die Verfahren zur künstlichen Blutherstellung irgendwann ausgereift sind, steht doch zu bezweifeln, dass die benötigten Blutmengen bei Notfällen so kurzfristig wie vom Spender als Empfänger erforderlich und in ausreichendem Umfang hergestellt werden können. Insbesondere dann, wenn auch noch die Kostenkomponente mit ins Spiel kommt», so Müller weiter.

Der Transfusionsmedizin wird, zumindest in absehbarer Zeit, noch kein künstliches Blut zur Verfügung stehen. Da der Bedarf an Blut zum Beispiel durch die gestiegene Lebenserwartung, neue Operationstechniken und Behandlungsmethoden aber kontinuierlich zu nimmt, ruft der DRK-Blutspendedienst NSTOB alle gesunden Erwachsenen auf, die angebotenen Blutspendetermine wahrzunehmen.

Grundsätzlich kann jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren Blut spenden. Blutspenden ab einem Alter von 69 Jahren sind nach individueller Entscheidung der Ärzte des DRK-Blutspendedienstes NSTOB auch möglich. Frauen können viermal, Männer sogar sechsmal innerhalb von 12 Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden muss ein Abstand von mindestens 8 Wochen liegen. Mitbringen sollten die Blutspender/innen ihren Unfallhilfe- und Blutspenderpass, bei Erstspendern reicht ein amtlicher Lichtbildausweis.

Detaillierte Informationen zur Blutspende sowie zu den aktuellen Blutspendeterminen sind auch unter der kostenlosen Spender-Hotline 0800-1194911 oder im Internet unter der Adresse www.blutspende-nstob.de abrufbar.

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