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Verleihung der Thüringer Rose 2011

Die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD), zeichnete am 19. November 2011 elf Thüringerinnen und Thüringer für ihr bürgerschaftliches Engagement mit der «Thüringer Rose» aus. Mit dieser Medaille werden Menschen geehrt, die sich in langjähriger gemeinnütziger und überdurchschnittlicher Weise für Schwächere engagieren.
Die Thüringer Rose ist ein Zeichen der Würdigung, das an die Heilige Elisabeth erinnert. Diese kam im Jahr 1211 – vor 800 Jahren – als Vierjährige nach Thüringen. Später setzte sie sich als Thüringer Landgräfin besonders für Arme und Kranke ein. Deshalb findet die Verleihung der «Thüringer Rose» traditionell am 19. November, dem Tag der Heiligen Elisabeth, auf der Wartburg bei Eisenach statt.

Sozialministerin Heike Taubert sagte: «Barmherzigkeit und Nächstenliebe sind nicht selbstverständlich und trotzdem vielen Menschen vertraut. Viele Thüringerinnen und Thüringer engagieren sich uneigennützig. Sie geben ab von ihrer Zeit, ihrem Geld, ihren Talenten, ohne auf Gegenleistung aus zu sein. Sie helfen gern, weil sie den Mitmenschen in seiner Not und Bedürftigkeit sehen. Die Thüringer Rose will denjenigen Respekt und die Anerkennung erweisen, die sich aufopferungsvoll für andere Menschen einsetzen. Die Auszeichnung will aber auch andere dazu ermutigen, sich sozial zu engagieren.»

In diesem Jahr werden folgende Thüringerinnen und Thüringer geehrt:

Adelheid Bäger (58 Jahre, Eisenberg) engagiert sich auf vielfältige Weise in verschiedenen Vereinen und Stiftungen. 1996 Jahr gründete sie den «Wendepunkt e.V.» mit, der auf den Gebieten der Suchtkranken- und Jugendhilfe arbeitet. Anfangs war sie als Beraterin tätig, seit 5 Jahren lenkt sie den Verein nun als Vorsitzende. Weiterhin engagiert sich Adelheid Bäger im «Alternative e.V.», einem Verein zur Förderung der Bildung und Erziehung sowie der öffentlichen Gesundheitspflege. Zudem ist sie als Gründungs- und Vorstandsmitglied in der Stiftung «Wendepunkt-Alternative e.V.» tätig. Seit 2010 ist Adelheid Bäger auch im Vorstand der Diakonischen Förder-Stiftung «Geschwister-Scholl» Bad Köstritz. Dieses Zentrum mit heilpädagogischen Angeboten unterstützt Jugendliche, die familiäre, emotionale und psychosoziale Probleme haben.

Ilse Böttinger (75 Jahre, Ruhla) ist Expertin für Kräuterkunde. Sie bietet ehrenamtlich Kräuterwanderungen für Kinder, Erwachsene und Besuchergruppen an, um Interessantes und Wissenswertes über Tees, Salben, Kräutergetränke und das Würzen von Speisen weiterzugeben. Zudem veröffentlichte sie zahlreiche Artikel zum Thema in der Zeitung. Ilse Böttinger ist auch aktives Mitglied der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Ruhla. Besuche bei hilfsbedürftigen Menschen und im Seniorenheim sind für sie selbstverständlich. Sie hat immer ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte anderer und spendet Trost und Zuversicht. Sie hilft im Haushalt oder kauft ein, wenn sich jemand nicht mehr allein versorgen kann.

Anita Diener (60 Jahre, Oßmannstedt) setzt sich leidenschaftlich für die Rechte und die Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung ein. Sie ist Sprecherin des Landesverbandes Poliomyelitis Thüringen. In dieser Funktion organisiert sie unter anderem den jährlich stattfindenden Polio-Tag Thüringen. Anlässlich des 10. Polio-Tages hat sie eine Ausstellung unter dem Titel «polio kreativ» initiiert. Diese zeigte Werke von Künstlern, die mit den Spätfolgen von Poliomyelitis leben. Mittlerweile tourt diese Ausstellung als Wanderausstellung durch ganz Deutschland, betreut von Anita Diener als ehrenamtlicher Kuratorin. Dafür opfert sie einen Großteil ihres Jahresurlaubs. Weiterhin engagiert sie sich als Sprecherin der Selbsthilfegruppe «Poliomyelitis» in Weimar und Umgebung und arbeitet seit zehn Jahren als Pressesprecherin des Behindertenbeirats des Kreises Weimarer Land.

Helga Hammer (Zeulenroda-Triebes) engagiert sich in uneigennütziger Weise für die Schwächeren in unserer Gesellschaft. Seit vielen Jahren bringt sie sich als Vorsitzende in die Arbeit der Selbsthilfegruppe Herzinfarkt Zeulenroda ein. Ihr ist wichtig, dass Menschen trotz einer lebensbedrohlichen Erkrankung wieder Lebensqualität und Lebensfreude finden. Helga Hammer organisiert neben sportlichen Aktivitäten auch die monatliche Zusammenkunft der Gruppe mit Vorträgen, Diskussionen und geselligen Stunden. Außerdem regte sie Urlaubsfahrten für Krebskranke an. Trotz einer schweren Erkrankung im Jahr 2010 ließ ihr ehrenamtliches Engagement nicht nach.

Egon Haupt (Oberbösa) liegen die Selbstbestimmung und Würde von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft besonders am Herzen. Er engagiert sich in verschiedenen Vereinen und Organisationen, um eine Verbesserung der behindertenpolitischen Situation in Deutschland zu erzielen. Besonders hervorzuheben ist seine Arbeit in den Selbsthilfegruppen. Seit 2005 ist er Vorsitzender des Kreisbehindertenverbandes im Kyffhäuserkreis. Im darauffolgenden Jahr gründete Egon Haupt die Patientenvertretung Thüringen, in der er immer noch tätig ist. Außerdem ist er Vertreter im Berufungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung und Vorstandsmitglied des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland.

Christa Hinkeldein (77 Jahre, Erfurt) setzt sich seit vielen Jahren mit Selbsthingabe im sozialen Bereich ein. Sie ist seit 16 Jahren Mitglied des Schutzbundes der Senioren. Im Rahmen der Vereinstätigkeit übernimmt sie verschiedene Tätigkeiten, die das Leben älterer Menschen erleichtern und bereichern. Sie besucht Kranke und berät bei Pflege- und Kuranträgen. Christa Hinkeldein organisiert verschiedene Feste sowie Ausflüge, Wanderungen und Vorträge. Außerdem ist sie die Interessenvertreterin der Selbsthilfegruppe Arthrose-Senioren bei der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) in Erfurt. Zusätzlich unterstützt sie unter anderem die Seniorengymnastik beim Schutzbund sowie die Wassergymnastik bei der Rheumaliga.

Waltraud Hippel (77 Jahre, Ilmenau) gründete 1993 den Verein «Treffpunkt Regenbogen e.V.» und leitet diesen seit 14 Jahren als Vorstandsvorsitzende. Sie organisiert und initiiert Projekte, steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung und nimmt für den Verein Außentermine wahr. Der Verein kümmert sich um Projekte wie das Mehrgenerationenhaus, die Familienberatung und -betreuung sowie zahlreiche Jugendprojekte. Waltraud Hippel schafft es immer wieder, besonders Frauen aus ihrer Isolation zu holen und für die Mitarbeit im Verein zu begeistern. Sie leitet einen Gesprächskreis «Frauen in der Mitte des Lebens», organisiert einen monatlichen Stammtisch «Frauenpolitische Gespräche» und führt regelmäßig Kreativkurse für Frauen durch. Zudem ist sie als ehrenamtliche Schiedsrichterin im Jugendsport tätig.

Barbara Petsch (46 Jahre, Apolda) sind Achtung, Verständnis und Unterstützung für Familien mit behinderten Angehörigen zur Lebensaufgabe geworden. Sie selbst hat einen behinderten Sohn, den sie trotz Berufstätigkeit betreut. 1990 war sie Mitinitiatorin der Lebenshilfe im Kreis Apolda und engagiert sich seit 12 Jahren im Vorstand. Sie gründete die Selbsthilfegruppe «Eltern für Eltern», die in der integrativen Kindertageseinrichtung in Apolda unter ihrer Leitung arbeitet. Barbara Petsch ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Behindertenbeirats im Landkreis Weimarer Land. Von 2001 bis 2006 war sie ehrenamtlich in der Landeselternvertretung, Bereich Förderschulen, aktiv.

Helga Peter (Worbis) ist seit über 12 Jahren in der Hospizgruppe Worbis/Leinefelde tätig. Außerdem besucht sie jeden Montag alleinstehende Menschen im Pflegeheim St. Josef und im Demenzheim St. Elisabeth in Breitenworbis und schenkt ihnen Zuneigung und Aufmerksamkeit. Es ist ihr ein Bedürfnis, Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten und ihnen Halt zu geben. Helga Peter besucht regelmäßig Seminare, um sich rund um die Themen Trauerarbeit und Sterbehilfe weiterzubilden. Eine große Unterstützung ist sie auch bei Sommerfesten, Benefizveranstaltungen und Trauergottesdiensten in ihrer Heimatgemeinde.

Heide Schödl (Sondershausen) arbeitet seit der Wende ehrenamtlich und zuverlässig in ihrer Gemeinde und unterstützt liebevoll die alten und kranken Menschen im Ort. Sie übernimmt zahlreiche Aufgaben, die viel Zeit und Kraft fordern. Sie gründete einen Seniorenkreis, der unter ihrer Leitung regelmäßig zusammenkommt. Außerdem schreibt Heide Schödl das monatliche Kirchenblatt, arbeitet das Archiv auf, führt die Ortschronik und die Kirchenbücher. Aufgrund ihrer liebenswerten und bescheidenen Art ist sie sehr bekannt. Hilfebedürftigen Menschen steht sie immer mit einem offenen Ohr und einem guten Rat zur Seite.

Leonid Schkolnikow (Ilmenau) setzt sich für ältere, kranke und behinderte russischsprachige Spätaussiedler und jüdische Kontingentflüchtlinge ein. Er versucht, ihnen bei der Eingewöhnung in die neue Heimat behilflich zu sein. So hilft er in allen Lebenslagen, bietet sich etwa bei Behördengängen als Begleiter an oder dolmetscht bei Arztbesuchen. Leonid Schkolnikow ist ebenfalls Ansprechpartner, wenn es Probleme bei der Integration, etwa in den Arbeitsmarkt, gibt. Letztlich ist er eine wichtige Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten, da einfühlsam er beim Einleben unterstützt und hilft, oft über Wochen und Monate.

Rainer Beichler | | Quelle: ,

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