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Auf die Abwehr war durchgängig Verlass

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Partrick Cuturic trifft vom Kreis.

ThSV Eisenach II bejubelt 25:24 (14:13) -Erfolg über die HSG Werratal/ Beide Teams mit Reserven in der Chancenverwertung

Den Sieg haben wir unserer Deckungsleistung zu verdanken. Siebzehn Fehlwürfe sprechen nicht für unseren Angriff, konstatierte Daniel Hellwig, der Coach des ThSV Eisenach II, nach dem knappen aber verdienten 25:24 (14:13) -Sieg seiner Schützlinge über die HSG Werratal.

Aber auch die Gäste aus dem Sportzentrum Breitungen haderten mit ihrer Chancenverwertung. Insgesamt 19 Treffer der Ex-Eisenacher Tom Kreutzer, Sascha Kleint, Tom Winner und Enno Beyer waren zu wenig.

Wir konnten unsere Überzahlphasen nicht nutzen. Unsere Chancenverwertung insgesamt war unbefriedigend, wir brachten etliche freie Bälle nicht unter, resümierte Sascha Kleint, der spielende Co-Trainer der HSG Werratal.

Das hatte freilich auch mit der guten Leistung von Maximilian Steppan im Kasten des ThSV Eisenach II zu tun. Der 31-jährige Keeper, zuletzt bei der SpVgg Giebelstadt in der 6. Liga (Bezirksoberliga) gemeldet, lief bei seinem Heimdebüt im zweiten Abschnitt zu großer Form auf.

Die Abwehr vor mir hat mich bestens unterstützt. Der Torhüter ist ein Teil der Mannschaft, unterstrich Maximilian Steppan.

Eine „Sonderschicht“ am Freitagvormittag in der Werner-Aßmann-Halle schien sich gelohnt zu haben.

Wir sind an unserer Chancenverwertung gescheitert, haben uns letztlich selbst geschlagen, befand Tom Winner, der auf Rückraum Mitte begann, dann aber seine Stammposition am Kreis einnahm.

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Ardit Ukaj jubelt.

Der mit 8 Treffern erfolgreichste Spieler der HSG Werratal, Enno Beyer, einst hoffnungsvolles Talent im Nachwuchsprojekt des ThSV Eisenach und im Sportinternat wohnend, machte die Phase zu Beginn zweiten Halbzeit als spielentscheidend aus.

Wir agierten zu unkonzentriert und gerieten mit fünf Treffern in Rückstand, analysierte der Rückraumspieler.

Eisenachs 18-jähriger Rückraumspieler Ole Gastrock-Mey, nicht immer mit Fortune, netzte drei Bälle in Folge zum 19:14 ein (40.). Hoffnung keimte bei den Gästen auf, als Eisenachs Kapitän und Spielgestalter Qendrim Alaj nach einem völlig überflüssigen Foulspiel von den guten Schiedsrichtern Sebastian Meisel und Marcus Schwertz nach der dritten Zeitstrafe auf den Zuschauerrängen Platz nehmen musste (45.). Der HSG Werratal unterlief kurz darauf ein lapidarer Zuspielfehler, im Gegenzug bediente in einer Doublette von zwei Ex-Werratal-Spielern Armend Alaj Kreisspieler Patrick Cuturic der zum 20:16 einnetzte (47.). Tom Winner schaltete bei einem Holzabpraller am schnellstens, Eisenachs Mannschaft war schon im Rückwärtsgang, doch der mit zu viel Schmackes abgezogene Aufsetzer ging über das Gehäuse (49.). Daniel Hellwig betraute den 18-jährigen Tizian Reum, im Nachwuchs einst bei der HSG Werratal, mit der Rolle des Spielgestalters.

Er hat dieses Vertrauen vollauf gerechtfertigt. Tizian hat unseren Sieg mit nachhause gebracht, freute sich der Coach des ThSV Eisenach II.

Einen Ballgewinn nutzte Ardit Ukaj per Gegenstoß zum 23:19 (53.). Adrian Wendlandt stellte auf eine offensiveres Abwehrsystem um, ließ zunächst Ole Gastrock-Mey durch Sascha Kleint in persönliche Obhut nehmen, versuchte es dann gar mit einer 3:2:1-Formation. Beim 23:21 durch Tom Kreutzer von Linksaußen keimte Hoffnung im Gäste-Lager. Tizian Reum antwortete mit dem 24:21 (56.). Enno Beyer verkürzte für die Gäste Sekunden später. Eisenachs Julius Brenner scheiterte an Keeper Lars Kremmer, ThSV-Schlussmann Maximilian Steppan parierte gegen Tom Kreutzer. Unter Bedrängnis versenkte Patrick Cuturic zum 25:22 für den ThSV Eisenach II (58.). Als dann auch Tom Winner das Leder nicht am Eisenacher Torhüter vorbeibrachte, war die Frage nach dem Sieger geklärt; auch wenn die Gastgeber noch drei dicke Torchancen ausließen. Zwei Treffer von Enno Beyer in der Schlussminute bedeuteten letztendlich nur eine Ergebniskosmetik.

Wir haben stark gekämpft, am Ende hat das nicht gereicht, erklärte Sascha Kleint nach einer beidseitig intensiv geführten Partie, aber ohne ein einziges bösartiges Foul.

Man kennt sich halt. Und auch die Stimmung unter den knapp 200 Zuschauern, darunter ein beträchtlicher Teil aus dem Lager der Gäste, war wohltuend fair.

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Daniel Hellwig, der Coach des ThSV Eisenach II, mit klaren Ansagen.

ThSV II entscheidet Unterzahlphasen für sich
Der Auftakt ging an die mit Tom Kreutzer auf Links- und Roland Selmenczi auf Rechtsaußen, Benjamin Goller, Tom Winner und Enno Beyer im Rückraum, Stanislav Panasenko am Kreis und Lars Kreuzer beginnenden Gäste. Tom Kreutzer und Enno Beyer trafen zum 3:5 (13.). Qendrim Alaj kassierte seine erste Zeitstrafe. Diese und auch die folgenden Unterzahlphasen gingen an den ThSV Eisenach II, der mit der Stammformation – Ardit Ukaj auf Links- und Armend Alaj auf Rechtsaußen, Ole Gastrock-Mey, Qendrim Alaj und Julius Brenner im Rückraum, Patrick Cuturic am Kreis und Maximilian Steppan im Tor – die gesamte erste Halbzeit bestritt. Ardit Ukaj und der in die Tiefe marschierende Julius Brenner glichen zum 5:5 aus (15.). Julian Rothämel, technisch brillant und gleichermaßen einsatzstark, ganz im Stil seines Vaters, versuchte das Spiel der Gäste schnell zu machen.

Wir haben im ersten Abschnitt uns im Angriff noch zu wenig bewegt, das Tempo unnötig verschleppt. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde das besser. Wir übernahmen langsam das Kommando, erklärte Daniel Hellwig.

Der von Sascha Kleint verwandelte Siebenmeter zum 13:13 (29.) bedeutete den letztmaligen Gleichstand. Nach Regelwidrigkeit an Ole Gastrock-Mey versenkte Qendrim Alaj den fälligen Strafwurf zum 14:13-Pausenstand.

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Ole Gastrock-Mey versenkte 6 Bälle im Kasten der HSG Werrattal.

Vorzeitiges Aus für Qendrim Alaj bringt ThSV Eisenach II nicht aus dem Konzept

Nach Wiederanpfiff kommen wir richtig ins Rollen. Die Gäste haben keine Ideen, um unsere Abwehr entscheidend zu knacken, urteilt Daniel Hellwig, als Spieler und Trainer auch mit eigener Vergangenheit bei der HSG Werratal. Uns sind die wichtigen Tore einfach nicht gelungen, streute Enno Beyer in die Analyse ein.

Den Hausherren gelangen diese wichtigen Treffer vom 15:14 (34.) zum 19:14 (40.).

Diese Phase kostete uns mögliche Punkte, waren sich Tom Winner, Sascha Kleint und Enno Beyer einig.

Das Team aus dem Sportzentrum Breitungen fightete, seine Würfe wurden geblockt oder eine Beute des Eisenacher Keepers. Was blieb, war die alte Leier in Überzahl. In Überzahl rasierte ein Ball von Rudolf Bilic nur die Lattenoberkante (43.). Der ThSV Eisenach II verdaute sogar das vorzeitige Aus seines Regisseurs Qendrim Alaj und das Auslassen etlicher guter Torchancen. Auf die Abwehr war durchgängig Verlass! Und dadurch tanzte das Team des ThSV Eisenach II nach dem Abpfiff ausgelassen auf dem Parkett. Nach der blamablen Vorstellung in Suhl hatte das Tram die geforderte Reaktion gezeigt.

Wenn wir kaltschnäuziger abschließen, zu mehr Sicherheit finden, ist noch einiges möglich, bilanzierte Daniel Hellwig.

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Ardit Ukaj verwandelt gegen Lars Kremmer.

Rückspiel im Sportzentrum Breitungen bereits in zwei Wochen
Am Sontag, 10.10.2021 genießt der ThSV Eisenach II erneut Heimrecht. Der HBV Jena II gastiert um 16.00 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle. Danach steht schon das Rückspiel gegen die HSG Werratal an, am Samstag, 16.10.2021 um 19.30 Uhr im Sportzentrum Breitungen.

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Der ThSV Eisenach II bejubelte ausgelassen seinen 24:23-Sieg über die HSG Werratal.

Statistik
ThSV Eisenach II: Steppan, Büchner; Gastrock-Mey (6), Brenner (4), Cuturic (3), Urbach, Meyer, Reum (1), Ukaj (3), Schunke, Hennig, A. Alaj (3), Q.Alaj (5/2)
HSG Werratal: Kremmer, Meißner; Panasenko, Rothämel (2), Kreutzer (6/3), Kleint (3/2), Goller (3), Bilic, Winner (2), Warlich, Scharfenberg, Selmeczi, Beyer (8)
Siebenmeter: ThSV II 2/4 – HSG Werratal 4/5
Zeitstrafen: ThSV II 6 x 2 Min. (Rot Q. Alaj n. 3.ZS 45.) – HSG Werratal 3 x 2 Min.
Schiedsrichter: Meisel/Schwertz
Zuschauer: 180

Th. Levknecht

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