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Beide hatten die Chance zum Siegtreffer

Der ThSV Eisenach und der EHV Aue trennen sich in der 96. Auflage dieses Traditionsderbys 24:24 (14:13)-Remis

Die 96. Auflage des Traditionsderbys zwischen dem THSV Eisenach und dem EHV Aue endete mit einem Remis, das den Gästen aus dem Erzgebirge wohl besser mundete.

Nach drei Niederlagen in Folge sind wir mit dem Punkt zufrieden. Wir haben super gekämpft, gemeinsam Handball gespielt und verteidigt, konstatierte EHV-Kreisspieler Bengt Bornhorn.

Die Wartburgstädter haderten, weil sie es versäumt hatten, vorzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen.

Unsere junge Mannschaft muss noch cleverer werden. Unser positiver Entwicklungsprozess ist unverkennbar, erklärte Eisenachs Manager Rene Witte. Den gesamten Spielverlauf betrachtend, ist es eher ein Punktverlust. Wir sind super in die Partie gestartet, hätten mit mehr als einer 1-Tore-Führung in die Pause gehen müssen. Im zweiten Abschnitt war es eine Partie auf Augenhöhe, die in beide Richtungen hätte ausgehen können. In der Schlussphase war alles möglich. Wir hätten freilich unsere Sechs-Sekunden-Überzahl vor der Sirene effektiver ausnutzen müssen, bilanzierte Jannis Schneibel.

Der 20-Jährige steuerte als Mittelmann nahezu über die gesamte Spielzeit das Eisenacher Angriffsspiel, war mit 6 Treffern auch bester Werfer seines Teams. Festzustellen bleibt, der ThSV Eisenach ist seit 4 Partien ungeschlagen (6:2 Punkte) und belegt aktuell den 10. Tabellenplatz. Bereits am Mittwoch, 31.03.2021 wartet im Hessischen die nächste Punktspielaufgabe, wenn der TV Hüttenberg in Wetzlar die Thüringer empfängt.

In einer umkämpften Partie mit 20 Strafminuten und einer roten Karte für den Auer Kevin Lux, in der die Abwehrreihen und die Torhüter im Brennpunkt standen, kam es zu einem Herzschlagfinale. Der ThSV Eisenach ging mit einer 22:20-Führung (52.) in die Schlussphase. Ivan Snajder hatte per Strafwurf vollendet. Nach einer Auszeit durch Interimscoach Runar Sigtryggsson, in der Saison 2004/2005 als Spieler und Trainer in Eisenach, setzte der EHV Aue die Gastgeber mit einer 5:1-Deckung unter Druck. Goncalo Ribeiro und Gabriel De Sanitis glichen aus (22:22, 55.). Und beim 23:24 durch den Portugiesen Goncalo Ribeiro lagen die Männer aus dem Erzgebirge gar vorn. Martin Potisk, ab Mitte der zweiten Halbzeit geneinsam mit Jannis Schneibel im Angriff auf dem Parkett, egalisierte (24:24, 58.). Kurz darauf kassierte Eisenachs Peter Walz eine Zeitstrafe. In Überzahl fabrizierten die Gäste ein Stürmerfoul. Eisenachs Kapitän Alexander Saul scheiterte an Schlussmann Sveinbjörn Petursson. Die Gastgeber eroberten sich das Leder zurück, besprachen während einer Auszeit die letzten Angriffshandlungen. Sechs Sekunden vor Ultimo kassierte Aues Sebastian Paraschiv eine Zeitstrafe. Für die wieder vollzählig auf dem Parkett stehenden Eisenacher bot sich die günstige Gelegenheit, mit einem durchdachten Spielzug zum Siegtreffer einzunetzen. Der Plan war wohl da, nur die Umsetzung fehlte.

Wir waren nicht clever genug, um den letzten Angriffszug in Überzahl zum entscheidenden Tor zu vollenden, konstatierte Markus Murfuni, der Eisenacher Coach.

Es kam zu keinem Torwurf mehr.

Eisenach trotz Dominanz nur mit 1-Tore-Pausen-Führung
Die Eisenacher mussten auf den sich beim Abschlusstraining am Vortag verletzenden Daniel Hideg verzichten, der beim 28:25-Sieg in Konstanz 8 Bälle einschmetterte. Daniel Dicker besetzte überwiegend den linken Rückraum, doch von da wurde kaum Torgefahr ausgestrahlt. Der Auftakt ging klar an die schnell und konsequent kombinierenden Eisenacher. Jannis Schneibel netzte mit seinem dritten Tor zum 5:2 ein (8.). Alexander Saul zog aus der Bewegung zum 6:2 ab (11.).

In der zweiten Viertelstunde der ersten Halbzeit gaben wir zu viele Bälle weg, unterli8ef uns der eine oder andere technische Fehler zuviel, bemängelte Markus Murfuni.

Mit der Einwechslung der zuletzt verletzungsbedingt fehlenden Goncalo Ribeiro auf Rückraum-Mitte und Bengt Bornhorn am Kreis veränderte sich das Spiel der Erzgebirgler vollends. Bengt Bornhorn, bis dato mit 105 Treffern der erfolgreichste Werfer des EHV Aue, beschäftigte mit ganz viel Präsenz die Eisenacher Abwehr. Maximilian Lux versenkte zum 7:7-Ausgleich (16.). Die Eisenacher antworteten durch Peter Walz und Ivan Snajder zum 9:7 (18.). Im Angriff fabrizierten die Hausherren einige Ballverluste, zudem stand EHV-Keeper Anadin Suljakovic mehrfach goldrichtig. EHV-Rückraumspieler Adrian Kammlodt traf mit seinen Distanzwürfen in den Eisenacher Kasten, stockte seine persönliche Bilanz auf 104 Saisontreffer auf. Der Deckungs-Innenblock der Gastgeber mit Daniel Dicker und Peter Walz hatte Schwerstarbeit zu verrichten. Mit ihrem Tempospiel waren die Hausherren allerdings mehrfach erfolgreich. Willy Weyhrauch netzte per Gegenstoß zum 12:10 (26.) ein, Peter Walz traf zum 13:11 (28.). Dem Team von Runar Sigtryggsson gelang nahezu mit der Pausensirene durch einen abgefälschten Ball noch der Anschlusstreffer (14:13).

Sehr ärgerlich, dieses dumme Tor, befand Markus Murfuni.

Herzschlagfinale
Mit drei Glanzparaden, darunter ein abgewehrter Siebenmeter von Adrian Wöhler, sorgte der ins EHV-Gehäuse gekommene Sveinbjörn Petursson für zusätzliche Motivation seiner Vorderleute. Sein Gegenüber Blaz Voncina lief zu großer Form auf, parierte insgesamt 15 Bälle, was einer Fangquote von 38 Prozent entsprach. In punkto Torwurfeffektivität konnte seine Offensive nicht eine ähnlich gute Prozentzahl erreichen. Von 42 Würfen landeten 24 im Ziel, was einer Wurfquote von 58 Prozent entspricht. Bei den Gästen bestimmte die Achse – Ribeiro – Kammlodt – Bornhorn das Angriffsgeschehen. Bengt Bornhorn traf per Siebenmeter zum 16:16-Gleichstand (41.). Eisenachs Tempohandball vermochten die Gäste mehrfach nur regelwidrig zu stoppen. Ivan Snajder versenkte die zumeist an Peter Walz verursachten Siebenmeter. ThSV-Keeper Blaz Voncina kaufte im großen Stil Sebastian Paraschiv das Leder ab (45.). Beim 18:19 (48.) lagen die Gäste erstmals vorn. Um die besonderen Qualitäten ihrer beiden Spielmacher zu nutzen, kamen Martin Potisk und Jannis Schneibel nun gemeinsam beim THSV Eisenach im Angriff auf das Parkett. Auch, um der Ladehemmung aus dem linken Rückraum zu begegnen. Alexander Saul lochte zum 19:19 (48.) und 21:19 (51.) ein. Nach einer Regelwidrigkeit an Martin Potisk versenkte Ivan Snajder seinen 4. Strafwurf zum 22:20 (52.). Ein spannungsgeladenes Finish war eingeläutet.

Wir können glücklich sein, dass Eisenach in Überzahl in den letzten Sekunden kein Treffer gelang, sodass es beim 24:24 blieb, stellte EHV-Coach Runar Sigryggsson freimütig fest.

Er haderte mehrfach mit den Entscheidungen der Unparteiischen. Sein Geschäftsführer Rüdiger Jurke, „Mister Handball“ im Erzgebirge, sprach von einem „am Ende gerechten Remis“. Er war froh, dass es nicht die 4. Niederlage in Folge setzte.

Statistik
ThSV Eisenach: Voncina (1.-60. Min / 15 Paraden), Eichberger, Fehr; Iffert (1), Volar, Wöhler (1/1), Potisk (1), Tokic (1), Dicker, Obranovic, Schneibel (6), Walz (3), Snajder (5/4), Weyhrauch (2), Saul (4)
EHV Aue: Suljakovic (1.-30. Min. und bei einem 7-Meter / 8 Paraden), Bochmann, Petursson (ab 31. Min. / 5 Paraden); De Santis (1), Bornhorn (4/1), M. Lux (5), Roth, Dutschke, Tsuyama, Slachta, Kammlodt (7), K. Lux, Paraschiv (1), Halfdansson (1), Ribeiro (5)
Siebenmeter: ThSV Eisenach: 5/6 (Wöhler verwandelt 1 x gegen Suljakovic und scheitert 1 x an Petursson, Snajder verwandelt 3 x gegen Petursson und 1 x gegen Suljakovic) – EHV Aue: 1/1 (Benghorn verwandelt gegen Voncina)
Zeitstrafen: ThSV Eisenach: 8 Min. (Tokic 4 Min., Schneibel u. Walz je 2 Min.) – EHV Aue: 12 Min. (de Santis 4 Min., Slachta, K. Lux, Paraschiv, Halfdansson je 2 Min.), rote Karte K. Lux (40.)
Schiedsrichter: Dinges/ Schmack
Zuschauer: keine
Beste Spieler: ThSV Eisenach: Jannis Schneibel, Blaz Voncina, Peter Walz – EHV Aue: Anadin Suljakovic, Sveinbjörn Petursson, Adrian Kammlodt

Th. Levknecht

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