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Bisheriges punktloses Schlusslicht trifft sogar in doppelter Unterzahl

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Eisenachs Bastian Kemmler verwandelte 7 von 7 Strafwürfen, sein Team fuhr dennoch mit einer Niederlage im Gepäck heim.

SV Town & Country Behringen/Sonneborn bejubelt völlig verdienten 36:32 (19:14)-Erfolg über sich blamierenden ThSV Eisenach II • Qualitätsingenieur Tim Rodrian mit Qualitätsarbeit

Bisher haben wir im Schnitt nicht einmal 22 Tore erzielt, heute gegen den Favoriten gleich 36. Dazu gehörten Treffer per Gegenstoß und nach einfachen Kreuzungen. Eine ganz starke Mannschaftsleistung bildete die Grundlage, sprudelte es aus einem glücklichen Tim Rodrian nach dem 36:32 (19:14) -Erfolg des SV Town & Country Behringen/Sonneborn über den ThSV Eisenach II heraus.

Der Qualitätsingenieur lieferte Qualität ab, trug mit 8 Treffer zu diesem Paukenschlag bei. Der 38-jährige Rückraumspieler Marco Brachmann netzte die gleiche Zahl an Bällen ein. Sehenswert, wie er einen Steilpass zum 19:14-Halbzeitstand ins ThSV-Gehäuse „pritschte“. Die sich wöchentlich nur zu zweimaligem Training treffenden Gastgeber wechselten viel durch, um die Kräfte effektiv zu verteilen. Routinier Lars Keller und der junge Tom Steiner wechselnden sich auf der Regieposition ab.

Es wurde Zeit, dass wir punkten. Wir haben das abgerufen, was wir können. Alle haben an einem Strang gezogen, jeder wollte und konnte, hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Die taktischen Umstellungen im Spielverlauf fruchteten, strahlte Christopher Kohls, der Coach des Siegers, gerade von einem Usedom-Urlaub zurück.

Er bot mit Hannes Meyer und dem am Spieltag seinen 21. Geburtstag feiernden Jonas Hennig zwei Neuzugänge vom ThSV Eisenach auf. Mit diesen sowie Lars Keller, Linus Trapp, Tim Rodrian, Tom Steiner und Leon Stehmann standen 7 ehemalige ThSV-Spieler im 14er Kader des Siegers. Diese waren natürlich besonders motiviert! Der punktlos in die Partie gegangene Underdog jubelte nach dem Abpfiff ausgelassen in der Hainich-Sporthalle, der selbst ernannte Titelanwärter, von Teilen der Vereinsführungsriege begleitet, suchte bedeppert die Kabine auf. Deren Tür blieb lange verschlossen.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Am gerade 17 Jahre gewordenen ThSV-Keeper Niclas Janßen, hier bejubeltr er eine seiner 11 Paraden, hat es nicht gelegen.

Zwischen Traum und Wirklichkeit
Daniel Hellwig, der Coach des ThSV Eisenach II, rang um Fassung, bezeichnete die Leistung seines Teams als „nicht akzeptabel“. Die Ausreden, das ungewohnte Haftmittelverbot oder die Schiedsrichterleistung, ließ Daniel Hellwig nicht zu. Sein Team blamierte sich nach Strich und Faden!

Unsere Fehlwurfquote war unermesslich hoch. Keiner hat sich gegen die Niederlage richtig gewehrt. Nahezu jeder hat sich mit sich selbst beschäftigt, statt Verantwortung zu übernehmen, konstatierte Daniel Hellwig.

Dem wenige Tage nach seinem 17. Geburtstag im Männerbereich debütierenden Torhüter Niclas Jansen konnte er keine Vorwürfe machen. Dieser wehrte nach seiner Einwechslung in der 20. Minute noch 11 Bälle ab. Das Torhüterduell indes ging an den nur wenig älteren Linus Trapp im Kasten der Gastgeber, der den Gästen im ersten Abschnitt schon den Zahn zog, am Ende, als der ThSV Eisenach II noch einmal bis auf einen Treffer herankam (30:29, 53.), sein Team mit wichtigen Paraden auf Kurs hielt. Seine Kollegen Sebastian Schenk und Bernd Hübner kamen im Spielverlauf zum richtigen Moment, parierten wie Linus Trapp (insgesamt 16 Paraden) je einen Siebenmeter. Erst der 21-jährige ThSV-Außen Bastian Kemmler brachte 7 Strafwürfe unter, war mit 10 Treffern bester Werfer der Partie überhaupt. Kaum zu glauben, als Tim Rodrian und Marcus Baumann gemeinsam auf der Bank saßen, traf Clemens Jähnig in doppelter Unterzahl zum 30:27 (52.) für den SV Behringen/Sonnborn. Doch es wurde noch einmal eng.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Torhüter Linus Trapp bleibt im Siebenmeterduell mit ThSV-Kapitän Qendrim Alaj Sieger.

Beim Anschlusstreffer schien eine Wende möglich
Nach einer Aufholjagd vom 27:20 (46.) zum 30:29 (53.) schien der ThSV Eisenach II drauf und dran, die Partie noch zu kippen. Julius Brenner, der 16-Tore-Mann vom Auswärtssieg beim LSV Ziegelheim, hatte für die Gäste von der Wartburg eingenetzt. Einen Tag nach seinem 22.Geburtstag war er allerdings ein Schatten seiner selbst. Der SV T & C Behringen/Sonneborn wackelte. Die Hausherren antworteten eindrucksvoll mit einen Kempa zum 31:29. Lars Keller und Leon Stehmann schlossen zum 33:29 (54.) ab. Die leidenschaftlich kämpfenden und spielende Hausherren ließen sich nicht vom Weg abbringen, bekamen Hilfe von patzenden Eisenachern. Lars Keller und Lars Hellmund netzten Konter zum 35:31 ein (59.). Längst waren alle Hausherren, das Team und die eigenen Anhänger, im Jubelmodus. Und auch das soll erwähnt werden: Nach der Partie packten alle Spieler und Trainer des SV Behringen/Sonneborn beim „Rückbau“ der Halle für den Schulsport an.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Tim Rodrian gleich gegen zwei Eisenacher.

Gastgeber mit fulminantem Schlussspurt der ersten Halbzeit
Die Hausherren, mit Clemens Jähnig auf Links- und Lars Keller auf Rechtsaußen, Tim Rodrian, Tom Steiner und Lars Hellmund im Rückraum, Leon Stehmann am Kreis und Linus Trapp im Tor beginnend, gaben mit einer 4:1-Führung (6.) gleich die Richtung vor. Die Eisenacher hatten sich Spielzüge zu allen Kreispositionen, weniger Rückraumwürfe vorgenommen als ihre Antwort auf das Haftmittelverbot. Dafür wurden ihnen auch insgesamt 12 Strafwürfe zugesprochen. Beim 6:6 durch Kapitän Qendrim Alaj glich der ThSV Eisenach aus (13.). Der großgewachsene Behringer Innenblock mit Leon Stehmann und Hannes Meyer ließ sich nur schwer knacken. Spätestens bei Keeper Linus Trapp war Endstation. Nawid Karim-Zand hatte nahezu als einziger richtige Lösungen parat. Mit dem eingewechselten 17-jährigen John Katzwinkel kam deutlich mehr Power in das Eisenacher Angriffsspiel. Der egalisierte das 10:8 (17.) per Doppelpack (10:10, 19.). Nach dem 11:11 (20.) düpierten die Gastgeber das Team von der Wartburg ein um das andere Mal, zogen vom 14:13 (24.) auf 19:14 zur Halbzeitpause davon.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Jubel auf der Behringer Bank.

ThSV II weiß Momentum nach Anschlusstreffer nicht zu nutzen
Das energische Aufbäumen blieb nach Wiederanpfiff in den Gästereihen aus. Mit einfachem und effektivem Handball hielten die Behringen den Gast auf Distanz (23:17, 37./24:19, 41./27:20, 46.). Die Eisenacher, bei denen einige Akteure auf der Bank schmorten, zogen das Tempo an, trafen zum Anschlusstreffer. Das Momentum war beim 30:29 (53.) auf ihrer Seite, wussten es jedoch nicht zu nutzen. Stattdessen machten die Schützlinge von Christopher Kohl den Sack zu…. Die ersten zwei Saisonpunkte waren eingetütet! Das Klettern auf Platz 9 war der Lohn. Am Samstag, 05.11.2022 steht man im Heimspiel gegen den SV Altenburg vor einer nicht unlösbaren Aufgabe (Anwurf 18.00 Uhr). Mit 6:4 Punkten rutschte der ThSV Eisenach II erst einmal Richtung Tabellen-Mittelfeld, muss am Sonntag, 06.11.2022 bei der starken mit ausländischen Spielern gespickten SG Suhl/Goldlauer Farbe bekennen (Anwurf 16.00 Uhr).

Statistik
SV Behringen/Sonneborn: Trapp, Schenk, Hübner; Meyer, Brachmann (8), Keller (4), Stehmann (3), Jähnig (4), Hellmund (7/4), Hennig, Rodrian (8/1), Steiner (2), Jakob, Baumgarten
ThSV Eisenach II: Freitag, Janßen; Müller (1), Brenner (3), Urbach (1), Remenski (1), Stegner, Kemmler (10/7), Schlotzhauer, Gastrock-Mey, Karimi-Zand (7), Lehmann, Q. Alaj (7/2), Katzwinkel (2)
Siebenmeter: SV Behringen/Sonneborn 5/6 – ThSV II 9/12
Zeitstrafen: SV Behringen /Sonneborn 4 x 2 Min. – ThSV II 1 x 2 Min.
Schiedsrichter: Hausdörfer/Löwe
Zuschauer: 120

Th. Levknecht

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