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Chancenverwertung und Torwartleistung entschieden gegen Eisenach

Nach 6 Siegen in Folge mussten die Wartburgstädter durch eine 19:24 (8:13)-Niederlage beim ASV Hamm-Westfalen erstmals wieder Punkte abgeben

Die Serie ist gerissen. Nach 6 Siegen in Folge musste der ThSV Eisenach erstmals wieder über eine Niederlage quittieren. Die atemberaubende Entwicklung der jüngsten Zeit hatte die Wartburgstädter bis auf Platz 4 klettern und plötzlich sogar zu einem Aufstiegskandidaten werden lassen. Beim Tabellen-Zweiten ASV Hamm-Westfalen unterlag der ThSV Eisenach am Samstagabend mit 19:24 (8:13). Der ASV Hamm-Westfalen verbleibt damit aussichtsreich im Aufstiegsrennen. Er und die HSG Nordhorn-Lingen besitzen beste Chancen, dem VfL Gummersbach ins Oberhaus zu folgen.

Von einem verdienten Sieg des ASV Hamm-Westfalen sprach Eisenachs Manager Rene Witte:

Der Gastgeber war über 60 Minuten besser. Wir waren an ein paar Stellen nicht so gut wie der Kontrahent. Uns haben ein paar Körner gefehlt, hatten den einen oder anderen Ausfall zu verzeichnen. Wir haben stets gekämpft, sind zu oft an einem überragenden Torwart Felix Storbeck gescheitert.

Die zahlreich mitgereiste und laustarke blau-weiße Anhängerschar aus Thüringen verabschiedete ihr Team mit ganz viel Beifall, hatte es ihnen in den letzten Wochen doch so viel Freude bereitet. Team und Fans fiebern nun dem Heimspiel am Samstag, 28.05.2022 gegen den HC Elbflorenz entgegen.

Jannis Schneibel: Wir ließen 13 freie Bälle weg

In einer Partie mit zwei guten Abwehrreihen gab die Leistung auf der Torwartposition den Ausschlag. Mit knapp 41 Prozent parierter Bälle hat uns Torhüter Felix Storbeck den Zahn gezogen. Bis zur 50. Minute wies unsere Statistik gerade einmal drei Torwartparaden auf. Im Angriff haben wir zu viele freie Bälle weggelassen, konstatierte Misha Kaufmann, der Coach des ThSV Eisenach. Selbstkritisch pflichteten ihm Torhüter Johannes Jepsen und seine Rückraumspieler bei. Unsere Abwehr hat gut gearbeitet, doch ich muss einfach mehr Bälle abwehren, insbesondere im ersten Abschnitt, erklärte Johannes Jepsen. Mit lediglich 19 Treffern, davon nur 8 in der ersten Halbzeit, ist ein Spitzenspiel in der 2. Handballballbundesliga nicht zu gewinnen. Unsere Rückraumreihe, darunter ich, konnten nicht das abrufen, was wir in den letzten Wochen abgerufen haben. Wir ließen insgesamt 13 freie Bälle aus, ging Jannis Schneibel in die Analyse.

Er, Fynn Hangstein und Alexander Saul brachten von 22 Würfen nur ganze 8 im Tor unter.

Unser Problem lag im Angriff. Wir haben zu viele klare Torchancen ausgelassen, befand auch Rückraum-Mann Martin Potisk. Im zweiten Abschnitt haben wir uns wieder herangekämpft, doch ausgerechnet in Überzahl gepatzt, ergänzte Jonas Ulshöfer.

Treffsicher zeigten sich die Eisenacher Außen Ivan Snajder (6 Tore bei 7 Versuchen) und Ante Tokic (3 aus 4). Eine 100-Prozent-Wurfquote (9 Treffer aus 9 Versuchen) wies Fabian Huesmann, der torgefährliche Linksaußen des ASV Hamm-Westfalen, auf. Er steht nun bei 204 Saisontreffern und auf Platz 3 der Torjägerliste der Liga. Sein Trainer Michael Lerscht war freudig gestimmt.

Nach der Pleite in Dessau war die Partie gegen Eisenach ein ganz wichtiges Spiel. Wir haben dieses mit einer sehr guten Abwehr, mit Herz und Leidenschaft sowie einem ganz starken Felix Storbeck im Tor für uns entschieden. Viele Kleinigkeiten sprachen für uns, resümierte der Coach des ASV Hamm-Westfalen.

Gute Start fand keine Fortsetzung

Wir sind gut gestartet, aggressiv in der Abwehr, konnten das aber nicht fortführen, bilanzierte Jonas Ulshöfer.

Ballgewinne in der 5:1-Abwehr waren Ausgangspunkt für die Treffer zum 1:3 (Hangstein, 8.) und 3:4 (Saul, 12.). Der Treffer von Peter Walz zum 4:5 (13.) war die letztmalige Eisenacher Führung. Mit miserabler Chancenausbeute brachten sich die Eisenacher vom Kurs ab. Immer wieder war ASV-Schlussmann Felix Storbeck zur Stelle oder die Eisenacher Würfe landeten neben dessen Gehäuse, wie ein Hangstein-Siebenmeter (17.). Mit ballverlagernden Spielzügen, insbesondere zur Linksaußenposition, trafen die Gastgeber zum 8:5 (22.). Die rustikale 6:0-Deckung des Aufstiegskandidaten mit Jan Borsch, Matej Mikita, Marian Orlowski und Benjamin Meschke (Rot nach grobem Foulspiel an Schneibel, 51.) riegelte im Zusammenspiel mit ihrem Torhüter ab. Schnelles Umschaltspiel nach Eisenacher Fehlwürfen führte zum 12:7 (29.).

Mit einfachen Fehlern sich selbst ein Bein gestellt
Ungebremst kam der ASV Hamm-Westfalen aus den Kabinen. Jan von Boenigk netzte zum 15:9 ein (35.). Mit schmerzhafter Kopf-Abwehr parierte ThSV-Keeper Johannes Jepsen einen Ball von Rechtsaußen Tim Wieling (36.). Die Wartburgstädter kämpften bravourös, verkürzten bis auf 3 Treffer. Trotz Foulspiel lochte Alexander Saul ein (16:13, 40.). Pech für die Thüringer, eine Angriffsaktion von Ante Tokic stuften die Schiedsrichter als Stürmerfoul ein (41.). In doppelter Überzahl vermochten sie einen Angriffszug der Einheimischen nur auf Kosten eines Strafwurfes zu stoppen, den Fabian Huesmann zum 17:13 nutzte (42.). Der 2,05-Meter große Kreisspieler Jan Borsch traf zum 19:15 (45.). Beim Stand von 19:16 griff Eisenachs Trainer zur grünen Karte. Kurz darauf unterliefen seinen Schützlingen zwei elementare Ballverluste, einer in Überzahl. Fabian Husemann (ins leere ThSV-Gehäuse) und Marian Orlowski (aus der Distanz) trafen zum 21:16 (49.).

Wir haben im Schlussgang auch ein bisschen den Kopf verloren, gestand Fynn Hangstein, an diesem Tag nur mit zwei Treffern im Spielprotokoll vermerkt.

Der ASV Hamm-Westfalen schaukelte den Sieg locker nach Hause.

Statistik
ASV Hamm-Westfalen: Storbeck (13 Paraden), Bozic; Genz (4), Huesmann (9/2), Brosch (3), Reimann, Engelhardt, Südmeier, Pretzewofsky, Schoesse, Orlowski (3), Meschke, Baijens (1), Mikita, von Boenigk (2), Wieling (2)
ThSV Eisenach: Jepsen (6 Paraden), Lucin (22.-26./ 0 Paraden); Iffert, Wöhler, Potisk, Hangstein (2/1), Ulshöfer, Walz (1), Tokic (3), Sousa (1), Dicker, Donker, Schneibel (2), Snajder (6), Weyhrauch, Saul (4)
Zeitstrafen: ASV Hamm-Westfalen: 6 x 2 Min., Rot für Meschke nach grobem Foulspiel (51.) – ThSV Eisenach: 2 x 2 Min.
Siebenmeter: ASV Hamm-Westfalen: 2/2  – ThSV Eisenach: 1/2
Schiedsrichter: Engeln/Schmitz
Zuschauer: 1.620

Th. Levknecht

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