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Coach Eyjolfsson:
Weiterer Schritt nach vorn, doch wir müssen noch abgeklärter werden

Handballerstbundesligist ThSV Eisenach hielt sich für mehrere Tage zu einer Kombination Trainingslager und Teilnahme am BERO Lindencup im Hessischen, in Linden auf. Die mit acht Teams besetzte 22. Auflage des BERO Lindencups beendeten die ohne vier Stammkräfte spielenden Wartburgstädter durch ein 28:25 über den TV Hüttenberg auf Platz 3. Neuzugang Bjarki Elisson war mit 28 Treffern erfolgreichster Werfer im Turnierverlauf. Regisseur Hannes Jon Jonsson markierte 24, Linkshänder Girts Lilienfelds 19 Treffer.

Im kleinen Finale standen sich mit dem TV Hüttenberg und dem ThSV Eisenach ein Erstbundesligaabsteiger des Jahres 2012 und ein Erstbundesligaaufsteiger des Jahres 2013 gegenüber. Wie im gesamten Turnier musste Eisenachs Trainer Adalsteinn Eyjolfsson auf vier Stammkräfte verzichten. Mit Kapitän Benjamin Trautvetter (aufgrund eines Ermüdungsbruchs im Fuß bereits länger verletzt) und dem leicht angeschlagenen Nicolai Hansen fehlten gleich beide etatmäßigen Kreisspieler.

So kam überwiegend Branimir Koloper an der Kreismitte zum Einsatz. Tomas Sklenak, einer der beiden Spielgestalter, laboriert seit zwei Wochen an einem Haarriss im Finger der linken Hand. Der vom EHV Aue unter die Wartburg gekommene Rückraumspieler Dener Jaanimaa stand aus familiären Gründen nicht zur Verfügung. Der ThSV Eisenach gestaltete mit lediglich acht Feldspielern die Partie gegen den TV Hüttenberg mit 28:25 (13:12) für sich erfolgreich.

Die Thüringer um Regisseur Hannes Jon Jonsson übernahmen in der gut besuchten Stadthalle Linden sofort das Kommando, legten ein rasches 5:2 vor und führten nach etwa zwanzig Minuten mit 13:9. Der TV Hüttenberg nutzte eine Auszeit, um sich neu auszurichten und schaffte bis zur Halbzeitsirene auch den Anschlusstreffer (12:13).

Nach dem Wiederanpfiff konnten die Mittelhessen sogar mit 17:15 in Führung gehen. Der ThSV Eisenach, der zwei Wochen vor dem Punktspielstart auch dieses Turnier zum Testen nutzte, traf durch den torgefährlichen Rückraumspieler Aivis Jurdzs zum 18:18-Ausgleich, hielt das Tempo hoch und erzwang mit den Treffern zum 24:20 eine Vorentscheidung.

Erfolgreichste Werfer für die Wartburgstädter waren im kleinen Finale Aivis Jurdzs mit sieben sowie Bjarki Elisson und Hannes Jon Jonsson mit fünf Treffern.

Den Einzug ins Finale hatte der ThSV Eisenach im direkten Vergleich mit einem Mitaufsteiger ins Handballoberhaus, dem Bergischen HC, durch eine 32:36 (15:19)-Niederlage verpasst. Vor 400 Zuschauern hatte der Bergische HC nahezu sein stärkstes Aufgebot zur Stelle. Nach einem 22:28-Rückstand (45.) setzten die Eisenacher zu einem energischen Zwischenspurt an, wussten im zur Hochform auflaufenden Stanislaw Gorobtschuk einen starken Keeper im Rücken, trafen zum 28:29-Anschluß.

Mit voll besetzter Wechselbank ließ sich der Bergische HC um Regisseur Victor Szilagyi den Sieg jedoch nicht entreißen. In den Auftaktbegegnungen, non stopp am Mittwoch ausgetragen, hatte der ThSV Eisenach die erwartet klaren Erfolge gelandet, 36:19 über Oberligist SG Kleenheim und 44:23 über den ortsansässigen Landesligisten MSG Linden. In der Summe reichte dies in der Vorrundengruppe 2 nur zu Platz 2, der Einzug ins Finale wurde verpasst.

Dieses bestritten der Bergische HC und die HSG Wetzlar. In einem packenden einsatzstarkem Fight behauptete sich die HSG Wetzlar knapp mit 28:26.

Adalsteinn Eyjolfsson, der Trainer der Wartburgstädter, stufte die Tage in Linden mit vier Trainingseinheiten und vier Turnierspielen als «weiteren Schritt nach vorn» ein. «Wir haben vieles im taktischen Bereich probiert. Manches gelang, manches noch nicht», analysierte der Isländer in Diensten der Thüringer, der Fortschritte beim Tempogegenstoß, auch über die schnelle Mitte, ausgemacht hat.

Er unterstrich erneut, «wir müssen abgeklärter werden, dürfen in einigen Situationen nicht so naiv auftreten.» Das dürfe sich sein Team in der DKB-Bundesliga nicht erlauben!

Steigerungspotential hatte Adalsteinn Eyjolfsson auch auf der Torhüterposition ausgemacht, lobte ausdrücklich die Leistung von Stanislaw Gorobtschuk in der Partie gegen den Bergischen HC. Im kleinen Finale sei die Leistung des Torhüterduos Villadsen/Gorobtschuk «durchwachsen» gewesen.

«Vier Spiele plus vier intensive Trainingseinheiten, müde Beine waren bei meinem kleinen Kader nicht zu übersehen», merkte Adalsteinn Eyjolfsson an, dessen Team am kommenden Wochenende zum Teilnehmerfels der Handball-Masters in Chemnitz mit internationaler Beteiligung gehört.

Für den ThSV Eisenach waren beim Lindencup dabei: Villadsen, Gorobtschuk; Elisson (28 Tore), Wöhler (10), Jurdzs (13) Jonsson (24), Luther (7), Miljak (10), Winner (1), Heinemann (14), Lilienfelds (19), Koloper (14).

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