Da war mehr drin!
Wieder zu viele technische Fehler, der ThSV Eisenach bleibt auswärts ohne Punkte, unterliegt beim HSV Hamburg 29:33 (11:14)
Es wurde nichts mit den ersten Auswärtspunkten der Saison. Der ThSV Eisenach unterlag beim HSV Hamburg mit 29:33 (11:14), belegt aktuell mit 11:19 Zählern Platz 14, punktgleich mit dem HC Erlangen (Rang 13) und dem TVB Stuttgart (Rang 12). Möglichkeiten zu punkten, hat der ThSV Eisenach in dieser Woche noch zwei, gastiert am Donnerstag, 11.12.2025 um 19.00 Uhr beim Bergischen HC und empfängt am Samstag, 13.12.2025 um 20.00 Uhr Frisch Auf! Göppingen.
„Diese Aufgabe war lösbar“, so der einhellige Tenor in den Reihen des ThSV Eisenach. „In den entscheiden Phasen stellen wir uns nicht clever genug an. Uns unterliefen wieder zu viele technische Fehler, die der HSV Hamburg zu schnellen Gegentoren nutzte“, bilanzierte Peter Walz, der Kapitän des ThSV Eisenach, der mit einsatzstarken Aktionen in der Abwehr und im Angriff aufwartete, 5 Treffer (aus 6 Versuchen) markierte. Den Wartburgstädter unterliefen wieder 14 technische Fehler „Viele Kleinigkeiten gaben in der Summe den Ausschlag gegen uns. Manchmal fehlte die Ruhe, um auf den Punkt zu spielen. Manchmal brachten wir Würfe aus wenigen Metern nicht unter. Im 7 gegen 6 hat der HSV Hamburg die Partie auf seine Seite gezogen“, befand Eisenachs Rechtsaußen Moritz Ende. Beim 16:16, Oskar Joelsson hatte mit einem seiner 7 Treffer eingenetzt (37.), lag das Momentum eigentlich auf Seiten der Thüringer, doch diese leisteten sich Ballverluste, Moritz Ende scheiterte von Rechtsaußen an Keeper Mohamed El-Tayar, die Hanseaten schlossen zum 20:16 ab (42.). Routinier Casper Mortensen hatte das Leder ins leere ThSV-Tor gezirkelt. Dieses war im Spielverlauf Peter Walz (26., beim Stand von 11:8) und sogar selbst Philipp Meyer (55., beim Stand von 27:25) nicht gelungen. „Wir spielen den Hanseaten mehrfach das Leder regelrecht in die Hand“, ärgerte sich Eisenachs Tillman Leu. Der Kreisspieler stand nach überwundener Grippe wieder im Aufgebot, Rückraumspieler Max Beneke musste aufgrund seiner Ellenbogenverletzung hingegen passen.
„Wir sind eigentlich nicht richtig ins Spiel gekommen. Uns gelang es nicht, Konter unterzubringen, Wurfversuche landeten nicht im leeren Kasten. Hamburg spielte sehr diszipliniert, fand auch in Stress- und Drucksituationen gute Lösungen. Besser als wir“, konstatierte Eisenachs Trainer Sebastian Hinze. In Moritz Sauter, der wie Eisenachs Stephan Seitz gerade in den erweiterten EM-Kader berufen wurde, hatte der HSV Hamburg seinen besten Mann. Mit Durchbrüchen war er immer wieder erfolgreich, machte mit seinem 7. Treffer zum 31:27 (59.) auch den Deckel drauf. In punkto Wurfquote (Hamburg 69 Prozent, Eisenach 67 Prozent) und von den Torhütern parierter Bälle (beide lediglich 7) lagen beide Teams nahezu gleichauf oder sogar gleich. Den Hanseaten unterliefen allerdings nur 8 technische Fehler, Eisenach hingegen 14. Dem HSV Hamburg wurden 8 Siebenmeter, dem ThSV Eisenach nur 3 zugesprochen.
Torsten Jansen, der Coach des HSV Hamburg, war nach der Partie grundlegend zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Dass es gegen Eisenach kein Spaziergang wird, war uns von Anfang an klar. Nach dem Spiel beim BHC wollten wir insbesondere in der Defensive ein anderes Gesicht zeigen – das war mir letzte Woche einfach zu nett, zu höflich. Zum Glück haben wir das heute, gerade in der Anfangsphase, besser umgesetzt. Leider konnten wir das nicht über das ganze Spiel halten, aber Eisenach spielt auch sehr clever: lange Bälle, Zeitspiel – da kommt immer wieder ein Tor zustande. Es ist eine Mannschaft, die man nicht so einfach besiegen kann, auch wenn man drei, vier, fünf Tore weg ist. Es war ein harter Kampf bis zur letzten Minute, genau wie erwartet. Ich bin einfach froh und glücklich, dass wir heute unser gutes Gesicht zeigen konnten und gegen eine sehr starke Mannschaft aus Eisenach die zwei Punkte behalten haben.“
Fehlerfestival beginnt frühzeitig
Der in den Angriff aufgerückte Abwehrchef Philipp Meyer egalisierte die 1:0-Führung der Hausherren. Drei Paraden ihres Torhüters Matija Spikic, darunter ein abgewehrter Siebenmter, konnten die Eisenacher nicht nutzen, fabrizierten technische Fehler und Fehlwürfe. Der mehrfach über die linke Hamburger Angriffsseite erfolgreiche Moritz Sauter netzte zum 5:1 ein (10.). ThSV-Coach Sebastian Hinze schickte Peter Walz für die Kreismitte-Position auf das Parkett. Eine Fackel von Felix Aellen schlug im Hamburger Kasten ein (6:4/13.). Fynn Hangstein kam im Rückraum, wechselte sich fortan mit Oskar Joelsson ab. Stephan Seitz strahlte über die rechte Seite Torgefahr aus. Nach seinem Tor zum 6:8 (aus Eisenacher Sicht, 19.) gelang der Anschlusstreffer nicht. Nicht regelkonforme Abwehraktionen ahndeten die Referees mit Siebenmeter-Entscheidungen für den HSV Hamburg. Die Eisenacher blieben auch Tuchfühlung. Felix Aellen netzte vom Kreis (!) ein (25.), Moritz Ende schloss per Gegenstoß ab (27.), Stephan Seitz tankte sich (28.), Peter Walz vollendete einsatzstark (30.). Die Hamburger antworten prompt. Moritz Sauter besorgte mit seinem 4. Treffer (aus 4 Versuchen) den 14:11-Pausenstand.
Nach dem 16:16-Ausgleich wieder gepatzt
Die Wartburgstädter starteten mit 4 Rückraumspielern in die zweite Halbzeit. Oskar Joelsson zog nun mehrfach erfolgreich aus der Distanz ab. Im Doppelpack traf der Schwede zum 16:16 (37.). Doch dieses Aufflackern fand ein jähes Ende. Die Hausherren nutzten Eisenacher Fehler, um zum 20:16 (42.) einzunetzen. Ungeachtet ihrer Fehler, das Team von der Wartburg fightete, kam immer wieder auf zwei Treffern heran. Fynn Hangstein verkürzte auf 19:21(46.)., Moritz Ende auf Zuspiel von Alexander Saul auf 22:24 (50.). Peter Walz schmetterte einen Freiwurf in die Hamburger Maschen, bereitete seinen Treffer zum 24:26 mit blitzschneller Drehung vor (53.). Vincent Büchner versenkte von Linksaußen (55.). Doch dann misslang Philipp Meyer seine Spezialität, Wurf aus der eigenen Hälfte in das leere Tor auf der Gegenseite (55.). Die Schützlinge von Torsten Jansen ließen nichts mehr anbrennen, zumal Eisenachs Felix Aellen einen an Stephan Seitz verwirkten Siebenmeter nicht unterbrachte. Der knapp 36-jährige Casper Mortensen (von Linksaußen) und Nikolas Weller (vom Kreis) sorgten mit ihren Treffern zum 30:26 (58.) für mehr als eine Vorentscheidung.
Blue Lions des ThSV Eisenach beim Rollstuhl-Handball im Vorspiel
In einem freundschaftlichen Vergleich trafen im Vorspiel die Rollstuhlhandball-Teams der Freibeuter Hamburg und der Blue Lions des ThSV Eisenach aufeinander. Die Norddeutschen entschieden die Partie knapp mit 5:4 für sich. „Eine Werbung für die Inklusion mittels unserer Sportart“, betonte Bernd Fichtner, der Spielertrainer der Blue Lions.
Statistik Daikin Handballbundesliga HSV Hamburg – ThSV Eisenach
HSV Hamburg: El-Tayar (2 P.), Haug (5 P.); Magaard 4, Norlyk, Kofler 2, Lassen 3, Jörgensen 4/3, Weller 2, Geenen 1, Kerber, Botta, Andersen 5/2, Sauter 7, Mortensen 5/2
ThSV Eisenach: Spikic (7/P.), Heinevetter; Joelsson 7/1, Reichmuth, Hangstein 2, Attenhofer, Walz 5, Ende 3, Aellen 3/1, Meyer 2, Antonijevic, Seitz 4, Kurch, Büchner 2, Saul, Leu 1
Siebenmeter: HSV Hamburg 7/8 – ThSV Eisenach 2/3
Zeitstrafen: HSV Hamburg 3 x 2 Min. – ThSV Eisenach 4 x 2 Min.
Schiedsrichter: Otto/Piper
Zuschauer: 3166 (Sporthalle Hamburg)
Strafminuten: 6 / 8
