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Das vorbereitete Konzept über den Haufen geworfen

Standing ovations auf den Rängen und Freudentänze auf dem Parkett, Aufsteiger TV Neuhausen/Erms feierte mit 1400 Zuschauern in der heimischen Hofbühlhalle ausgelassen den 12. Heimsieg im 13. Heimspiel, behauptet sich mit 29:19 Punkten im oberen Tabellendrittel. Der ThSV Eisenach kassierte im 24. Saisonspiel die 13. Niederlage, verharrt nach 21:27 Punkten auf Tabellenplatz 11, hinkt den eigenen Ansprüchen hinterher. Das sind die Fakten nach der 25:32 (14:15)-Niederlage der Wartburgstädter am Samstagabend. Eine über 800-Kilometer-Fahrt blieb ohne Punktezuwachs. Lediglich beim 3:3 (8.), 11:11 (24.) und 12:12 (27.) erreichten die Eisenacher Gleichstand. Im Gegensatz zu den Gastgebern, die personell alles an Deck hatten, mussten die Eisenacher verletzungs- und krankheitsbedingt auf Tomas Sklenak, Girts Lilienfelds, Andreas Nositschka und Nick Heinemann verzichten.

«Meine Mannschaft hat sich wieder einmal nicht an die Vorgaben gehalten, mit elementaren Fehlern fleißig Präsente verteilt», bilanzierte ein gefrusteter ThSV-Coach Maik Handschke. «Wir haben im Vorfeld mehrfach das Abwehrverhalten und die Spielzüge des TV Neuhausen, unsere Antworten und das besprochen, was nicht passieren darf. Im Spielverlauf warfen wir unser Konzept einfach über den Haufen», schüttelte Maik Handschke verständnislos den Kopf.
Noch im Mannschaftsbus hatte er mit extra ausgewählten Videoeinspielungen versucht, seine Schützlinge nochmals zu justieren. «Weshalb betreibe ich einen so großen Aufwand, wenn es die Mannschaft nicht umsetzt, letztlich alles für die Katz ist», hegt der Eisenacher Trainer Selbstzweifel.
Nach einer relativ ausgeglichenen ersten Halbzeit vermochten die Eisenacher nach dem Seitenwechsel die etwas umgestellte Abwehr der Hausherren nicht mehr entscheidend zu knacken. «Wir spielten geduldig, verschafften uns nach dem Seitenwechsel über Sicherheit in der Abwehr den richtigen Lauf», frohlockte ein aufgekratzter Marius Gaugisch, Coach des TV Neuhausen. Er durfte zudem auf die Qualitäten seines Torhüter-Routiniers Milos Slaby bauen, der sich in Glanzform präsentierte. «Die Gastgeber verzeichneten ein klares Plus auf der Torhüterposition», vermerkte Eisenachs Trainer Maik Handschke. Immer wieder stand der gerade 38 Lenze gewordene Keeper in der bedrohten Ecke. Die Eisenacher brachten auch drei Strafwürfe nicht unter. Alexander Koke und Pavel Prokopec scheiterten am Keeper, Benjamin Trautvetter jagte das Leder vom Punkt über den Kasten. Lösten die Eisenacher die Abwehr der Gastgeber mit zum Kreis aufschließenden Rückraumspielern in der ersten Halbzeit mehrfach gut auf, versuchten sie es nach dem Seitenwechsel zu stereotyp über den Aufbaubereich, vernachlässigten das Miteinbeziehen der Außen.
Adrian Winkler forderte mehrfach ergebnislos durch Armzeichen den Ball auf Linksaußen. Der TV Neuhausen, von Aleksandar Stevic auf der Regieposition bestens geführt, zog mit beherztem Angriffsspiel vorentscheidend auf 25:20 (48.) davon, profitierte von riesigen Löchern im Deckungsverband der Eisenacher. Die Thüringer fighteten, agierten offensiver und bissiger in der Abwehr, durften beim 27:25 (54.) hoffen. «Im Bestreben die Partie noch zu kippen, gingen wir erhöhtes Risiko», so Maik Handschke. Unplatzierte Würfe von Alexander Koke und Pavel Prokopec wurden eine sichere Beute von Neuhausens Schlussmann Milos Slaby. Gegen die noch ungeordnete Abwehr der Thüringer sorgte Kreisspieler Julius Emrich im Doppelpack zum 29:25 (57.) für die Entscheidung. Im Hochgefühl öffneten die Gastgeber gar noch die Trickkiste, zauberten für ihre überaus dankbaren Fans, wie beim Treffer von Alexander Trost zum 32:25-Endstand (60.).

Angriffsspiel zu den Kreispositionen hält Eisenach auf Tuchfühlung
Mit dem Selbstbewusstsein ihrer Heimstärke starteten die Gastgeber sofort unter Volldampf, legten ein 3:0 (Stevic per Siebenmeter, 5.) vor. Erst dann zog Präzision ins Eisenacher Spiel ein. Martin Hoffmann versenkte zwei Steilvorlagen nach Tempogegenstößen zum 3:3 (8.). Rotation im Rückraum, sowohl personell als auch auf den Positionen, war beim ThSV Eisenach angesagt. Die Eisenacher suchten immer wieder den nach Krankheit wieder mitwirkenden Benjamin Trautvetter am Kreis, der sich mehrfach Ringkämpfereinlagen ausgesetzt sah. TVN-Keeper Milos Slaby sorgte mit drei Glanzparaden binnen weniger Sekunden (12.) für zusätzliche Stimmung bei seinen Teamgefährten und den voll besetzten Rängen. Seine Vorderleute trafen zum 7:4 (14., Hackius von Linksaußen). Bei Holztreffern hatten die Eisenacher erneut Pech, spielten aber zunächst geduldig weiter. Adrian Wöhler setzte beherzt und erfolgreich nach (8:6, 16.). Der eingewechselte Stanislaw Gorobtschuk wehrte einen Stevic-Siebenmeter ab (21.). Daniel Luther wuchtete zum Eisenacher Anschlusstreffer ein (10:9, 23.). Eiskalt versenkte Martin Hoffmann nach einem
Tempogegenstoß zum 11:11-Ausgleich (24.). Alexander Koke hatte dann die ThSV-Führung auf der Hand. Nach Regelwidrigkeit an Benjamin Trautvetter blieb jedoch Milos Slaby Sieger im Siebenmeterduell mit Eisenachs Rückraumspieler. Ein platzierter Wurf von Pavel Prokopec zum 12:12 (27.) bedeutete bereits den letztmaligen Gleichstand.

Endstation der Eisenacher Angriffszüge: TVN-Keeper Milos Slaby
Der Auftakt der zweiten Hälfte ging an die Hausherren. Aleksandar Stevic angelte sich ein Koke-Abspiel und startete zum 16:13 (32.) durch. Unplatzierte Eisenacher Würfe stellten Milos Slaby vor keine großen Aufgaben. Anders die Hausherren, die durch Aleksandar Stevic auf 19:15 (36.) erhöhten. Eine Rarität: Eisenachs Abwehrspezialist Till Bitterlich startete erfolgreich zum wuchtigen Tempogegenstoß durch (17:19, aus ThSV-Sicht, 39.). Im Gegenzug ließ sich Eisenachs Abwehr zum 20:17 «vernaschen». Bei einem Tempogegenstoß wollten die schwachen Unparteiischen Gentes/Franz bei Eisenachs Martin Hoffmann einen technischen Fehler ausgemacht haben. Eisenachs Trainer Maik Handschke brachte die Beschwerde «Gelb». Doch der ThSV Eisenach blieb auf Tuchfühlung. Lazar Tosic traf für seine Farben zum 18:20 (44.). Ralf Bader dankte für ein Riesenloch in der Eisenacher Deckung zum 21:18 (44.). Die Hereinnahme von Philipp Lindner im Deckungsverband sorgte für nur wenig Stabilisierung. In Unterzahl verlor Lazar Tosic das Leder, Julius Emrich marschierte zum 25:20 (48.) durch. Eisenachs Angriffsspiel wirkte hölzern. Immer wieder stand Milos Slaby im Mittelpunkt, vereitelte sogar einen Eisenacher Kempa-Treffer (50.). In Überzahl jagte Pavel Prokopec das Leder über das Ziel. Daniel Luther behielt bei einem Tempogegenstoß kühlen Kopf. Die Eisenacher waren beim 27:25 (54.) auf Reichweite. In den verbleibenden knapp sechs Minuten trafen gegen die viel riskierenden Eisenacher jedoch nur noch die Hausherren.

Brisantes Heimspiel: ThSV Eisenach erwartet den HSC Coburg
Zum brisanten thüringisch-fränkischen Nachbarschaftsvergleich empfängt der ThSV Eisenach am Samstag, 20.03.2010 um 19.30 Uhr den arg in Abstiegsnöten schwebenden HSC Coburg. Die Gäste haben bereits eine Großzahl von Tickets geordert, sodass mit einer großen und stimmungsvollen Kulisse in der Werner-Aßmann-Halle zu rechnen ist. Anhänger des ThSV Eisenach sollten sich rasch ihr Ticket im Vorverkauf sichern….!

Statistik

TV Neuhausen/Erms: Slaby, Becker (ab 57.); Emrich (5), Fiedler (4), Trost (3), Reusch, Schiller (3), Stevic (6/3), Dürner (1), Hackius (3), Michalik, Gutbrod (4), Bader (3), Eisele

ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk (bei einem Siebenmeter und ab 27.); Hoffmann (2), Trautvetter (3), Lipsky, A. Wöhler (3), Luther (5), Bitterlich (2), Lindner, Koke (3/3), Tosic (3), Prokopec (4),

Siebenmeter: Neuhausen 4/3; Eisenach 6/3

Zeitstrafen: Neuhausen 3 x 2 Min.; Eisenach 4 x 2 Min.

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