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Das Ziel ist klar: Qualifikation für die eingleisige 2. Handballbundesliga

Der ThSV Eisenach steht vor dem Start in die Punktspielsaison 2010/2011 der 2. Handballbundesliga der Männer. Jede Punktspielserie ist wichtig, die kommende jedoch von eminenter Bedeutung. Ging die zweithöchsten Handball-Spielklasse Deutschlands bisher in zwei Staffeln, einer Nord- und einer Südstaffel, mit je 18 Mannschaften, auf Tore- und Punktejagd, wird es aufgrund einer Strukturveränderung in der Saison 2011/2012 nur eine eingleisige 2. Handballbundesliga (analog dem Fußball) geben.
Der neuen Spielklasse gehören dann 20 Teams an, acht aus der Nord- und acht aus der Südstaffel. Da aus jeder Staffel der Erste in die 1. Bundesliga aufsteigt, qualifizieren sich die Clubs von Platz 2 bis 9. Hinzu kommen die Absteiger aus der 1. Bundesliga.
Komplettiert wird das 20er Feld durch eine Zusatzrunde zwischen den jeweils beiden Zehnten der Nord- und Südstaffel der 2. Ligen und den Regionalligameistern. Maximal zwei Drittligisten können in die 2. Bundesliga aufsteigen.
Die Mannschaften der 2. Ligen stehen, wie das «Handball-Magazin» titelte, vor einem Überlebenskampf. «Die Qualifikation für diese eingleisige 2. Handballbundesliga ist einem Aufstieg gleichzusetzen», betont Karsten Wöhler, der Geschäftsführer der ThSV-Marketing GmbH.
Der Verein und die gesamte Region stehen somit vor einer riesigen Herausforderung. Der Traditionsverein will in der Saison 2011/2012 in der eingleisigen 2. Handballbundesliga spielen.
Die Verantwortlichen im Vorstand und der Marketing GmbH sehen der Umsetzung dieses Zieles mit Optimismus entgegen, sehen sich sportlich und wirtschaftlich für diesen «Überlebenskampf» gut gerüstet. «Wir haben die Lizenz ohne Auflagen erhalten», erklärt Gero Schäfer, seit November Präsident des ThSV Eisenach, nicht ohne Stolz. «Nahezu alle Sponsoren halten zur Stange, erhöhen teilweise ihr Engagement. Neue Sponsoren, neue Partner konnten gewonnen werden», berichtet Karsten Wöhler, der Geschäftsführer der ThSV-Marketing GmbH. Er hofft zugleich auf steigende Zuschauerzahlen, als stimulierendes Element für die Akteure auf dem Parkett und als wirtschaftlicher Faktor. «Jedes Spiel wird zu einem Endspiel», unterstreicht Kreisspieler Benjamin Trautvetter. Mit «Benne» Trautvetter, in der Nachwuchsabteilung des ThSV Eisenach das Handball-ABC erlernend, führt ein echter «Isenächer» den ThSV Eisenach als Kapitän in die Saison.

Kämpfen wie die Wikinger
«Wir müssen endlich unser vorhandenes Potential abrufen», wiederholt Präsident Gero Schäfer mehrfach. «Wir haben eine gute Mannschaft. Das Potential herauszukitzeln, ist die Aufgabe des Trainers», nimmt der Präsident Adalsteinn Eyjolfsson in die Verantwortung. Der 33-jährige Isländer übernahm bereits im Mai die Geschicke für den zu TUSEM Essen abwandernden Maik Handschke. Seit 2002 ist Adalsteinn Eyjolfsson, der seine eigene Laufbahn verletzungsbedingt frühzeitig beendete, im Trainergeschäft; in Island und Deutschland; zunächst bei den Frauen (u.a. TuS Weibern in der 1. Bundesliga), danach im Männerbereich (vor seinem Wechsel unter die Wartburg bei Regionalligist SVH Kassel). «Wir müssen kämpfen wie die Wikinger», betont der Isländer in Diensten der Thüringer.
Die skandinavische Handballphilosophie gepaart mit Eisenacher Tugenden wie Kampfkraft und Heimstärke soll die Quelle des Erfolges werden. Das Feuer der Leidenschaft soll bei den Heimspielen schnell auf die Zuschauerränge übergreifen, damit die Werner-Aßmann-Halle wieder zu einer Festung wird.

Variabilität im Rückraum
Das Gesicht der Mannschaft hat sich gegenüber der Vorsaison etwas verändert. Die Rückraumspieler Krisztian Szep-Kis und Christoph Jauernik haben ihre Kariere beendet. Christoph Jauernik ist in den Trainerstab gewechselt und zudem als Assistent der Geschäftsführung tätig. Regisseur Pavel Prokopec hat es zum TUSEM Essen gezogen Das Engagement von Rechtsaußen Martin Hoffmann lief zum Saisonende aus; er hat sich Regionalligist Anhalt Bernburg angeschlossen. Keeper Andreas Nositschka verließ berufsbedingt Eisenach, betätigt sich künftig handballerisch im Tor von Regionalligist TV Gelnhausen. Der ThSV Eisenach und der junge Rückraumspieler Lazar Tosic beendeten nach wenigen Wochen dauernden Intermezzo während der Rückrunde der vergangenen Saison ihre Zusammenarbeit.
Qualität und Quantität im Rückraum haben sich gegenüber der Vorsaison sicherlich verbessert. Mit Tomaas Sklenak und Alexander Koke (kam im Laufe der Vorsaison, im November) stehen zwei unterschiedliche Typen für die Aufgabe des Spielgestalters zur Verfügung. Die Verpflichtung des erfahrenen Torjägers Eryk Kaluzinski (33 Jahre, kam vom HSV Hannover) und des jungen Linkshänders Gabor Langhans (21 Jahre, von den Füchsen Berlin) soll für mehr Variabilität im Rückraum sorgen. Hier könnte Daniel Luther eine wichtige Jokerrolle übernehmen. Girts Lilienfelds, der lettische Nationalspieler, wenn endlich einmal verletzungsfrei, soll auf der rechten Angriffsseite (im Rückraum und auf Außen) wichtige Akzente setzen. Der Aufbaubereich soll neben eigener Torgefährlichkeit die Angriffszüge zu allen drei Kreispositionen initiieren. Die Stärken eines Benjamin Trautvetter an der Kreismitte gilt es zu nutzen. Für diese Position stehen weiterhin Neuzugang Petr Hruby, Till Bitterlich und Philipp Lindner bereit. Nick Heinemann, bis zum Sommer 2009 einer der Top-Torjäger im Team von Anhalt Bernburg in der Nord-Staffel, hat nach einer für ihn völlig unzufriedenstellenden Saison 09/10 Abwanderungsgedanken ad acta gelegt. Auf Rechtsaußen will der von der Körpergröße Kleinste im Team (1,78 m) für Power und Tore sorgen. Er dürfte sich zudem mit Alexander Koke die Aufgabe des Siebenmeterwerfers teilen. Für die Linksaußenposition sind Alexander Schiffner und Adrian Wöhler vorgesehen. Im Tempogegenstoßkonzept spielt Alexander Schiffner eine wichtige Rolle.

Mehr Abwehrstabilität
In deutlich zu verbessernder Abwehrarbeit, im Zusammenspiel mit Torhüter Radek Musil (dem Siebenmeterkiller der Liga der Vorsaison), sieht Adalsteinn Eyjolfsson eine Grundvoraussetzung bei der Umsetzung des Zieles. An der Verbesserung der Defensive, die Schwachstelle der Vorsaison, weil zu passiv, arbeitet der Coach seit seinem Amtsantritt. Der ehemalige tschechische Nationalspieler Petr Hruby könnte hier Spezialaufgaben übernehmen. Wichtig, es findet sich ein kompakter Deckungsinnenblock. Während der Vorbereitung wurde vielfach getestet. Der routinierte Radek Musil und der junge Stanislaw Gorobtschuk sollen ein sich gut ergänzendes Torhüterduo bilden.

Zum Heimauftakt gleich ein Titelanwärter
Die Zeit der Vorbereitung, der Testspiele ist vorbei. Zum Punktspielauftakt, am Samstag, 28.08.2010, empfängt der ThSV Eisenach um 19.30 Uhr in der heimischen Werner-Aßmann-Halle mit dem Bergischen HC gleich einen Titelanwärter. Gleich ein ganz dicker Brocken. Bereits ab 17.00 Uhr lädt der ThSV Eisenach anlässlich seines 20-jährigen Vereinsjubiläums zu einem bunten Rahmenprogramm für Groß und Klein (u.a. mit Hüpfburg, Torwandwerfen) ein. Tickets sind bereits im Vorverkauf erhältlich. Telefonische Reservierungen unter 03691/82800 oder 72360.

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