Debakel beim Tabellenführer 

Bildquelle: Archivfoto/sportfotoseisenach – Auf Spielertrainer Qendrim Alaj lastete ganz viel Arbeit

ThSV Eisenach II unterliegt bei Concordia Delitzsch mit 22:47 (9:24) / Kein externer Zugang auf der Torwartposition 

Die Schluss-Sirene war für den ThSV Eisenach II einer Erlösung! Der Tabellen-Letzte kam beim Tabellenführer nicht über die Rolle eines Trainingspartners hinaus. Concordia Delitzsch überrollte den ThSV Eisenach II mit 47:22 (24:9), untermauerte seine Vormachtstellung in der Liga, hatte am Vorabend in einem Nachholspiel bei Rot-Weiß Staßfurt mit 31:26 gewonnen. Für Concordia Delitzsch stehen 17 Siege und 1 Remis in der Saisonbilanz. Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten HC Elbflorenz beträgt 8 Punkte. Der ThSV Eisenach II belegt mit 8 Punkten 16. und letzten Tabellenplatz. Bis Platz 11 beträgt der Rückstand aber nur 4 Zähler. 

„Es war von Beginn eine klare Sache. Unser Spiel war von Abspielfehlern geprägt, unser Angriff atmete keine Tiefe. Die Gastgeber zogen gnadenlos ihr Spiel durch“, konstatierte Eisenachs junger Linkshänder Marec Stupka. Durch Tempogegenstoß-Treffer lagen die Wartburgstädter nach 160 Sekunden schon mit 0:5 hinten. Zur Halbzeitpause betrug der Rückstand 15 Treffer! „Wir wussten, wir sind nur Außenseiter, so untergehen wollten wir aber nicht. Delitzsch dominierte in Abwehr und Angriff. Unter Druck unterliefen uns Fehler in Serie“, erklärte ThSV-Rückraumspieler Julius Brenner. Die Eisenacher Keeper Aron Büchner und Lukas Mingram fühlten sich wie in einer Schießbude. Mit dem erhofften externen Zugang auf der Torwartposition hatte es nicht geklappt, sodass der 17-jährige Lukas Mingram aus dem eigenen Nachwuchs an die Seite des 22-jährigen Aron Büchner gerückt war. Beide standen etwa zu gleichen Teilen im Kasten, parierten zusammen 10 Bälle.  Lukas Mingram wehrte zwei Siebenmeter ab. 

Archivfoto/sportfotoseisenach – Ardit Ukaj markierte 4 Treffer

Es passte an diesem Abend ins Bild, nur Spielertrainer Qendrim Alaj und der verletzte 19-jährige Maarten Elwert bildeten den Staff auf der ThSV-Bank. Kein Co-Trainer, kein Teammanager, kein Mannschaftsbetreuer, kein Physiotherapeut. Ja nicht einmal ein „Eiskoffer“ stand zur Verfügung. „Eisenach mit nicht in der Nu-Liga hinterlegten Trikotfarben (Orange) erschienen“, vermerkten die sicher amtierenden Schiedsrichter Bruno Nisser und Nico Walter im Spielprotokoll. Im 17. Saisonspiel fehlte noch immer der Trikotsatz für die Saison 2025/2026. 

Konkurrenz ist noch in Reichweite

„Die fünfwöchige Punktspielpause hat uns nicht gutgetan.  Mit einer starken Abwehrleistung provozierte Delitzsch uns immer wieder zu Fehlern. Ihr Umschaltspiel lief auf Hochtouren“, bilanzierte Qendrim Alaj. Bis auf den erkrankten Leif Katzwinkel hatte er an Feldspielern alle an Deck. Hoffnung macht ihm, die Konkurrenz befindet sich weiter in Reichweite. „Wir müssen die Partie schnell abhaken, in der kommenden Trainingswoche viel positive Energie für das wichtige Heimspiel am Samstag gegen Oebisfelde tanken“, richtet Julius Brenner den Blick nach vorn. Handball ist ein Ergebnissport und da zählen Punkte. 

sportfotoseisenach – Mit sich und der Mannschaft unzufrieden, Marec Stupka. Hier beim Torwurf im Heimspiel gegen Glauchau

Tempogegenstoß auf Tempogegenstoß

Nach dem 5:0-Blitzstart (3. Min.) powerte Concordia Delitzsch weiter. Die Eisenacher resignierten schnell, die Köpfe senkten sich. Die Gastgeber sprühten vor Spielfreude, stillten ihren Torhunger, voran Dominik Eckart (13 Treffer) und Tom Hanner (8). Dominik Eckart netzte zum 10:2 ein (10.). Per Strafwurf markierte Qendrim Alaj den 3. Eisenacher Treffer (10.). Egal in welcher Rückraumformation, das Fehlerfestival ging immer weiter. Zuspiele zur Kreismitte wurden vielfach eine Beute der Hausherren. Routinier Thomas Oehlrich, vor wenigen Wochen noch einmal beim SC DHfK Leipzig in der 1. Handballbundesliga aushelfend, versenkte zum 18:6 (23.). Die Gäste von der Wartburg versuchten es mit Angriffszügen zu beiden Außenpositionen, zu Ardit Ukaj (links) und Armend Alaj (rechts). Zu mehr als 9 Treffern reichte es in den ersten 30 Minuten nicht. Die einheimischen Fans bejubelten im gleichen Zeitraum 24 versenkte Bälle. 

Archivfoto/sportfotoseisenach – Max Schlotzhauer besetzte im zweiten Abscnnitt die Kreisposition
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Concordia Delitzsch im Schlussgang heiß auf die 50-Tore-Marke 

Beide Teams wechselten im zweiten Abschnitt durch. Max Schlotzhauer übernahm beim ThSV Eisenach II die Kreisposition. Daniel Rehm, Felix Cech und Armend Alaj besetzten zunächst den Rückraum, später kamen die Youngster Louis Kryeziu und Tim Nothum, gemeinsam mit Ole Gastrock-Mey. „Es lief im Angriff einen Tick besser“, befand der die Rechtsaußenposition übernehmende Marec Stupka. Beim 34:14 (44.). betrug der Rückstand dennoch 20 Treffer. Die Gastgeber schienen einen Gang zurückzuschalten. Während einer Auszeit schien ihr Coach Jan Jungandreas das Interesse am Knacken der 50-Tore-Marke zu wecken. Sie erhöhten noch einmal die Schlagzahl. Kurz nach dem 47. Treffer war aber Schluss. Das Team von Concordia Delitzsch freute sich ausgelassen über den Kantersieg mit einer Differenz von 25 Toren. 

Statistik

NSV Concordia Delitzsch: Neuhäuser, Alpers; Seifert (5), Amtsberg (2), Prautzsch, Eckardt (1§), Bielicki (4), Ramos, Schmidt (3), Oehlrich (2), Griehl (6/3), Hanner (8), Reinhardt (2), Raab (1), Teichert (1)

ThSV Eisenach II: Büchner, Mingram; Ruppert (2), Kryeziu (2), Nothum, Rothhämel, A. Alaj (6/1), Miljak, Cech (2), Gastrock-Mey (1), Brenner (1), Rehm, Q. Alaj (1/1), Ukaj (4), Stupka (1), Schlotzhauer (2)

Siebenmeter: NHV Delitzsch 3/5 – ThSV Eisenach II 2/3

Zeitstrafen: NHV Delitzsch 1 x 2 Min. – ThSV Eisenach II 4 x 2 Min.

Schiedsrichter: Nisser/WalterZuschauer: 285