Den nächsten Topklub voll gefordert
ThSV Eisenach unterliegt am Ende bei der SG Flensburg-Handewitt mit 31:36 (18:21) / Sonntag Saisonausklang mit dem Heimspiel gegen den HSV Hamburg
Im letzten Auswärtsspiel der Saison verkaufte sich der ThSV Eisenach bei einem Top-Klub überaus gut. Bei der vor der Partie noch mit einem Champions-League-Ticket liebäugelnden SG Flensburg-Handewitt unterlagen die Wartburgstädter mit 31:36 (18:21). Die Flensburger mussten sich nach dem kapitalen Berliner 39:28-Erfolg in Melsungen am späteren Abend nun zum vierten Mal in Folge mit der Qualifikation für die zweite europäische Liga zufriedengeben. Sie gastieren zum Saisonausklang am Sonntag, 07.06.2026 bei den Füchsen Berlin, der ThSV.
Unter den 6.300 Zuschauern in der ausverkauften GP JOULE Arena weilten auch der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand und Flensburgs Handball-Legende Jim Gottfridsson. Der Rückraum-Mitte-Mann trug von 2013 bis 2025 das Trikot der SG Flensburg-Handewitt, war bis zum April dieses Jahres bei Pick Szeged am Ball und liebäugelt mit einer Rückkehr in die 1. Handballbundesliga. Nach dem Abpfiff verabschiedete die SG Flensburg-Handewitt mehrere Spieler, darunter mit Kapitän Johannes Golla und Torhüter Kevin Möller langjährige Leistungsträger. In der Schlussphase der Partie wurde es bereits hoch emotional: 70 Sekunden vor Abpfiff buzzerte Alex Pajovic noch einmal zum Timeout. Auf eine Ansprache verzichtete der Coach der SG Flensburg-Handewitt beim Stand von 35:30 allerdings. Stattdessen wurden Johannes Golla und Kevin Möller von der GP Joule Arena eine Minute lang mit Standing Ovation und Sprechchören gewürdigt. Johannes Golla (seit 2018 an der Flensburger Förde) wechselt zur MT Melsungen. Kevin Möller, der nach insgesamt zehn Jahren für die Norddeutschen im Sommer nach Dänemark zurückkehrt, hatte Tränen in den Augen. Mehr als eine Geste: Auch die Eisenacher Spieler applaudierten!
Peter Walz: Erst zwei Treffer ins leere Tor, dann Rot nach Gesichtstreffer
Der ThSV Eisenach, in seinen grünen Thüringen-Trikots, hatte Keeper Silvio Heinevetter wieder dabei, mussten aber erneut auf Philipp Meyer, Max Beneke und Alexander Saul verzichten. Jannis Schneibel und Bastian Freitag stehen weiterhin auf der Langzeitverletztenliste Die Hausherren hatten personell nahezu alle an Deck. Der ThSV Eisenach musste ab der 28. Minute auf Kreisspieler Peter Walz verzichten. Der ThSV-Kapitän hatte gerade zwei Bälle ins verwaiste Flensburger Gehäuse gezirkelt, stellte kurz darauf Flensburgs Rückraumspieler Lasse Möller zum Zweikampf. Die Referees Christian vom Dorff und Fabian vom Dorff entschieden nach Zuhilfenahme der Videobilder auf Rot wegen Gesichtstreffer. „Ja, ich habe ihn mit dem Unterarm im Gesicht erwischt, es war aber kein Schlag“, schilderte Peter Walz die Situation zu seinem vorzeitigen Aus, was zweifellos zu einer weiteren Schwächung des ThSV Eisenach führte.
Zielwasser zur Halbzeitpause vergessen
Die Männer von der Wartburg vermochten nach dem Seitenwechsel nicht an die Angriffseffektivität der ersten Halbzeit anzuknüpfen, sodass ihre Wurfquote insgesamt nur bei 62 Prozent lag, hingegen die der Gastgeber bei 77 Prozent. Auf eine 100-Prozent-Wurfquote kam beim ThSV Eisenach Tillmann Leu bei seinen 5 Treffern. Jeweils 4 Treffer aus 5 Versuchen wurden für Gian Attenhofer und Aleksandar Capric notiert. Felix Aellen trug sich mit 6 Treffern (aus 9 Versuchen) in das Spielprotokoll ein. Er jagte allerdings zwei Siebenmeter über das Flensburger Gehäuse. Erfolgreichste Werfer für die Hausherren war Simon Pytlik mit 11 Treffern, der damit einen persönlichen Rekord für die meisten Tore in einem Bundesligaspiel einstellte. Der Ex-Eisenacher Marko Grgic versenkte 9 Bälle. Auch das Torwartduell ging an die SG Flensburg-Handewitt. Deren Keeper Benjamin Möller steigerte sich im zweiten Abschnitt, nach nur 4 abgewehrten Bälle vor der Pause kamen nach dem Seitenwechsel 8 hinzu, was in der Summe zu 12 Paraden führte. ThSV-Keeper Matija Spikic parierte 4, der in der 43. Minute eingewechselte Silvio Heinevetter 3 Bälle, das ergibt 7 abgewehrte Bälle von 43 Würfen (Fangquote 16 Prozent).
„Uns hat ein bisschen der Killerinstinkt gefehlt. Durch die Tür, die uns Flensburg hin und wieder geöffnet hat, sind wir leider nicht hindurch. Die Flensburger haben vornehmlich mit ihren starken Rückraumspielern, mit Simon Pytlick und unserem ehemaligen Teamkollegen Marko Grgic, einfache Tore markiert. Ihr Torhüter Kevin Möller steigerte sich nach der Pause, wurde ein Faktor für die Gastgeber. Ab der 28. Minute musste ich ja leider zuschauen“, erklärte Peter Walz. Er hatte kurz zuvor gleich zwei Bälle aus der eigenen Hälfte ins verwaiste Flensburger Gehäuse gezirkelt. Der eigentliche Spezialist hierfür, der verletzte Philipp Meyer, staunte.
Torreiche erste Halbzeit
Die SG Flensburg-Handewitt wollte unbedingt den ersten Sieg seit dem 9. Mai, startete mit Emil Jakobsen, Marko Grgic, Simin Pytlick, Nicolas Kirkelökke, Domen Novak, Johannes Golla und Kevin Möller. Der THSV Eisenach begann mit Vincent Bücvhner, Oskar Jorlsson, Felix Aellen, Stephan Seitz, Gian Attenhofer, Tillman Leu und Matija Sopikic. „Wir kommen gut ins Spiel, führen mehrfach mit einem Treffer, geraten dann aber in Unterzahl mit drei Toren in Rückstand“, skizziert ThSV-Rückraumspieler Stephan Seitz die erste Halbzeit. Er selbst traf zum 2:3 (4.). Beim Stand von 5:6 hatte Felix Aellen die Chance zum 2-Tore-Plus, doch sein Siebenmeter-Ball landete ein gehöriges Stück über dem Flensburger Kasten (9.). Einen Steilpass von Torhüter Matija Spikic nutzte Justin Kurch zum 7:8 (12.). Johannes Golla besorgte mit einem Treffer ins verwaiste Eisenacher Gehäuse die 13:11-Führung für die Hausherren. Mit seinem 5. Torerfolg netzte Marko Grgic zum 15:12 ein (22.). Die Wurfquote der Norddeutschen lag zu diesem Zeitpunkt bei 91 Prozent. ThSV-Coach Sebastian Hinze rief zur Auszeit. Sein Team ließ sich nicht abschütteln. Gian Attenhofer legte das Leder von Rechtsau0en über Kevin Möller ins Netz, verpasste kurz darauf in doppelter Überzahl aber den möglichen Anschlusstreffer (25.). Simon Pytlik zog immer wieder erfolgreich ab. Die Eisenacher antworteten. Stephan Seitz versenkte zum 18. Eisenacher Treffer (20:18/29.).
ThSV Eisenach geht die Effektivität im Schlussgang verloren
Der stets anspielbereite und treffsichere Tillman Leu versenkte zum 19. Treffer für die Thüringer (21:19/34.). Dann scheiterten Stephan Seitz und Oskar Joelsson am Flensburger Schlussmann, parierte Eisenachs Keeper Matija Spikic einen Ball von Marko Grgic. Der vom Strich ohne Fehlwurf bleibende Emil Jacobsen verwandelte zum 23:19 (37.). Helle Aufregung beim Gastgeber, wenn Aleksandar Capric am Ball war. Marko Grgic und Johannes Golla fanden sich bei der SG Flensburg-Handewitt im Zusammenspiel, wie beim 25:22 (41.). „Wir ließen die Flensburger aber nicht davonziehen“, vermerkte Stephan Seitz. Er spielte zwischenzeitlich gemeinsam mit Vukasin Antonijevic und Aleksandar Capric im Rückraum. Der ins ThSV-Gehäuse eingewechselte Silvio Heinevetter parierte zwei Grgic-Würfe (43./48.). Tillman Leu und Aleksandar Capric trafen für die Thüringer (29:26/49.). Nach Regelwidrigkeit an Aleksandar Capric verwandelte Oskar Joelsson den fälligen Strafwurf (51.). Kurz darauf traf Felix Aellen doppelt (52./53.). Die Gastgeber kontrollierten das Spiel, zu enteilen vermochten sie nicht. Den Wartburgstädtern fehlte nun die Effektivität, sie scheiterten immer wieder an Torhüter Kevin Möller. „Wir haben den Flensburger Angriff nicht unter Kontrolle bekommen. Unsere Abwehr einschließlich der Torhüterleistung war nicht gut genug für Punkte. Und dennoch, wir waren mit unserer Leistung nicht weit weg von der des Spitzenteams der SG Flensburg-Handewitt“, bilanzierte ThSV-Keeper Matija Spikic. Die Rückraum-Shooter Simon Pytlik und Marko Grgic erhöhten für die Flensburger auf 35:29 (58.). Kurz darauf war die Abschiedszeremonie schon eingeleitet. Der junge Thilo Kbutzen (Flensburg) und Tillman Leu (Eisenach) markieren aber noch die Treffer zum 36:31-Endstand.
„Wollen uns mit einem Heimsieg aus der Saison verabschieden.!“
Zum Saisonausklang empfängt der ThSV Eisenach am Sonntag, 07.06.2026 um 15.00 Uhr den Handballsportverein Hamburg. „Wir wollen uns mit einem Heimsieg verabschieden und damit zugleich unseren Fans für die tolle Unterstützung während der gesamten Saison danken. Auch wenn die Regenerationsphase nach dem Auswärtsspiel in Flensburg inklusive der langen Fahrt nur kurz ist, wir werden noch einmal alles reinhauen, kämpfen und fighten. Auch, um den uns verlassenden Spielern einen schönen Abschied zu bereiten“, blickt Eisenachs Kapitän Peter Walz auf den Sonntagnachmittag.
Das Team des ThSV Eisenach wird von jungen Sportlern der HSG Erbstromtal auf das Parkett begleitet. Junge Sportler von Grün-Weiß Stockhausen stehen Spalier. Der HSV Hamburg wird von jungen Leichtathleten des Eisenacher Leichtathletikvereins in die Halle begleitet.
Der ThSV Eisenach informiert:
Dauerkarten
Von 13.00 bis 15.00 Uhr besteht wieder die Möglichkeit der Dauerkarten-Verlängerung am Fancontainer vor der Werner-Aßmann-Halle. Die Preise bleiben zur Vorsaison unverändert. Die Bezahlung kann in bar und per Karte erfolgen.
20 % Rabatt auf Fanartikel
Der ThSV Eisenach bietet am Sonntag alle Fanartikel zu einem Sonderrabatt von 20 Prozent an. Alle bisher bestellten ThSV-Trikots sind am Sonntag am Fancontainer abholbar.
Verabschiedungen
Nach der Partie werden die den ThSV Eisenach verlassenden Spieler verabschiedet. Der ThSV Eisenach bittet die Zuschauer, nach dem Abpfiff auf ihren Plätzen zu bleiben.
Festplatz Spicke steht nicht als Parkplatz zur Verfügung
Der Festplatz Spicke in der Adam-Opel-Straße steht am Sonntag nicht als Parkplatz zur Verfügung! Der ThSV Eisenach bittet Eisenacher zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Sportkomplex Katzenaue zu kommen. Die Parkhäuser Am Markt und in der Uferstraße, der Parkplatz Katzenaue und der Dualen Hochschule (Eberstraße) stehen zur Verfügung. Im direkten Umkreis der Werner-Aßmann-Halle sind die Parkplätze direkt am Spiel beteiligten Personen vorbehalten. Der „Schotterparkplatz“ ist für Parkkarten-Inhabern vorbehalten.
Statistik SG Flensburg-Handewitt – ThSV Eisenach 36:31 (21:18)
SG Flensburg-Handewitt: Buric, K. Möller (12 Paraden); Pytlick 11, Golla 5, Kirkelökke, Grgic 9, Detlefsen, Faljic, Tönnesen 2, Horgen, Volz, Jakobsen 7/5, Knutzen 1, Blagotinsek, Novak 1, L. Möller
ThSV Eisenach: Spikic (4 P.), Heinevetter (3 P.); Joelsson 2/1, Reichmuth, Capric 4, Attenhofer 4, Walz 2, Ende, Aellen 6/1, Antonijevic 1, Seitz 3, Kurch 2, Büchner 2, Leu 5
Zeitstrafen
SG Flensburg-Handewitt 5 x 2 Min. – ThSV Eisenach 4 x 2 Min., Rot für Walz (28./ Gesichtstreffer)
Siebenmeter:
SG Flensburg-Handewitt 5/5 – ThSV Eisenach 2/4
Schiedsrichter:
Christian vom Dorff / Fabian vom Dorff
Zuschauer:
6.300 (GP Joule Arena, Flensburg)