Der Drops scheint gelutscht

Bildquelle: sportfotoseisenach – Ole Gastrock-Mey wuchtee 3 Bälle in Folge beim 4:0-Lauf des ThSV Eisenach II zum 26:27-Anschlußtreffer bei
Nach der 31:33 (12:18) -Heimniederlage gegen den HV R-W Staßfurt wird es für den ThSV Eisenach II wohl zurück in die Oberliga Thüringen gehen – Oder gibt es doch noch eine Rettung!
Ist der Drops gelutscht? Ist der Abstieg nach der 31:33 (12:18) – Heimniederlage gegen den HV Rot-Weiß Staßfurt besiegelt? Qendrim Alaj, der Spielertrainer des ThSV Eisenach II, gibt die Hoffnung noch nicht auf. Die noch nicht final geklärten Fragen über die Zahl der Aufsteiger aus den Oberligen und ob der aus der 3. Liga absteigende SC DHfK Leipzig II nächste Saison in der MHV-Regionalliga oder eine Liga tiefer startet, sind Rettungsanker. Eventuell könnte der drittletzte Tabellenplatz zum Ligaverbleib reichen. Doch der Rückstand auf diesen beträgt 4 Punkte. Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich. Auch da sieht es für den ThSV Eisenach II schlecht aus. Die verbleibenden 3 Punktspiele müssten gewonnen werden, Schützenhilfe würde zusätzlich gebraucht.

Wieder frühzeitig deutlich im Rückstand
Das Heimauftritt gegen den HC R-W-Staßfurt war ein Spiegelbild der letzten Partien. Eine desolate erste Halbzeit sah den ThSV Eisenach II mit einem 6-Tore-Rückstand (12:18) in die Pause gehen. „Wir schaffen es einfach nicht, eine solide erste Halbzeit abzuliefern, dann hätten wir alle Optionen“, ärgert sich Mark Dragunski, der wieder das Coaching auf der Bank übernommen hatte. „Schon wieder lagen wir frühzeitig deutlich im Rückstand. Uns unterliefen viele einfache Fehler, wir spielten zudem nicht in die Tiefe“, schüttelte Leif Katzwinkel den Kopf. Als „inakzeptabel“ bezeichnete Qendrim Alaj die Angriffsleistung in der ersten Halbzeit. „Selbst die Umstellung auf einen 4-Mann-Rückraum blieb ohne den gewünschten Erfolg. Zur Pause kehrten wir wieder zum klassischen Kreisläufer zurück“, erklärte Qendrim Alaj. „Im zweiten Abschnitt stabilisierte sich unsere Abwehr, wir verkürzten, doch wir ließen leichtfertig gute Torchancen aus, was letztendlich ins Gewicht fiel. Alle haben gerackert, vorbildlich gekämpft, waren mit Leidenschaft dabei. Wie in den letzten Spielen, wir sind nicht weit weg“, konstatierte Ex-Nationalspieler Mark Dragunski, aktuell Nachwuchskoordinator des ThSV Eisenach.

Nach dem Anschlusstreffer nicht cool geblieben
Eine erste Aufholjagd zum 17:20 (39.) fand durch drei umstrittene Zeitstrafen ein Ende. In dreifacher Überzahl trafen die Gäste zum 17:22 (40.). „Uns fehlten Ballgewinne in der Abwehr und Torwartparaden. Gefühlt landete jeder Ball der Gäste bei uns im Tor“, so Qendrim Alaj. Doch die Eisenacher fighteten. Leif Katzwinkel (6 Treffer aus 7 Versuchen) vollendete von Linksaußen. Keeper Stanislaw Gorobtschuk parierte zwischen der 50. und 53. Minute 3 Bälle. Drei „Fackeln“ von Ole Gastrock-Mey schlugen in Folge im Gästekasten ein. Beim 26:27 (53.) hätte die Partie kippen können. Die über 200 Zuschauern hatten ihre Phonstärken erhöht. „Wir sind nicht cool, nicht clever geblieben“, so Leif Katzwinkel. Würfe von Armend Alaj und Duje Miljak landeten nicht im Tor. Lino Geckert netzte stattdessen zum 26:29 ein (55.). Und auch auf die Treffer von Conrad Ruppert zum 27:29 (56.) und dem 7. Treffer von Ole Gastrock-Mey zum 28:30 (57.) hatten die Staßfurter die passenden Antworten, trafen binnen weniger Sekunden zum 28:32 (57.). „Wir suchen die Fehler nicht bei den Schiedsrichtern, müssen uns an die eigene Nase fassen“, vermerkte Qendrim Alaj abschließend.

Gäste spielten ohne Druck locker auf
Der im Tabellen-Mittelfeld rangierende HV R-W Staßfurt konnte in Eisenach leicht und locker aufspielen. Alle Feldspieler beteiligten sich an der Trefferausbeute. „Wir hatten uns gut auf das Eisenacher Spiel vorbereitet. In der ersten Halbzeit dominierten wie auch Dank einer guten Leistung unseres Torhüters Sebastian Schliwa. Wir wussten, in der zweiten Halbzeit wird es schwerer. So kam es dann ja auch. Wir ließen gute Torchancen aus, haben den ThSV Eisenach II aufgebaut, der bis auf einen Treffer rankam, doch wir zeigten Charakter, verließen letztendlich als verdienter Sieger das Parkett“, bilanzierte Svajunas Kairis, der Coach des HV Rot-Weiß Staßfurt. In dessen Reihen stand mit dem 19-jährigen Gene Heinrichs ein Spieler, der kurzzeitig im Nachwuchsprojekt des ThSV Eisenach am Ball war. Malvin Haeske unterstrich mit 8 Treffern seine Torgefährlichkeit.
Zum Spielverlauf
Nur beim 1:0 durch Qendrim Alaj nach 68 Sekunden lag der ThSV Eisenach II ein einziges Mal in Führung. Beim von Leif Katzwinkel erzielten 2:2 (4.) leuchtete letztmalig ein Gleichstand auf der Anzeigetafel. Nach einem Zuspielfehler der Hausherren traf Jens Osterloh zum 2:5 ins ThSV-Gehäuse (6.). Kurz darauf stellte der ThSV Eisenach II um, spielte mit 4 Rückraumspielern im Angriff, mit Ole Gastrock-Mey, Jannes Rehm, Duje Miljak, Armend Alaj, dazu auf den Außenpositionen Leif Katzwinkel (links) und Marec Stupka (rechts). Eine frühzeitige Auszeit blieb ohne die erhoffte Wirkung. Eisenachs Angriffsbemühungen endeten am starken Deckungs-Innenblock der Gäste oder spätestens bei deren Keeper Sebastian Schliwa, der im ersten Abschnitt 7 Würfe parierte. Schnelles Umschaltspiel und kreativer Positionsangriff, von Justus Kluge initiiert, ließ die Gäste vom 10:13 /24.) auf 10:17 (28.) davonziehen. Der ThSV Eisenach II versuchte es nun im Rückraum mit Julius Brenner, Julian Rothhämel, Qendrim Alaj und Duje Miljak im Rückraum. Oldie Duje Miljak versuchte über den rechten Rückraum Torgefahr auszustrahlen, lochte auch zum 11:17 ein (29.). Pech für Armend Alaj, dessen Ball von der Lattenunterkante zurück ins Feld sprang (30.). Ein am Mittelkreis an den Kopf von Julius Brenner geschmetterter Ball blieb ohne Strafe.

Die Eisenacher kamen festen Willens aus der Kabine, die Partie noch zu drehen. Beim 17:20 (39.) wackelten die Staßfurter. Gleich drei Zeitstrafen gegen die Hausherren (Miljajk, Qendrim Alaj, Rehm) kamen ihnen bei den Treffern in dreifacher Überzahl zum 17:22 entgegen (40.). Mit Tim Steffen, Malvin Haeske und Max Klunge im Rückraum dominierten die Gäste trafen zum 20:25 (45.) und 22:27 (48.). Eisenachs sonst so treffsicherem Armend Alaj fehlte an diesem Tag das Zielwasser. Doch dann erhöhten die Hausherren, ausgelöst von Qendrim Alaj, ihre Angriffsaktivitäten, setzten Ole Gastrock-Mey vorn und Torhüter Stanislaw Gorobtschuk hinten klare Signale für den 4:0-Tore-Lauf. Doch der Ausgleichstreffer nach dem 26:27 (53.) fiel nicht. „Wer weiß, wenn der Ausgleichstreffer gefalle wäre, der Spielausgang wäre möglicherweise ein anderer geworden“, sinnierte Leif Katzwinkek, während er von Physiotherapeutin Jasmin Görtz nach dem Spiel auf der Massageliege behandelt wurde,
Das Restprogramm des ThSV Eisenach II in der MHV-Regionalliga Männer
Samstag, 25.04.2026 um 17.00 Uhr: HC Glauchau-Meerane – ThSV Eisenach II
Samstag, 09.05.2026 um 19.00 Uhr: ThSV Eisenach II – HG Köthen
Samstag, 16.05.2026 um 19.00 Uhr: SV G-W Wittenberg-Piesteritz – ThSV Eisenach II
Statistik ThSV Eisenach II – HV R-W Staßfurt 31:33 (12:18)
ThSV Eisenach: Gorobtschuk, Büchner, Mingram; Brenner (2), Rehm, Nothum, Stupka (2), Ruppert (3), Miljak (3), Kryeziu, Gastrock-Mey (7), Ukaj, A. Alaj (1), Katzwinkel (6), Q. Alaj (7/3), Rothhämel
HV R-W Staßfurt: Schliwa, Kleineidam; Danowski (4), Kluge (4), Steffen (2), Heinrichs (1), Geckert (2). Haeske (8), Hähnel (2). Winter (2), Vehse (5), Osterloh (1), Danneberg (2)
Siebenmeter: ThSV Eisenach II 3/3 – HV R-W Staßfurt 0
Zeitstrafen: ThSV Eisenach II 5 x 2 Min. – HV R-W Staßfurt 6 x 2 Min.
Schiedsrichter: Richter/Olbrich
Zuschauer: 208