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«Der Wechsel nach Eisenach war richtig»

Beim 38:24 (16:11)-Kantersieg des ThSV Eisenach bei der HG Saarlouis zeichnete sich Rückraumspieler Hannes Jon Jonsson als überragender Spielgestalter und zugleich erfolgreichster Werfer (11 Treffer) der Wartburgstädter aus.

Wir baten den 32-jährigen Rückraumspieler, der sich im Oktober des Vorjahres einer schweren Operation an der Blase unterziehen musste, der in der Vorwoche beim 28:27-Erfolg der Eisenacher über den SC DhFK Leipzig sein Punktspielcomeback feierte, um ein Gespräch; kurz nachdem er am Samstagabend seine beiden Kinder ins Bett gebracht hatte:

Der ThSV Eisenach überrollte die HG Saarlouis in deren Heimstätte regelrecht. Mit welchen Pfunden wucherte ihr Team?
Hannes Jon Jonsson:
Wir waren besten vorbereitet auf die Spielweise der Saarländer, hatten die richtigen Mittel gegen deren aggressive Abwehr von Beginn zur Hand. Im Angriff lief es bei uns von Beginn richtig rund. Die Gastgeber vermochten unsere Angriffshandlungen nicht zu bremsen, schon gar nicht zu stoppen. Unsere Abwehr stand von Beginn sehr, sehr gut, eingeschlossen eine ordentliche Torwartleistung. Wir kauften den Saarländern von Beginn den Schneid ab. Auf alle taktischen Varianten der HG Saarlouis hatten wir sofort die richtige Antwort parat.

Ein Hannes Jon Jonsson brillierte als torgefährlicher Spielgestalter, der zugleich ganz viel mit seinen Mitspielern kommunizierte. Ist diese «Häuptlingsrolle» für Sie maßgeschneidert?
Hannes Jon Jonsson:
Ich bin ja nun ein etwas älterer Spieler mit Erfahrung. Diese Erfahrung einzubringen, das sehe ich als meinen Aufgabe. Kurzum, die Rolle als Spielgestalter, als Spielmacher gefällt mir und liegt mir.

Soll auch heißen, bei Ihnen geht es nach dem operativen Eingriff wieder aufwärts?
Hannes Jon Jonsson:
In kleinen Schritten geht es vorwärts. Ich fühle mich gut. Die wöchentliche Chemo-Therapie schlägt gut an. Ich versuche zugleich, mich selbst gut zu behandeln. Ich habe die Ernährung entsprechend umgestellt, schlafe viel. Die nächste medizinische Kontrolle ist in einem Monat vorgesehen. Ich hoffe sehr, es gibt nur positive Ergebnisse zu vermelden.

Sie spielten bis zur Vorsaison vier Jahre in der 1. Handballbundesliga,, beim TV Hannover-Burgdorf. Hand aufs Herz, ist der ThSV Eisenach reif für die höchste deutsche Handball-Spielklasse?
Hannes Jon Jonsson:
Ich glaube, mit der aktuellen Mannschaft kann der ThSV Eisenach aufsteigen. Mein Gefühl sagt mir aber, um die Klasse dann halten zu können, sind gezielte personelle Verstärkungen erforderlich. Schließlich steigt man ja auf, um oben zu bleiben! Dazu gehören neben der Mannschaft aber auch der Verein, mit Umfeld und Struktur. Auch das muss Erstligaansprüchen gemäß aufgerüstet werden!

Wo sehen Sie in handballerischen Belangen noch Reserven?
Hannes Jon Jonsson:
Ich sehe noch einige Verbesserungsmöglichkeiten. Ganz wichtig, Stabilität und Kontinuität. Wir brauchen mehr Intensität in der Abwehr, müssen nach vorn noch schlauer spielen. Wir sind auf jeden Fall auf einem guten Weg. Wir müssen jeden Tag bis zum 8. Juni 2013, dem letzten Spieltag der laufenden Saison, hart arbeiten!

Haben Sie sich mit Ihrer Familie inzwischen in Eisenach eingelebt?
Hannes Jon Jonsson:
Seit etwa sieben Monaten leben wir nun in Eisenach. Dazu gehörte aufgrund meiner Krankheit eine schwierige Zeit. Diese ausgeblendet, haben wir alle Vier uns gut in Eisenach eingelebt, sind sehr zufrieden. Unsere beiden Kinder, meine Tochter in der Kindertagesstätte in der Barfüßerstraße und mein Sohn in der Kinderkrippe im Mariental, werden bestens betreut. Der Schritt, nach Eisenach und zum ThSV Eisenach zu wechseln, war richtig!

Wir danken Ihnen für Ihre offenen ehrlichen Worte und wünschen Ihnen vor allem gesundheitlich alles Gute!

Rainer Beichler | | Quelle:

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