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Die Crux lag im Angriff

Keeper Blaz Voncina pariert 6 von 7 Strafwürfen, doch der ThSV Eisenach unterliegt bei den Rimpar Wölfen mit 23:26 (12:14)

Der ThSV Eisenach kassierte in der s. Oliver Arena Würzburg eine durchaus vermeidbare 23:26 (12:14) -Niederlage gegen die gastgebenden Rimpar Wölfe. Beide Teams gingen stark ersatzgeschwächt in die Partie, deren Austragung aufgrund von Corona-Fällen bei den Mainfranken lange auf der Kippe stand. Die Gastgeber kamen aus einer zehntägigen Quarantäne, mussten auf drei mit Corona infizierte Akteure verzichten, konnten mit Marino Mallwitz nur einen Torhüter aufbieten. Zwei blutjunge Männer operierten auf der so wichtigen Position des Spielgestalters, der 20-jährige Yonatan Dayan (7 Tore bei 9 Versuchen) bei den Rimpar Wölfen, der 21-jährige Martin Potisk (6 Treffer aus 9 Versuchen) beim ThSV Eisenach.

Die Zahlen des Spiels heißen 6 und 15. Eisenachs Torhüter Blaz Voncina parierte 6 von 7 Strafwürfe! Seine Teamkollegen vermochten daraus kein Kapital zu schlagen. Sie leisteten sich 15 technische Fehler im Angriff.

Sechs Strafwürfe hält man nicht alle Tage, doch das hat letztendlich nichts genützt, wir haben verloren, befand der Siebenmeter-Killer, der insgesamt 14 Bälle parierte, auf eine Fangquote von insgesamt 35 Prozent kam und das Torhüterduell für sich entschied.

Sieben zuerkannte Siebenmeter sprechen anderseits auch für die Angriffsgestaltung der Rimpar Wölfe, die mit Ballstafetten zum Kreis den Torerfolg suchten.

Wir haben gewonnen, da sind sechs ausgelassene Siebenmeter zu verschmerzen. Mit einer stabilen kämpferischen Abwehr, die sich im zweiten Abschnitt noch gesteigert hat, in der sich gegenseitig geholfen wurde, haben wir den Grundstein gelegt, analysierte ein aufgekratzter „Wölfe“-Trainer Ceven Klatt.

Die Eisenacher starteten mit einer 4:2-Führung (6.), bauten mit einem Fehlerfestival die Hausherren regelrecht auf. Die Rimpar Wölfe versenkten durch Michael Schulz und Tommy Wirtz zur eigenen 8:6-Führung (14.), ließen bis zur Schluss-Sirene nicht mehr den Gleichstand zu. Auf die von den Eisenachern nach dem Seitenwechsel praktizierte 5:1-Abwehr hatten die Hausherren passende Antworten parat.

Während unserer einzigen Trainingseinheit im Mannschaftsverbund haben wir uns auf diese Abwehrvariante vorbereitet, berichtete Ceven Klatt.

Sein Torhüter Marino Mallwitz, im Sommer vom VfL Lübeck-Schwartau gekommen und den seine Karriere beendenden Max Brustmann mit ablösend, parierte dann auch wichtige Bälle. Nur beim 15:14 durch Alexander Saul (34.) gelang den Thüringern der Anschlusstreffer. Die Eisenacher blieben stets auf Tuchfühlung (18:16, 40./ 22:20, 48./ 23:21, 52./ 24:22, 59.), die Wende herbeizuführen, gelang nicht. Egal, wen die Rimparer zur Siebenmeterlinie schickten, Eisenachs Oldie Blaz Voncina parierte. (Allein diese Duelle hätten eine große Zuschauerkulisse verdient, doch die Bekämpfung der Corona-Pandemie erforderte ein Geisterspiel in der s. Oliver Arena.) Nur Tommy Wirtz konnte Eisenachs Keeper anfangs per Strafwurf bezwingen, scheiterte dann auch zweifach. In der Endabrechnung fand dies nur Eingang in die Spielstatistik. Die Punkte blieben in Würzburg.

Mit der hohen Zahl an technischen Fehlern haben wir uns selbst in die Bredouille gebracht, die Gastgeber zu Gegenstoßtreffern eingeladen, befand Eisenachs zweiter Schlussmann Thomas Eichberger.

Eine Wurfquote von 61 Prozent, dazu die 15 technischen Fehler, unsere Angriffsgestaltung war das Thema, gestand Markus Murfuni, der Coach des ThSV Eisenach.

Ich bin enttäuscht. Mit 15 technischen Fehlern kann man kein Spiel gewinnen. Wir können nicht jeden Tag eine andere Baustelle aufmachen. Wir haben zu wenige Wechselmöglichkeiten, um zu reagieren, wenn ein Spieler mal einen schlechten Tag hat, konstatierte Eisenachs Manager Rene Witte.

Die verletzten Justin Mürköster, Kristian Beciri und Jonas Ulshöfer wurden schmerzlich vermisst. Kristian Volar saß zwar erneut auf der Bank, doch er befindet sich nach einer schweren Verletzung noch in der Aufbauphase. Andrej Obranovic musste im Spielverlauf auf vielerlei Positionen aushelfen. Angesichts der angespannten personellen Lage war Athletiktrainer und Physiotherapeut Alexander Nöthe froh, dass die Partie keine weiteren verletzten Spieler brachte. Bis zum Ende des Kalenderjahres stehen für den ThSV Eisenach noch drei weitere Punktspiele an; das nächste am Mittwoch, 23.12.2020 wenn der TuS Ferndorf unter der Wartburg gastiert.

Nach 4:2-Führung sich selbst aus dem Konzept gebracht
Die Eisenacher, mit Ante Tokic auf Rechts- und Ivan Snajder auf Linksaußen, Alexander Saul im rechten und Daniel Dicker im linken Rückraum, Martin Potisk als Spielgestalter, Hannes Iffert am Kreis und Balz Voncina im Tor starteten eine Woche nach dem 32:29-Derbysieg über den Dessau-Roßlauer HV selbstbewusst. Martin Potisk und Daniel Dicker versenkten jeweils doppelt zum 2:4 (6.). Den 4:4-Ausgleich von Benedikt Brielmeier beantwortete Willy Weyhrauch in Unterzahl zum 4:5 (9.). Nun begann das Eisenacher Fehlerfestival, Unter dem Druck der engagierten Abwehr der Hausherren verloren sie immer wieder durch technische Fehler das Leder. Ivan Snajder traf nochmals zum 6:6 (12.), dem letztmaligen Gleichstand. Die Rimpar Wölfe, vielfach durch Zeitstrafen gegen die Gäste in Überzahl, übernahmen das Sagen (11:8, 21.). Eisenachs Martin Potisk versuchte es immer wieder mit seiner Zweikampfstärke, die Gastgeber versuchten dicht zu machen.

Wir haben einiges versucht, einiges geändert, so ThSV-Coach Markus Murfuni.

Seine personellen Alternativen waren arg begrenzt. Alex Saul musste wieder einmal die kompletten 60 Minuten auf dem Parkett stehen. Andrej Obranovic schloss einen der wenigen Eisenacher Konter mit dem Anschlusstreffer ab (12:11, 27.). Adrian Wöhler netzte praktisch mit der Halbzeitsirene zum 12. Eisenacher Treffer und zum 14:12-Pausenstand ein.

Blaz Voncina hält, Eisenachs Angriff verdaddelt das Leder
Mit Ivan Snajder als vorgezogene Spitze einer 5:1-Abwehr starteten die Wartburgstädter in den zweiten Abschnitt. Der Ausgleichstreffer gelang kein einziges Mal. Diec Signale, die Keeper Blaz Voncina mit seiner Gala bei den Siebenmeter-Duellen sendete, konnten seine Teamkollegen im Vorwärtsgang nicht aufnehmen. Eine doppelte Überzahl nutzten die Rimpar Wölfe zum 18:15 (39.). In Unterzahl traf Martin Potisk für den ThSV Eisenach (18:16, 40.). Dominik Schömig lochte im Dreierpack zum 20:16 ein (41.). Kurz darauf sprachen die Referees die erste Zeitstrafe gegen die Hausherren aus, Diese trafen – in Unterzahl – zum 21:17 (Dayan, 44.). Ante Tokic wird Tommy Wirtz rüde von den Beinen geholt, kassiert eine Zeitstrafe. Den fälligen Siebenmeter brachte Adrian Wöhler aber nicht am Wölfe-Keeper Marini Mallwitz vorbei (47.). Kurz darauf nutzte Ante Tokic einen Ballgewinn in der Eisenacher Abwehr, um auf zwei Treffer zu verkürzen (22:20, 48.). Beim Stand von 24:21 (52.) griff Eisenachs Coach Markus Murfuni zur grünen Karte. Sekunden nach Wiederanpfiff fabrizieren die Eisenacher einen erneuten technischen Fehler, vermochten den Gegenstoß nur auf Kosten eines Strafwurfes zu stoppen. Dieser sah Keeper Blaz Voncina als Sieger. Beim folgenden Eisenacher Angriff war Wölfe-Schlussmann Marino Mallwitz zur Stelle. Kurz darauf versuchten sich Beneedikt Brielmeier (55.) und David Kovacic (58.) vergeblich, ThSV-Keerper Blaz Voncina von der Siebenmeterlinie zu überwinden. Ihnen schien das Herz schon vor dem Wurf in die Hose gerutscht. In Unterzahl, die Eisenacher standen wieder dezimiert auf dem Parkett, verkürzte Ivan Snajder von Linksaußen auf zwei Treffer (24:22, 59.)

Statistik
DJK Rimpar Wölfe: Mallwitz (9 Paraden); Schömig (3), Böhm, Karle, Franke, Kaufmann (4), Wirtz (4/1), Meyer, Schulz (3), Dayan (7), Kovacic (1), Brielmeier (4)
ThSV Eisenach: Voncina (14 Patraden), Eichberger; Volar, Iffert, Wöhler (2/1), Potisik (6), Tokic (3), A. Alaj, Dicker (4), Obranovic (1), Snajder (3), Weyhrauch (1), Saul (3)
Siebenmeter: DJK Rimpar Wölfe: 1/7 (Wirtz verwandelt 1 x gegen Vocinna u. scheitert 2 x an Voncina, Schömig, Dayan, Brielmeier u. Kovacic scheitern je 1 x an Voncina) / ThSV Eisenach: 1/2 (Wöhler verwandelt 1 x gegen Mallwitz und scheitert 1 x an Mallwitz)
Zeitstrafen: DJK Rimpar Wölfe: 4 Min. / ThSV Eisenach: 12 Min.
Schiedsrichter: Kauth/Kolb
Zuschauer: keine in der s. Oliver Arena

Th. Levknecht

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