Die Freude über den Klassenerhalt überwog
ThSV Eisenach unterliegt zum Saisonausklang dem HSV Hamburg mit 33:40 (18:15) / Jannis Schneibel verkündet seine Vertragsverlängerung/ Ganz viel Emotionen bei der Verabschiedung von 5 Spielern
Das letzte Saisonspiel des ThSV Eisenach begann mit ganz viel Beifall und endete mit ganz viel Emotionen. Vor dem Anpfiff verkündete Rückraumspieler Jannis Schneibel seine Vertragsverlängerung. Der 25-Jährige war der Regisseur der Eisenacher Aufstiegsmannschaft der Saison 2022/2023, zog sich zum Ausklang der Aufstiegssaison eine schwere Schulterverletzung zu. Seine Leidenszeit ging mit zwei Kreuzbandrissen allerdings weiter, einen während der Saison 2024/2025 bei Zweitligist HBW Balingen/Weilstetten. Im Sommer 2025 kehrte Jannis Scheibel zum ThSV Eisenach zurück und kämpft seitdem um eine Rückkehr auf das Parkett. Diese soll in der kommenden Spielzeit gelingen. Seit einigen Tagen nimmt er wieder am Mannschaftstraining teil. Die Vertragsverlängerung wurde mit langem aufmunterndem Beifall begleitet.
Hoch emotional wurde es nach dem Abpfiff. Maik Nowak, der Sportliche Leiter des ThSV Eisenach, dankte zunächst der gesamten Mannschaft für eine ganz starke Saison. Kaum einer habe dieser, nach dem personellen Aderlass vor einem Jahr, den Klassenerhalt zugetraut. Doch bereits 4 Spieltage vor dem Ende der Saison war dieser perfekt. „Trainer Sebastian Hinze war der Vater des Erfolges“, betonte Maik Nowak, begleitet von Ovationen der 2.850 Zuschauern in der erneut rappelvollen Werner-Aßmann-Halle. Dann wurden Rückraumspieler Max Beneke (wechselt zu Frisch Auf! Göppingen), Linksaußen Vincent Büchner (wechselt zum THW Kiel), Timothy Reichmuth (kehrt nach 4 Jahren zum HSC Suhr Aarau zurück), Abwehrchef Philipp Meyer (wechselt zum TVB Stuttgart) und Rückraumspieler Alexander Saul, der nach 9 Jahren das ThSV-Trikot auszieht, verabschiedet. In bewegenden Worten bedankten sich die fünf Spieler für eine tolle Zeit, in einer einzigartigen Halle mit einzigartigen Fans. Da floss manche Träne, versagte auch schon mal die Stimme. „Es war mir eine Ehre, für den ThSV Eisenach spielen zu dürfen“, erklärte Alexander Saul nach 302 Pflichtspielen und 943 Toren.
Bei 5-Tore-Führung schien der ThSV Eisenach auf Erfolgskurs
Zwischen der Vertragsverlängerung und den Verabschiedungen lag ein Handballspiel, das der ThSV Eisenach eigentlich gewinnen wollte. Verletzungsbedingt fehlten erneut Dominik Solak, Max Beneke, Philipp Meyer und Jannis Schneibel. Zu seinem ersten Bundesligaeinsatz kam das 19-jährige Eigengewächs Marec Stupka. Mit schwungvollen Angriffsaktionen und beherzter Abwehrarbeit sah es zunächst gut für die Wartburgstädter aus. Nach der 4. Parade von Keeper Matija Spikic behauptete sich im Gegenzug Stephan Seitz zum 10:5 (14.). Bis dahin hatte Linkshänder Moritz Ende 4 Angriffsaktionen von Rechtsaußen erfolgreich abgeschlossen. Die Gäste nutzten Überzahlphasen, ließen die Hausherren nicht enteilen (13:11/22.). Peter Walz eroberte das Leder und vollendete selbst zum 15:11 (25.). Alexander Saul markierte beim 17:13 seinen letzten Treffer für den ThSV Eisenach (29.). Alexander-Saul-Sprechchöre hallten durch das weite Rund. Mit überlegtem Lupfer traf Stephan Seitz zum 18:14 (30.). Für ihn standen am Ende 6 Treffer aus 8 Würfen.
ThSV Eisenach kassiert 25 Gegentore im zweiten Abschnitt
„Unsere erste Halbzeit war wirklich nicht gut, unsere zweite dafür super stark“, befand Torsten Jansen, der Coach des HSV Hamburg. „Wir sind mit einer Vielzahl an Fehlern in die zweite Halbzeit gestartet, kassierten Gegentor auf Gegentor“, konstatierte Eisenachs Gian Attenhofer. Der eigentlich abwehrstarke ThSV Eisenach kassierte 25 Gegentore in der zweiten Halbzeit. Also 25 Gegentore binnen 30 Minuten. „Die erste Halbzeit war in Ordnung, die zweite grauenhaft“, fand ThSV-Kapitän Peter Walz klare Worte. „Die Luft war raus“, merkten Peter Walz und Gian Attenhofer gemeinsam an. Die Hanseaten, geführt vom selbst torgefährlichen Regisseur Moritz Sauer (10 Treffer aus 11 Versuchen), übernahmen klar das Sagen. Moritz Sauter traf per Gegenstoß zum 20:24 (39.). Der ins Gäste-Gehäuse eingewechselte Mohamed El-Tayar parierte zunächst die Eisenacher Würfe. Treffer von Stephan Seitz (42.) und Vincent Büchner (43.) veränderten das Bild nicht. Oldie Casper Mortenmsen traf für den HSV Hamburg zum 23:28 ins leere ThSV-Gehäuse (46.). Aleksandar Capric sorgte für Aufregung in der Hamburger Deckung, markierte 5 Treffer (aus 5 Versuchen). Den Niedergang seines Teams vermochte er nicht zu verhindern. Oliver Norlyk (7 Treffer aus 10 Versuchen) netzte immer wieder ein. Elias Kofler traf zum 25:33 (50.). „Den uns sonst so auszeichnenden Widerstand gemeinsam mit der Halle gab es an diesem Tag nicht“, gestand Gian Attenhofer. Die Hanseaten sprühten vor Spielfreude. Der ins ThSV-Gehäuse eingewechselte Silvio Heinevetter parierte noch 3 Bälle. Den 40. Gegentreffer, eingenetzt vom 19-jährigen Xavier Apelt zum 31:40 (59.), vermochte auch er nicht zu verhindern. ThSV-Coach Sebastin Hinze beatragte eine Auszeit. Nicht für eine Ansprache. Das Team schob Alexander Saul in die Mitte des Spielfeldes. Der Dino des ThSV Eisenach wurde mit Beifall und Sprechchören geehrt. Auch die Spieler des HSV Hamburg applaudierten. Vukason Antonijevic und Aleksandar Capric trafen zum 33:40-Endstand. Kurz drauf begann die hoch emotionale Verabschiedungszeremonie.
Statistik
ThSV Eisenach: Spikic (7 Paraden/32 Gegentore), Heinevetter (ab 50.- 3 Paraden/ 8 Gegentore); Joelsson (3). Reichmuth (1), Capric (5), Attenhofer (1). Walz (2), Ende (5), Aellen (5/2), Antonijevic (1), Seitz (6), Kurch, Büchner (3), Stupka, Saul (1), Leu – Trainer: Sebastian Hinze
HSV Hamburg: El-Tayar (ab 31. – 4 Paraden/ 15 Gegentore), Haug (5 Paraden/ 18 Gegentore); Gadza (2), Magaard, (2), Norlyk (7), Kofler (2), Lassen, Jörgensen (5/1)), Weller (3/1)), Botta, Bo Andersen (4/1), Apelt (1), Olafsson, Sauter (10), Mortensen (4/1), Valiuillin – Trainer: Torsten Jansen
Siebenmeter:
ThSV Eisenach 2/2 (Aellen verwandelt 1 x gegen Haug und 1 x gegen El-Tayar)
HSV Hamburg 4/4 (Weller verwandelt 1 gegen Heinevetter, Jörgensen, Mortensen und Bo Andersen verwandeln je 1 x gegen Spikic)
Zeitstrafen:
ThSV Eisenach 5 x 2 Min. – Ende (11./45.), Kurch (17.), Aellen (20.), Seitz (39.)
HSV Hamburg 2 x 2 Min. – Olafsson (10./22.)
Schiedsrichter:
Marvin Cesnik/ Jonas Konrad
Zuschauer:
2.850 (ausverkauft)
Spielfilm:
7:4 (10.), 10:5 (14.), 16:13 (28.), 18:21 (37.), 22:27 (43.), 25:33 (50.), 30:39 (59.), 33:40 (60.)