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Die Jugendbundesliga bleibt erneut ein unerfüllter Traum

Die Jugendbundesliga bleibt erneut ein unerfüllter Traum

ThSV-A-Jugend unterliegt nach 29:28-Heimsieg im Rückspiel dem HC Elbflorenz mit 19:31 (10:13) / Coach Uwe Seidel: Mentaler Stress war zu hoch
Die Saison 2021/2022 in der Handball-Jugendbundesliga findet ohne den ThSV Eisenach statt. Wie im Vorjahr scheiterten die 17/18-jährigen Talente von der Wartburg in der Qualifikation. Kassierten sie vor einem Jahr zwei klare Niederlagen gegen die NSG EHV/Nickelhütte Aue, fuhren sie in diesem Jahr nach einem knappen 29:28-Heimerfolg über den HC Elbflorenz mit Zuversicht zum Rückspiel nach Dresden. Dort bezogen die Schützlinge von Uwe Seidel und Jan Gesell eine herbe 19:31 (10:13) -Niederlage. Der Start, mit einer eigenen 7:3-Führung (13.), ließ hoffen. „Die Gastgeber waren sichtlich überrascht. Ihnen unterliefen in der Anfangsphase sogar Wechselfehler. Wir hatten eigentlich alles im Griff“, erinnert sich Uwe Seidel. „Mit zunehmender Spielzeit machte sich bei uns die teilweise einjährige Wettkampfabstinenz gegen routinierte Gastgeber nachteilig bemerkbar. Mit dem Erstarken der Dresdner war unsere Psyche im Eimer. Einige waren komplett überfordert, der Level zu hoch, gestand der Ex-Nationalspieler. Die Gastgeber profitierten von ihren Zugängen aus Magdeburg und Leipzig. Nach dem Seitenwechsel wurden die Eisenacher eiskalt ausgekontert. Insgesamt 27 Fehlwürfe und 18 technische Fehler wies die Statistik von Jan Gesell für die Wartburgstädter auf.

Karsten Wöhler: Nach drei ausgeglichenen Halbzeiten entschied die dritte
Die Entscheidung vor 250 Zuschauern in der BallsportArena fiel zwischen der 27. und 47. Minute, als die mit starken Individualisten besetzten Dresdner vom 10:10 auf 23:12 enteilten. Maurice Nistroy und Nico Planken markierte zusammen 18 Treffer. „Eine starke Leistung von unserem Torhüter Lukas Willkommen, unterstützt durch die Abwehr vor ihm, leitete die Gegenstöße zur Spielentscheidung ein“, konstatierte Timo Meinl, der Torwart-Trainer des HC Elbflorenz, während seiner eigenen Karriere auch im Kasten des ThSV Eisenach(2006 bis 2008). „Zur Halbzeitpause war ja noch alles offen. Hoch statt tief werfen, war die Vorgabe an unsere Offensive. Doch es wurde weiter tief geworfen. Der Dresdner Keeper parierte Ball um Ball, sein Selbstbewusstsein stieg entsprechend“, berichtete Jan Gesell. „In der Endabrechnung der 120 Minuten, der 4 Halbzeiten im Hin- und Rückspiel, hatten wir die Nase vorn. Drei Halbzeiten waren ausgeglichen, lieferten sich beide Teams eine Partie auf Augenhöhe. Mein Respekt geht an die Eisenacher für deren Leistung nach nur 4-wöchiger Vorbereitungszeit. In Halbzeit 4 erreichten wir durch unsere Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torhüter das entscheidende Übergewicht. Über die erste und zweite Welle netzten wir rasch ein“, fasste Karsten Wöhler, der Manager und Sportliche Leiter des HC Elbflorenz, 1998 bis 2018 Spieler undManager in Eisenach, die beiden Qualifikationsspiele zusammen.

Der HC Elbflorenz muss nun in eine Dreier-Runde mit Vertretern aus den Handballverbänden Niedersachsen und Bremen. Zwei von diesen drei Teams spielen nächste Saison in der Jugendbundesliga. Wir wollen nun mit aller Intensität den letzten Schritt tun, um die Plattform Jugendbundesliga für unser Nachwuchsleistungszentrum zu nutzen, sportlich für unsere Talente und natürlich auch in der Außendarstellung“, erklärte Timo Meinl. Nach jetzigem Stand nimmt die A-Jugend des ThSV Eisenach am Spielbetrieb in der A-Jugend-Landesklasse Thüringens (Staffel 2) teil, die nach dem Rückzug von Nordhausen nur noch mit 5 Teams (Ilmenau, Petkus Wutha, Sondershausen, Arnstadt/Plaue und ThSV) startet.

Guter Start fand keine Fortsetzung
In der Besetzung mit Joel Stegner auf Links– und Max Schlotzhauer auf Rechtsaußen, Tizian Reum im linken und Ole Gastrock-Mey im rechten Rückraum, Karl-Marius Schnell auf Rückraum-Mitte, Leon Stehmann am Kreis und Bastian Freitag im Tor beginnend, beantworten die Eisenacher die rasche 2:0-Führung der Hausherren durch drei Treffer von Tizian Reum zum 2:3 (5.). Die Dresdner erhöhte ihre Aufmerksamkeit gegenüber Tizian Reum,attackierten diesen frühzeitig. „Leider war keiner in der Lage, das zu kompensieren“, merkte Jan Gesell kritisch an. Karl-Marius Schnell, Joel Stegner und Ole Gastrock-Mey versenkten zunächst zum 3:7 (13.). Das Signal für den HC Elbflorenz, eine Schippe draufzupacken, aggressiver zu agieren und zum 8:7 (20.) einzulochen. Bastian Freitag im ThSV-Kasten wehrte bis zum Seitenwechsel 6 Bälle ab, 6 Würfe der Hausherren verfehlten das ThSV-Gehäuse. Eine doppelte Überzahl vermochten die ThSV-Youngster nicht effektiv zu nutzen, kassierten nach Ausgleichstreffern prompt Gegentore. Der von Karl-Marius Schnell markierte Treffer zum 10:10 (27.) bedeutete den letztmaligen Gleichstand. Beim Stand von 13:10 für den HC Elbflorenz wurden die Seiten gewechselt.

Komplett den Kopf verloren
„Da war noch nichts verloren. Entsprechend haben wir unsere Mannschaft eingestellt. Mit Geduld wollten wir unsere Angriffsaktionen erfolgreich abschließen“, so Uwe Seidel und Jan Gesell. Die Torwürfe waren allerdings so richtig nach dem Geschmack des Dresdner Keepers. In den Köpfen der Eisenacher Spieler schien zunehmend Leere einzuziehen. „Die Leistungsträger wurden ihrer Verantwortung nicht gerecht“, gestand Uwe Seidel. Auch ein früher Torwartwechsel, Linus Trapp löste Bastian Freitag ab, verhinderte nicht mehr die Dominanz der Hausherren, vom 14:11 (33.) zum 23:12 (47.). „Die Torwartparaden waren mit der Knackpunkt“, freute sich Timo Meinl. Der Torwarttrainer des HC Elbflorenz hatten mit seinen Schlussleuten nach dem Hinspiel in Eisenach noch gehadert. Für Eisenachs Leon Stehmann war nach der 3. Zeitstrafe die Partie vorzeitig beendet (47.). Die Frage nach dem Sieger war freilich längst geklärt. Der HC Elbflorenz steuerte entspannt einem Sieg im zweistelligen Bereich und dem Erreichen der nächsten Qualifikationsrunde entgegen.

Statistik
HC Ebflorenz: Seifert, Willkommen; Wellner (2), Nistroy (11/3), Planken (7), Bohner (2), Paulick, Schürer, Mielchen, Schnurpel (2), Linke (5/1), Imm (1), Stolze (1)

ThSV Eisenach: Freitag, Trapp, Kleinschmidt; Schnell (4), Cech, Seidel (1), Reum (4), Stegner (2), Schlotzhauer (2), Stehmann (2), Jegminat (2), Gastrock-Mey (2), Steiner

Zeitstrafen: HC Elbflorenz 10 Min. – ThSV Eisenach 10 Min. (Rot Stehmann n. 3.ZS, 47.)

Siebenmeter: HC Elbflorenz 4/6 – ThSV Eisenach 0/2

Schiedsrichter: Friedel/Herrmann

Zuschauer: 250

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