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„Die Lage ist kritisch, aber es gilt, ruhig und besonnen zu bleiben.“

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
annis Schneibel fliegt heran.

ThSV Eisenach reist zum Doppelpack an die Nordsee: am Freitag ist Tabellenführer HSV Hamburg Gastgeber, am Sonntag der in Abstiegsnöten schwebende Wilhelmshavener HV

Im Doppelpack ist der ThSV Eisenach am Wochenende an der Nordsee gefordert. Tabellenführer HSV Hamburg ist am Freitag, 28.05.2021 ab 20.00 Uhr im Rahmen eines wissenschaftlich begleiteten Modellversuchs in der Barclaycard Arena (Fassungsvermögen 13.000 Besucher) vor 1.000 ZuschauernGastgeber. Der in argen Abstiegsängsten schwebende Wilhelmshavener HV empfängt am Sonntag, 30.05.2021 ab 17.00 Uhr in der heimischen Nordfrost-Arena das Team von der Wartburg. Die Eisenacher brechen am Freitagmittag Richtig Hamburg auf, beziehen von Freitag bis Sonntag in der Hansestadt Quartier. Die Spielvorbereitung auf die Partie in Wilhelmshaven einschließlich einer Trainingseinheit erfolgt in Hamburg. Von dort bricht der ThSV-Tross am Sonntagmittag zur Stadt an der Nordwestküste des Jadebusens, einer großen Meeresbucht an der Nordsee, auf.

„Wir brauchen noch 4 Punkte!“
Ja, die Lage ist kritisch, aber wir müssen ruhig und besonnen bleiben. Der Wiedereintritt nach der fünfwöchigen Zwangspause ist uns nicht gut gelungen. Und dennoch, der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz, den der TV Emsdetten mit 19 Pluspunkten belegt, beträgt 6 Punkte“, schildert Eisenachs Manager Rene Witte die Lage. Noch 4 Punkte in den ausstehenden 6 Spielen seien nötig, um den Ligaverbleib zu sichern. „Die Mannschaft hat alles in der Hand, doch wir wollen nicht bis Ende Juni bangen müssen“, betont Rene Witte. Sein Team habe bei den jüngsten Auswärtsspielen in Emsdetten und Ferndorf nicht das abgerufen, wozu sie in der Lage ist. „Die Zahl unserer technischen Fehler war gering, doch unsere Wurfquote lag bei nicht einmal 50 Prozent“, blickte ThSV-Coach Markus Murfuni auf die letzte Partie. Es habe, so Rene Witte und Markus Murfuni, Gespräche in unterschiedlichen Zusammensetzungen gegeben. Im Mannschaftskreis sei beispielsweise klar besprochen worden, was die Stunde geschlagen hat. Dass die Führungsspieler besonders gefragt sind, liegt für Markus Murfuni auf der Hand. Er wird bis auf die beiden langzeitverletzten Justin Mürköster und Jonas Ulshöfer vermutlich alles an Deck haben. Offen ist, ob der zuletzt verletzungsbedingt pausierende Ante Tokic zumindest für Kurzeinsätze zur Verfügung steht.

 

HSV Hamburg will Tabellenspitze verteidigen
Mit dem 30:24-Erfolg beim Dessau-Roßlauer HV konnte sich das Team von Trainer Torsten Jansen den ersten Platz in der 2. Liga zurückholen und steht nun mit 48:12 Zählern wieder vor dem TuS N-Lübbecke (48:14 Punkte; ein Spiel mehr) und dem VfL Gummersbach (47:13 Punkte). Die beide Mitkonkurrenten um den Aufstieg stehen sich zur gleichen Zeit im direkten Duell in Nettelstedt gegenüber. „Na klar, wir wollen auf Kurs 1. Liga bleiben, werden die Aufgabe gegen Eisenach voll konzentriert angehen. Aufgrund einiger verletzter Spieler ist die personelle Situation angespannt“, schildert Rückraumspieler Jan Forstbauer die Lage beim Tabellenführer. Der rechte Rückraumspieler, bisher 80 Treffer markierend, in der Saison 2014/2015 beim ThSV Eisenach und mit den Wartburgstädtern seinerzeit in die 1. Handballbundesliga aufgestiegen, ist aufgrund einer Oberschenkelverletzung zum Zuschauen verurteilt. „Für beide Teams wird es etwas Besonderes sein, nach so langer Zeit wieder vor Zuschauern zu spielen. Ob und für wen das ein Vorteil ist, wird sich erst wohl erst am Freitagabend zeigen“, sinniert Jan Forstbauer. Der HSV Hamburg wird vermutlich mit der Formation vom Sieg in Dessau auflaufen. Alle Leistungsträger dürften dabei sein, wie der torgefährliche Rückraum-Mitte-Mann Leif Tissier (136 Treffer), der mit 163 eingenetzten Bällen erfolgreichste Werfer seines Teams Niklas Weller (Kreis), der routinierte Tobias Schimmelbauer auf Linksaußen sowie die Torhüter Jens Vortmann (zum Jahreswechsel vom Wilhelmshavener HV gekommen) und Jonas Meier (in der Vorsaison bei der SG BBM Bietigheim). Die Hansestädter sind zweifellos klarer Favorit.

Jannis Schneibel: „Ein Sieg in Wilhelmshaven ist Pflicht!“
Der Wilhelmshavener HV wird derzeit mit 21 Pluspunkten geführt, bekommt aber zum Saisonende wegen des Wechsels des wirtschaftlichen Trägers 4 Pluszähler abgezogen. Die Norddeutschen hatten viele Klippen, wirtschaftliche, personelle und sportliche, zu meistern. Junge Talente von den Füchsen Berlin kamen zur Unterstützung in den Kader.Keine Frage, wir müssen punkten“, lässt Christian Köhrmann, der Coach des Wilhelmshavener HV, wissen. Seine Schützlinge sind am Freitagabend noch bei Bayer Dormagen gefordert. Von einem „Muss-Spiel“ spricht Markus Murfuni mit Blick auf den Sonntagnachmittag. „Bisherige Muss-Spiele, vorwiegend in heimischer Halle, haben wir erfolgreich gestaltet“, blickt der Eisenacher Coach zurück. Jannis Schneibel, der 20-jährige Spielgestalter des ThSV Eisenach, redet Klartext: „Ein Sieg in Wilhelmshaven ist Pflicht!“ Doch Vorsicht! Der personell gebeutelte Wilhelmshavener HV bog zuletzt im Finish einen Rückstand noch um, bezwang den HC Elbflorenz mit 27:25. Kreisspieler Bartosz Konitz netzte 8 Bälle ein. Der Deckungs-Innenblock des ThSV Eisenach muss folglich auf der Hut sein. Der 22-jährige Keeper Ivn Eres, ehemaliger kroatischer Junioren-Nationalspieler und im Februar von den Füchsen Berlin in die Jadestadt gewechselt, glänzte als starker Rückhalt. „Wir müssen die Abwehr der Wilhelmshavener wie beim Heimsieg mit viel Tempo in Bewegung bringen, die sich bietenden Torchancen gilt es, effizient zu nutzten“, erklärt Markus Murfuni.

ThSV Eisenach hofft auf Zulassung von Zuschauern bei den letzten Heimspielen
Langsam, ganz langsam öffnen sich wieder die Tore zu den Fußballstadien und auch zu den Handballhallen. Den Aufstieg des FC Hansa in die 2. Fußballbundesliga durften im Ostseestadion 7.500 Zuschauer bejubeln. Zum Zweitliga-Handball dürfen in Hamburg und zum Erstliga-Handball in Leipzig jeweils 1.000 Zuschauer in die Halle. „Wir hoffen im Rahmen eines Modellprojektes zu unseren letzten Heimspielen auch Zuschauer in der Werner-Aßmann-Halle begrüßen zu können. Die Gespräche hierzu laufen mit dem Gesundheitsamt des Wartburgkreises, Eisenachs Oberbürgermeisterin und den zuständigen Stellen auf Landesebene“, informierte Rene Witte. Er hofft, zumindest den treuen Dauerkarten-Inhabern noch Live-Spiele im Thüringer Handballtempel bis zum Saisonende ermöglichen zu können.

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