Die Zahl der technischen Fehler war zu hoch

ThSV Eisenach scheidet nach einer 16:14-Halbzeitführung mit einer 28:31-Niederlage beim HSV Hamburg im Achtelfinale des DHB-Pokals aus

Der Traum vom Einzug in das DHB-Pokal-Viertelfinale blieb für den ThSV Eisenach ein Traum. Die Wartburgstädter unterlagen bei Ligakontrahent HSV Hamburg mit 28:31 (16:14).

Zur Halbzeit schienen die Thüringer auf Kurs, verwandelten einen 5:9-Rückstand (13.) in eine 11:10-Führung (23.) und gingen mit einem 2-Tore-Plus (16:14) zu den Pausengetränken.

Wir hatten unsere Probleme im 6:0-Abwehrverband, warteten nicht mit der erforderlichen Beinarbeit auf, bilanzierte Hamburgs Trainer Torsten Jansen.

Nach phasenweise diszipliniertem Spiel gab es bei uns in der 37. Minute bei eigener 19:17-Führung einen Bruch, mit der Anhäufung technischer Fehler, konstatierte Misha Kaufmann, der Coach des ThSV Eisenach.

Seine Mannen konnten einen 22:24-Rückstand (49.) noch egalisieren (24:24, 50.). Doch dann klemmte die Säge im Angriff.

Unsere Umstellung auf eine aggressivere Abwehr zahlte sich aus, stellte Torsten Janßen erfreut fest.

Die Eisenacher präsentierten sich keinesfalls als – die vom HSV Hamburg angekündigte – ruppige Mannschaft.

© Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Ivan Snajder wartete bei seinen 6 Treffern mit einer 100-Prozent-Wurfquote auf.

Parallelen zum Punktspiel

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Die Partie ähnelte dem Punktspiel im Oktober in Eisenach. Seinerzeit ging der ThSV Eisenach mit einer 25:24-Führung in die letzten 11 Minuten – und unterlag am Ende 28:32. Der 41-jährige Ex-Nationaltorhüter Johannes Bitter war der Matchwinner für die Hanseaten. Im Achtelfinale des DHB-Pokals stand es in der 51. Minute 25:25. Beim Abpfiff in der mit 1.200 Zuschauern spärlich besetzten Sporthalle Hamburg bejubelten die Gastgeber einen 31:28 Erfolg. Die handballerische Klasse von Dani Bajens (8 Treffer aus 9 Versuchen) sprach dann für die Hausherren. Gegen die Gäste von der Wartburg entschied deren hohe Zahl an technischen Fehlern. Insgesamt 18, davon 12 allein in der zweiten Halbzeit.

Das waren einfach zu viele, bekannte Matija Spikic. Und ich hätte ein paar Bälle mehr halten müssen, ergänzte Eisenachs Keeper selbstkritisch.

Mit 10 Paraden entschied er allerdings das Torwartduell mit dem routinierten Hamburger Torhüterduo aus Jens Vortmann und Johannes Bitter. Doch das hatte letztendlich nur Einfluss auf die statistischen Werte.

Wir trafen zu viele falsche Entscheidungen, hätten eigentlich mit einer Führung in die Crunchtime gehen müssen, erklärte Eisenachs Ivan Snajder.

© Ch. Heilwagen / ThSV Eisenach
ThSV-Keeper Matija Spikic parierte 10 Bälle.

Mangelnde Angriffseffektivität

Ausschlaggebend für unser Ausscheiden war unsere hohe Zahl an technischen Fehlern im Angriff, aber auch das 7 gegen 6 der Hamburger haben wir nicht so gut verteidigt. Leider konnten wir nicht an die Leistung vom Sieg über Leipzig anknüpfen. Unsere mangelnde Angriffseffektivität stufe ich als kleinen Rückschritt ein, resümierte Jannis Schneibel.

Er richtete den Blick aber sofort nach vorn, auf das Heimspiel gegen den THW Kiel am kommenden Freitag.

Dem Rekordmeister wollen wir vor ausverkaufter Halle einen packenden Fight liefern, betonten der wieder dosierte Einsatzzeiten erhaltende Rückraumspieler und Linksaußen Ivan Snajder, für den bei 6 Treffern eine 100-Prozent-Wurfquote notiert wurde.

Manuel Zehnder benötigte für seine 8 Treffer nur 10 Versuche. Diese guten Quoten stehen freilich konträr zur Zahl der technischen Fehler nahezu aller, wobei einige Stürmerfoul-Entscheidungen gegen den ThSV Eisenach (9 an der Zahl) zumindest strittig waren. Letztendlich habe, so ThSV-Coach Misha Kaufmann, der HSV Hamburg verdient gewonnen.

Statistik
HSV Hamburg: Vortmann, Bitter(4 Paraden); Pachmann, Mortensen (8/5), Tissier (2), Lassen (4), Weller (2), Ossenkopp, Bo Andersen (4), Hartwig, Severec, Bergemann, Ilic (2), Benkendorf, Valiullin (1), Baijens (8)
ThSV Eisenach: Spikic (10 Paraden), Plaue; Reichmuth, Zehnder (8/2), Patrail (1), Walz (1), Mengon (1), Grgic (1), Ende (3), Meyer (1), Donker (1), Kurch (2), Schneibel, Snajder (6), Weyhrauch (1), Saul (2)
Siebenmeter: HSV Hamburg 5/5 – ThSV Eisenach 2/2
Zeitstrafen: HSV Hamburg 4 x 2 Min. – ThSV Eisenach 2 x 2 Min.
Schiedsrichter: Grobe/Kinzel
Zuschauer: 1201

Th. Levknecht

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