Anzeige

Diese Niederlage öffnet uns die Augen!

Selbstkritischer Eisenacher Coach nach der Pleite bei den Wölfen Würzburg

Das abwehrstärkste Team der Liga, der Tabellen-Zweite ThSV Eisenach, bis dato in keiner Partie 30 oder mehr Gegentreffer hinnehmend, kassierte am 1. Advent beim Tabellen-Schlusslicht Wölfe Würzburg gleich 32 Gegentreffer, markierte selbst nur 28 Tore. Unterm Strich stand somit eine völlig unerwartete 28:32 (11:14) – Niederlage. Nahezu 80 aus Eisenach mitgereiste Fans, mit Trommeln und einer riesigen blau-weißen Fan-Fahne, die ihr Team lautstark unterstützen, sorgten dafür, dass die Gastgeber mit 801 Zuschauern ihre Saisonrekordkulisse vermelden konnten.

Die Reaktionen in beiden Lagern waren völlig unterschiedlich. Nur allzu verständlich.

Diese Niederlage öffnet uns die Augen, sie zeigt einmal mehr, wenn wir nicht als Kollektiv funktionieren, wenn der Kopf nicht dabei ist, wir nicht den richtigen Focus finden, können wir nicht erfolgreich sein, konstatierte Eisenachs Trainer Misha Kaufmann.

Viele Grippe- und Verletzten-Fälle erschwerten ihm mächtig die Vorbereitung. Daniel Hideg, Willy Weyhrauch und Jonas Ulshöfer konnten dann auch in Würzburg nicht dabei sein. Der ehrgeizige Coach sah aber auch Kritikpunkte bei sich selbst. „Ich habe einiges übersehen, was man nicht übersehen darf, wie die Schwierigkeiten im Laufe der Woche. Ich habe zu wenig ermahnt, zu wenig in punkto Einstellung und Mentalität gefordert. Vieles hat nach wie vor mit dem Kopf zu tun. Dann verliert man auch beim Tabellen-Letzten. Uns fehlen Erfahrung und Qualität, wenn wir nicht als Kollektiv funktionieren. Dann setzt es eben auch eine Niederlage beim Tabellen-Letzten. Aber auch jede Niederlage hat was Gutes, wenn man aus ihr lernt“, formulierte Misha Kaufmann am Montagvormittag.

Wir zwangen die Würzburger 18-mal ins Zeitspiel, doch der Ball landete dann selbst aus ungünstigen Positionen im Netz. Unglaublich, ging Misha Kaufmann in die Analyse.

Dass ihm an diesem Tag nur ein Torhüter zur Verfügung stand, sollte sich als Handicap herausstellen. Erik Töpfer musste aufgrund einer bei der Erwärmung zugezogenen Schulterverletzung passen. Johannes Jepsen erwischte mit gerade einmal 4 abgewehrten Bällen, was einer Fangquote von 12 Prozent entspricht, keinen guten Tag. Aber auch seine Vorderleute machten es nicht viel besser, wie Jannis Schneibel bekannte.

Nach dem Seitenwechsel bekamen wir keinen Zugriff in der Abwehr. Schlimmer noch, einfache Sachen bekamen wir nicht verteidigt, so der 22-jährige Eisenacher Spielmacher.

Trotz der Verletzungs- und Krankheitsausfälle war für uns mehr drin, vermochten wir nicht alle Körner auf das Parkett zu bringen. Ich hoffe, für das samstägliche Spitzentreffen werden alle fit, damit wir der Übermannschaft der Liga Paroli bieten, vielleicht die Sensation schaffen können. Vielleicht schaffen wir die Einstellung des Saison-Zuschauerrekordes vom Derby gegen Dessau, erklärte Eisenachs Manager Rene Witte.

Er appelliert an die blau-weiße Anhängerschaft den Ticketvorverkauf (online unter www.thsv-eisenach.de und in der ThSV-Geschäftsstelle) zu nutzen.

Bei den Eisenacher Spielern spukte wohl auch schon der Ligagipfel am kommenden Samstag, 03.12.2022 um 19.30 Uhr in heimischer Halle gegen den bisher unbezwungenen Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten umher.

Durch die Niederlage in Würzburg haben wir es versäumt, von der Konkurrenz hinter uns etwas wegzuziehen, verwies Misha Kaufmann auf einen Aspekt in der Tabelle.

Die Wartburgstädter belegen mit 19:7 Zählern weiterhin den 2. Tabellenplatz, doch der Sechste, Eulen-Ludwigshafen, hat nur zwei Punkte weniger aufzuweisen,

Wölfe Würzburg happy
Julian Thormann, der Coach der Wölfe Würzburg, schwebte auf Wolke sieben.

Ich bin natürlich sehr, sehr glücklich, mit meiner Mannschaft ein Topteam der Liga bezwungen zu haben. Das sind für uns zwei wichtige Punkte. Wir haben gezeigt, jeden Kontrahenten der Liga schlagen zu können. Eine konstant gute Leistung ist dafür notwendig, keine Schwächephasen. Das haben wir gegen Eisenach eindrucksvoll gezeigt. Der Glaube an uns selbst und ein starker Andreas Wieser im Tor waren entscheidend. Alle unsere 4 Rückraumspieler, mehr haben wir nicht, trumpften stark auf. Alle im Team haben eine optimale Leistung gezeigt. Zum Schluss der Partie ist uns gegen die Eisenacher Deckung zwar nicht mehr viel eingefallen, doch es gab, als das Zeitspiel drohte, zumeist noch einen allerletzten Freiwurf, und der zappelte im Eisenacher Tor, sprudelte es aus ihm heraus.

Seine 4 Rückraumspieler kamen zusammen auf 20 Treffer.

Statistik
Wölfe Würzburg: Wieser, Siegl; Daugs, Böhm (4), Karle (2), Neagu (2), Schmidt (3), Kaufmann (8), Dürr (5), Hack, Beran, Rose (4), Seidler (4), Merk
ThSV Eisenach: Jepsen, Töpfer; Krass, Reichmuth, Hübke, Hangstein (6/3), Walz (4), Grgic (3), Tokic (2), Sousa, Marquardt, Meyer, Donker (2), Schneibel (5), Snajder (5), Saul (1)
Siebenmeter: Würzburg 0/1 – Eisenach 3/4
Zeitstrafen: Würzburg 2 x 2 Min. – Eisenach 3 x 2 Min.
Schiedsrichter: Hillebrand/Umbescheidt
Zuschauer: 801 in der tectake Arena Würzburg

Th. Levknecht

Anzeige
Anzeige
Top