„Ein ganz normales Spiel.“

Sebastian Hinze gastiert als Trainer des ThSV Eisenach bei seinem Ex-Verein Rhein-Neckar Löwen

Zwei Teams mit einer großen personellen Zäsur im Sommer stehen sich am Samstag, 13.09.2025 um 19.00 Uhr in der 13.200 Zuschauer fassenden SAP Arena in Mannheim gegenüber. Die hier beheimateten Rhein-Neckar Löwen empfangen den ThSV Eisenach und tragen die Favoritenrolle. Mit dem Team von der Wartburg kommt Sebastian Hinze, von Juli 2022 bis Juni 2025 Trainer bei den Badenern, seit 01. Juli dieses Jahres Coach in der Wartburgstadt. Für Sebastian Hinze wird es also eine Reise in die jüngste eigene Vergangenheit. 

Von einem besonderen Spiel für ihn will Sebastian Hinze allerdings nichts hören. „Ein ganz normales Punktspiel für mich“, erklärt der 46-Jährige. Aus seiner Zeit als Coach der Löwen hat er keine guten Erinnerungen an die Punktspiele gegen die Eisenacher mit drei Niederlagen in Folge, zwei davon gar in eigener Halle. Mit einem 31:28-Erfolg am 19.12.2024 über den ThSV Eisenach verbauten die Rhein-Neckar Löwen dem ThSV Eisenach den Einzug ins Final Four des DHB-Pokals ein. Ende März dieses Jahres gelang dann dem Team aus Mannheim ein 35:30-Punktspiel-Sieg in Eisenach. Das ist alles freilich Geschichte. Am Samstag steht das 19. Pflichtspiel zwischen beiden Teams an. Beginnend mit dem 24:21-Auswärtssieg des ThSV Eisenach am 15.12.1995 beim Löwen-Vorgänger TSV Baden Östringen. 

G. Frömberg – Eisenachs Abwehrchef Philipp Meyer ist in den Angriff aufgerückt und schließt ab

Die Rhein-Neckar Löwen sind gegenüber der Vorsaison im Rückraum breiter aufgestellt. Mit verschiedenen Spielertypen mit viel Qualität. Mit hoher Fernwurfqualität und sehr guten Eins-gegen-Eins-Spielern. Dadurch kann auch viel gewechselt werden. Im Team steht nicht der Spieler, der heraussticht. Die Rhein-Neckar Löwen der Saison 2025/2026 dürften von der Breite ihres Kaders profitieren. „Wir bereiten uns taktisch und individuell vor. Auch auf eine offensive Abwehrvariante der Gastgeber. Wichtig, wir bringen unser Spiel auf die Platte. Wir können für jeden Kontrahenten eine unangenehme Mannschaft sein“, erklärt Sebastian Hinze. Er hat personell alles an Deck, kann aber nicht alle Namen auf der Spielerliste eintragen lassen, da auf dieser nur 16 Spielernamen plus 5 Offizielle erlaubt sind. 

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Bei den Rhein-Neckar Löwen hat im Sommer, ähnlich wie beim ThSV Eisenach, eine neue Zeitrechnung begonnen. Sportchef Uwe Gensheimer hat alles mal so richtig auf links gedreht. Zum einen gewollt, zum anderen war er zum XXL-Umbruch gezwungen. Juri Knorr nutzte seine Ausstiegsklausel. Kurz vor dem Vorbereitungsstart sagten auch die fest eingeplanten Mikael Appelgren und Ivan Martinovic Tschüss, wechselten für eine hohe sechsstellige Ablösesumme zum ungarischen Spitzenclub One Veszprem. Sechs Abgänge stehen acht Zugänge gegenüber. Im Rückraum haben sich die Rhein-Neckar Löwen gleich fünffach verstärkt! Auf dem Trainerstuhl nahm Maik Machulla Platz. Sein Team schloss die englische Woche zum Saisonauftakt mit 4:2 Punkten ab. Einem 29:27-Auswärtssieg bei der MT Melsungen und einem 28:24 in heimischer Halle über Aufsteiger GWD Minden folgte einen 30:33-Niederlage beim HSV Hamburg. In der Hansestadt lagen die Rhein-Neckar Löwen nahezu in allen Statistiken (wie Wurfquote und Torwartparaden) vorn, reisten dennoch mit leeren Händen zurück. Immer dann, wenn sich die Chance zur Führung oder zum Ausgleich bot, schlich sich eine Unkonzentriertheit ein, unterliefen Patzer. Inzwischen zeichnet sich allerdings die Rückraumbesetzung mit Dani Baijens und Haukur Thrastarson Rückraum links und Rückraum Mitte, sowie Edwin Aspenbäck oder Lukas Sandel im rechten Rückraum ab. Und dann gibt es ja auch noch Rückraum-Shooter Sebastian Heymann. Am Kreis ist Jannik Kohlbacher, inzwischen stellvertretende Kapitän, gesetzt. Auf Rechtsaußen geht Patrick Groetzki in seine letzte Saison. David Späth und Neuzugang Mike Jensen bilden das Torhütergespann. 

sportfotoseisenach – Peter Walz, der Kapitän des ThSV Eisenach, beim Heimspiel gegen die MT Melsungen

ThSV Eisenach: Positives Fazit der englischen Woche  

„Wir haben gegen die MT Melsungen 45 Minuten einen Super-Handball gezeigt, haben dann aber klare Torchancen ausgelassen. Das hat Melsungen, trotz Verletzungsproblemen mit einer starken Mannschaft aufgelaufen, gnadenlos ausgenutzt. Uns haben zudem in der zweiten Halbzeit die Torwart-Paraden gefehlt, die wir gebraucht hätten“, blickt Rene Witte auf die 27:29-Heimniederlage im thüringisch-hessischen Nachbarschaftsduell. Mit den in der englischen Woche erzielten 2:4-Punkten zeigt sich der Eisenacher Geschäftsführer zufrieden. „Wir haben eine gute Entwicklung seit der Vorbereitung genommen, gegen Leipzig dominiert, uns beim Champions-League-Sieger SC Magdeburg mehr als achtbar aus der Affäre gezogen und hätten gegen Melsungen punkten können, wenn wir konzentrierter, abgezockter, ruhiger und mental stärker aufgetreten wären. Ärgerlich, dass uns das nicht gelungen ist. Jeder vermeidbare Punktverlust ist ärgerlich, weil in dieser Liga schwer aufzuholen. Alle haben gesehen, wir sind konkurrenzfähig, haben gegen jede Mannschaft die Chance zu punkten. Das sollte in die Köpfe rein. Ich sehe, wie die Mannschaft jeden Tag gemeinsam mit dem Trainer hoch konzentriert arbeitet. Ich bin mit der Entwicklung zufrieden.“

Th. Levknecht 

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