Anzeige

Ein Handballklassiker erlebt seine 96. Auflage

Im Traditionsderby empfängt der ThSV Eisenach am Samstag den EHV Aue

In der Saison 1961/62 standen sich die Handballmannschaften der BSG Motor Eisenach und der BSG Wismut Aue um Punkte auf dem Großfeld und in der Halle gegenüber. Die Nachfolger, der ThSV Eisenach und der EHV Aue, treffen am Samstag, 27.03.2021 um 19.30 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle um Punkte in der 2. Handballbundesliga der Männer aufeinander. Der ThSV Eisenach rangiert mit 20:24 Punkten auf Tabellenplatz 11, der EHV Aue mit 22:20 Zählern auf Platz 7.

Gern hätten wir die Partie vor Zuschauern ausgetragen, betonen die Manager beider Vereine, Rene Witte (Eisenach) und Rüdiger Jurke (Aue).

Beide Fanlager hätten sicherlich für eine stimmungsvolle Kulisse gesorgt. Sportdeutschland.tv (mit News und Vorberichten ab 18.45 Uhr) und der mdr per Livestream servieren das Derby dennoch nach außen.

EHV Aue: Nach längerem Hoch nun ein kleines Tief

Wir haben momentan 7 verletzte Spieler. Das verschiebt die Favoritenrolle ein wenig, erklärt Rüdiger Jurke, als Spieler und Manager ein Urgestein des Handballs im Erzgebirge. Wir jammern nicht, werden unser Bestes geben, ergänzt der einstige Kreisspieler. Der EHV Aue hat bisher eine überragende Saison gespielt, zollt Rene Witte den Gästen ein dickes Kompliment.

Die bisherige Saison 2020/2021 wurde beim EHV Aue von etlichen Widrigkeiten begleitet. Mehrfach zwangen positive Corona-Tests zu Quarantäne und Punktspielpausen. Hinzu kam der Nackenschlag der schweren Covid 19-Erkrankung von Trainer Stephan Swat. (Mit Erleichterung nahm auch der ThSV Eisenach die Nachricht auf, dass es ihm inzwischen etwas besser geht.) Anfang Dezember sprang Rúnar Sigtryggsson, in der turbulenten Saison 2004/2005 beim ThSV Eisenach als Spieler und Trainer, als Interimscoach beim EHV Aue ein. Bereits von 2012 bis 2016 fungierte der Isländer erfolgreich an der Seitenlinie im Erzgebirge. Vom 29.12.2020 bis zum 04.03.2021 trumpfte der EHV Aue ganz stark auf, inbegriffen eine Serie von 6 Spielen ohne Niederlage. Kreisspieler Bengt Bornhorn (bisher 105 Saisontreffer), auch als sicherer Siebenmeter-Werfer, die Rückraumspieler Adrian Kammlodt (97 Saisontreffer), Gabriel de Santis und Arnar Birkir Halfdansson, Linksaußen Kevin Roch, Torhüter Sveinbjörn Petursson und ihre Teamkollegen glänzten durch Abwehrstabilität und effektivem Angriffshandball, stockten die Bilanz auf 22 Punkte auf.  Zuletzt setzte es drei Niederlagen. Besonders die 22:35-Heimpleite im Sachsenderby gegen den HC Elbflorenz schmerzte. (Vier Wochen zuvor wurde das Hinspiel in Dresden mit 29:21 gewonnen!). Am Mittwoch unterlag der EHV Aue in einer Nachholpartie beim TV Emsdetten mit 28:35.

Unsere Abwehr hat zu viel zugelassen. Im zweiten Abschnitt ließen wir frühzeitig die Köpfe hängen, konstatierte Rúnar Sigtryggsson.

Sein Team wird sich, egal in welcher Besetzung, am Samstagabend bis in die Haarspitzen motiviert präsentieren.

Wartburgstädter wollen positive Entwicklung fortsetzen
Das Hinrundenspiel in der Erzgebirgshalle endete für den ThSV Eisenach mit einer 25:30-Niederlage.

Wir haben also einiges gutzumachen, betont ThSV-Coach Markus Murfuni.

Der letzte Eisenacher Heimsieg gegen den EHV Aue datiert vom 17.09.2016 (25:24). Am 26.12. 2017 hieß es 27:27. Aufgrund des vorzeitigen Saisonabbruchs standen sich beide Mannschaften in der Vorsaison nicht in der Werner-Aßmann-Halle gegenüber.

Für solch ein Derby, solch einen Klassiker, brauche ich als Trainer keine besonderen Vorgaben zu machen. Solch ein Derby, und das noch in heimischer Halle, ist in allen Köpfen gegenwärtig, betonte Markus Murfuni.

Der Dienstälteste im Team, Adrian Wöhler, erklärte seinen Mannschaftskollegen den besonderen Charakter dieser Partie.

Wir wollen unsere positive Entwicklung mit dem entsprechenden Resultat fortführen, verlautete aus der Kabine des ThSV Eisenach.

Aus den letzten drei Spielen verbuchten die Schützlinge von Markus Murfuni 5:1 Punkte. Der 28:25-Erfolg der Vorwoche in Konstanz hatte besonderes Gewicht. Die Neuzugänge Jannis Schneibel, Daniel Hideg und Peter Walz sowie Rückkehrer Hannes Iffert haben gehörigen Anteil an dieser Entwicklung.

Vergessen dabei dürfen wir freilich auch nicht unsere anderen Spieler, die die Neuzugänge bestens mit integriert haben. Bei der Auswahl der Spieler haben wir auf deren Typ, deren Charakter geachtet, die richtigen Erkenntnisse gewonnen. Nicht zu vergessen sind ebenso unsere verletzten Spieler, die stets Tuchfühlung halten, das Team unterstützen, unterstreicht Markus Murfuni, der den sich entwickelnden Mannschaftsgeist hervorhebt.

Das zuletzt so erfolgreich demonstrierte Tempospiel soll auch am Samstag der Schlüssel zum Erfolg sein. Der Einsatz von Torhüter Thomas Eichberger ist verletzungsbedingt noch fraglich. Oldie Blaz Voncina im ThSV-Tor konnte seine Fangquote zuletzt in den Bereich von 33 Prozent anheben.

Mit Andreas Fehr haben wir den Torhüter unserer zweiten Mannschaft mit im Boot, ein munterer und hochmotivierter Keeper, wichtig für den Mannschaftsgeist, betont Markus Murfuni, der das Personal vom erfolgreichen Trip an den Bodensee wahrscheinlich zur Verfügung hat.

Die Aufgaben auf Rückraum Mitte werden sich Martin Potisk und Jannis Schneibel teilen. Nach seinem guten Auftritt in Konstanz wird wohl Daniel Hideg im linken Rückraum beginnen.

ThSV Eisenach mit neuem Kooperationspartner
Der ThSV Eisenach freut sich über eine neue Kooperation! Die IU- Internationale Hochschule und der ThSV Eisenach besiegelten die neue Bildungspartnerschaft. Die IU als Thüringer Hochschule wird so ihrem eigenen Anspruch gerecht, Sportler in Thüringen zu fördern und zu unterstützen.

Aufgrund des hohen zeitlichen Aufwandes unserer Leistungs-Handballer ist ein Präsenzstudium nahezu unmöglich, deshalb sind wir froh, mit der IU einen Partner mit außergewöhnlichem Fernstudienprogramm gewonnen zu haben.

Th. Levknecht

Anzeige
Top