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Ein Hexer im Eisenacher Kasten

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Das Eisenacher Team jubelt.

Keeper Johannes Jepsen und Regisseur Fynn Hangstein führen ThSV Eisenach zum 29:26 (14:13) – Sieg bei der SG BBM Bietigheim • Am Freitag kommt der VfL Gummersbach

Das war schon mal eine Ansage! Der ThSV Eisenach eröffnete die Zweitbundesligasaison mit einem 29:26 (14:13) -Sieg bei der vom einstigen Weltklasse-Handballer Iker Romero trainierten SG BBM Bietigheim.

Unsere Abwehr inklusive der Torwartleistung und unser schnelles Spiel nach vorn, bezeichnete der vom TSV Hannover-Burgdorf ins Thüringische gekommene Rückraumspieler Malte Donker als die entscheidenden Faktoren. Vor dem ersten Spieltag weiß man nicht so richtig, wo man steht. Bei einem Aufstiegsanwärter mit einem neuen Trainer haben wir voll konzentriert aufgespielt. Mein Kompliment an das gesamte Team. Dieser Sieg sollte nun alle animieren, zum Heimspielauftakt am Freitag gegen Altmeister VfL Gummersbach in die Werner-Aßmann-Halle zu kommen. Mit großen Mühen ist es uns gelungen, über 2.000 Zuschauer in die Halle lassen zu dürfen, erklärte Eisenachs Manager Rene Witte.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Spektakuläre Parade: ThSV-Keeper Johannes Jepsen landet fliegend im Eisenacher Tor, pariert den Ball aber vor der Torlinie.

Keeper Johannes Jepsen mit einer Fangquote von 39 Prozent

Unglaublich, was dieser Torhüter hält, zollte der Hallensprecher in der Sporthalle Am Viadukt über das Mikrofon in der 54.

Minute Eisenachs Johannes Jepsen seine Anerkennung. Und auch die 787 Zuschauer honorierten die Paraden des Schlussmannes mit Beifall. Spektakulär, wie der 21-Jährige in der 47. Minute durch die Luft flog, im Tor landete, das Leder aber in seinen Händen vor der Torlinie hielt. Mit 16 Paraden und einer Fangquote von 39 Prozent zählte Johannes Jepsen zu den Garanten des Eisenacher Sieges.

Die Abwehr hat mir viel geholfen, gab der Eisenacher Keeper die Komplimente an seine Vorderleute weiter. Dieser Sieg war sehr wichtig für unsere Moral. Na klar, wir haben noch gehörig Verbesserungspotential. Mir macht es riesigen Spaß, in dieser jungen geilen Truppe Handball zu spielen, ergänzte der vom TuS Nettelstedt-Lübbecke gekommene, aber in Flensburg geborene auf augewachsene Neuzugang im Eisenacher Torhüterteam.

Beeindruckend, wie die Wartburgstädter, die mit einer 10:5-Führung (18.) selbstbewusst in die Partie gestartet waren, eine kleine Schwächephase zum Ende der ersten und zu Beginn der zweiten Halbzeit meisterten, als sie nach einem 14:16-Rückstand (33.) Ruhe bewahrten, ihre Linie beibehielten, mit schnellen Ballstafetten unter ganz viel Laufarbeit mit den Treffern zur eigenen 20:17-Führung (41.) antworteten. Sven Wesseling, der vom TV Emsdetten zur SG Bietigheim gekommene torgefährliche Rückraumspieler, hatte die Gastgeber mit seinen Treffern (insgesamt 8) angestachelt und die Hoffnung in den Reihen seines Teams genährt.

Diese kritische Phase haben wir souverän gemeistert. Das spricht für den Charakter unserer Mannschaft, strich Eisenachs Rechtsaußen Ante Tokic (4 Treffer bei 5 Würfen) heraus.

Linksaußen Ivan Snajder (6 Treffer) strahlte über eine 100-Prozent-Wurfquote. Mit Einläufern von den Außenpositionen sorgten die Eisenacher für Verwirrung im Abwehrverband der Hausherren um Kapitän Paco Barthe.

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Ausgelassener Jubel nach dem Abpfiff.

ThSV-Coach Murfuni: Wir haben als Kollektiv gewonnen!

Wir wollten den Flow aus der Vorbereitung mit in die Punktspielsaison nehmen. Das ist uns gelungen. Dass wir in Bietigheim einen vollen Erfolg landen, hatte wohl keiner auf dem Schirm. Das Spiel haben wir in mit dem absoluten Willen in der Abwehr gewonnen, mit exzellenten Pässen im Angriff haben wir die entscheidenden Nadelstiche gesetzt, unser Spiel auf den Punkt gebracht, freute sich Eisenachs Coach Markus Murfuni.

Sein Schachzug, Fynn Hangstein mit der Aufgabe des Spielgestalters zu betreuen, ging voll auf. Der 21-jährige Neuzugang vom TBV Lemgo Lippe übernahm auch die Verantwortung vom Siebenmeter-Strich.

Wir haben als Kollektiv gewonnen. Jeder hat seinen Anteil am Erfolg; auch diejenigen, die nicht auf der Platte standen. Man hat gesehen, wozu wir in der Lage sind, betonte Markus Murfuni.

Kapitän Peter Walz überzeugte einmal mehr. Hinten und vorne!

Wir müssen freilich auf dem Boden bleiben. Am Freitag stehen wir erneut einem favorisierten Kontrahenten gegenüber, fügte der Eisenacher Trainer hinzu.

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Fynn Hangstein dirigierte das Eisenacher Angriffsspiel und markierte selbst 7 Treffer.

Gastgeber bringen spanische Schule noch nicht auf die Platte

Natürlich haben wir uns mehr erwartet, Eisenach hat das sehr gut gespielt, musste Iker Romero, der Coach der SG BBM Bietigheim, eingestehen, der aber seine Mannschaft in Schutz nahm. Das erste Heimspiel ist immer schwer, bemerkte der Spanier zum Umstand, dass die SG BBM Bietigheim ihr Potential und nebenbei die Elemente der spanischen Handballschule noch nicht erfolgreich auf die Platte bringen konnte. Wir müssen uns weiter und weiter verbessern, die Saison ist noch sehr lang.

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Willy Weyhrauch markierte in der Endphase zwei wichtige Treffer.

Selbstbewusste Thüringer in Baden-Württemberg
Die erfolgreiche Vorbereitung mit 6 Siegen in 8 Testspielen, der 35:31-Erfolg im DHB-Pokal beim VfL Lübeck-Schwartau, ließ den ThSV Eisenach selbstbewusst nach Baden-Württemberg fahren. Dieses Selbstbewusstsein demonstrierten die Eisenacher von Beginn. Mit Ivan Snajder auf Links- und Ante Tokic auf Rechtsaußen, Daniel Hideg, Fynn Hangstein und Alexander Saul im Rückraum, Peter Walz am Kreis und Johannes Jepsen im Tor agierte die Abwehr kompakt und leichtfüßig gleichermaßen, wurde bestens strukturierte Handball nach vorn initiiert. Ante Tokic schloss zum 1:4 ab (8.). Johannes Jepsen kaufte Top-Torjäger Christian Schäfer gleich einen Siebenmeter ab (10.). Bei eigener Überzahl operierte der ThSV Eisenach mit zwei Kreisläufern (Walz und Iffert). Ivan Snajder netzte von Linksaußen zum 3:7 ein (14.), eine Fackel von Daniel Hideg zappelte zum 5:10 im Netz (18.). Die Hausherren brachten neues Personal. Sven Wesseling zog für die Gastgeber erfolgreich aus dem Rückraum ab. Ihnen gelangen nun auch Treffer über den Kreis (Jonathan Fischer). Kreativer und konsequent abgeschlossen, das Eisenacher Angriffsspiel. Malte Donker, sich mit Alexander Saul abwechselnd, lochte elegant zum 8:12 ein (22.). Johannes Jepsen kaufte dem freien Jonathan Fischer das Leder ab (24.). Nach Regelwidrigkeit an Peter Walz, vorausgegangen war ein Ballgewinn in der Abwehr von Jannis Schneibel, verwandelte Fynn Hangstein den fälligen Strafwurf zum 10:13 (27.). Treffer von Sven Wesseling (2) und Tim Dahlhaus zum 13:14-Pausestand ließen die Hausherren hoffen.

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So sehen Sieger aus: Daniel Hideg und Ante Tokic jubeln nach dem Coup beim Aufstiegsanwärter.

ThSV Eisenach meistert auch kritische Phase
Die Gastgeber starteten furios, von Juan de la Pena angetrieben, der selbst zum 16:14 vollendete (33.). Doch die Eisenacher fielen nicht um, schüttelten sich kurz, vertrauten ihrem Konzept. Petzer Walz (von Kreis), Fynn Hangstein (per Tempogegenstoß und im Nachwurf), Ante Tokic (von Rechtsaußen) und der eine Deckungslücke konsequent nutzende Alexander Saul sorgten dafür, dass die Uhren aus Eisenacher Sicht beim 16:19 (40.) wieder richtig gingen. Der zur Kreismitte von Rechtsaußen eingelaufene Ante Tokic traf zum 18:22 (45.). Auf mehr als zwei Treffer ließen die Eisenacher die Hausherren nicht heran. Willy Weyhrauch traf von Rechtsaußen zum 20:24 (50.), und auch der Versuch des Schluss-Spurtes der SG BBM Bietigheim wurde abgewehrt. Zum einen war da der Teufelskerl im Tor, zum anderen fielen die Eisenacher Treffer immer zum richtigen Zeitpunkt: 22:25 durch Ivan Snajder in Unterzahl nach einem Eckball-Zuspiel (53.), 23:26 durch Willy Weyhrauch von Rechtsaußen (56.). Wohl schon aus Respekt vor dem Eisenacher Keeper, jagte Bietigheims Jan Asmuth das Leder am Eisenacher Gehäuse vorbei (59.). Hannes Iffert machte mit seinem Treffer zum 25:28 den Deckel drauf. Fynn Hangstein lochte mit seinem 7. Treffer zum 26:29-Endstand ein.

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Ivan Snajder mit 100-Prozent-Wurfquote.

Dauerkarten- und Einzelticketverkauf läuft beim ThSV Eisenach
Seit dem Donnerstag der Vorwoche läuft der Dauerkarten- und Einzelticketverkauf beim ThSV Eisenach. Dauerkarten sind ausschließlich in der ThSV-Geschäftsstelle erhältlich, die hierfür extra am Montag und Dienstag von 09.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Einzeltickets für den „Kracher“ am Freitag, 17.09.2021 um 20.00 Uhr gegen den VfL Gummersbach sind vorrangig online unter www.thsv-eisenach.de, aber auch in der ThSV-Geschäftsstelle in der Werner-Aßmann-Halle, erhältlich.

Statistik:
SG BBM Bietigheim: Poltrum, Lehmann; Vlahovic (1), Claus (3), Öhler, Dahlhaus (3), Schäfer (3), De la Pena (4), Barthe (1), Asmuth (1), Wesseling (8/2), Pfeifer, Boschen, Fischer (2)
ThSV Eisenach: Voncina, Eichberger, Jepsen; Iffert (1), Wöhler, Hangstein (7/3), Walz (3), Hideg (4), Tokic (4), Sousa, Dicker, Donker (1), Schneibel, Snajder (6), Weyhrauch (2), Saul (1)
Zeitstrafen: SG BBM Bietigheim: 4 Min. (Dahlhaus, Wesseling je 2 Min.) / ThSV Eisenach: 8 Min. (Walz, Dicker, Snajder, Saul je 2 Min.)
Siebenmeter: SG BBM Bietigheim: 2/4 / ThSV Eisenach: 3/4
Schiedsrichter: Marvin Cesnik/ Jonas Konrad
Zuschauer: 787

Th. Levknecht

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