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Ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit?

ThSV Eisenach II kassiert im Amateurpokal beim SV Hermsdorf eine deutliche 20:28 (8:14)-Niederlage • Noch ganz viel Arbeit für Coach Kühr

Neuformiert ist der ThSV Eisenach II. Ein Team ist er noch nicht. Das ist die Erkenntnis aus dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison. Im Amateurpokal kassierte der ThSV Eisenach II beim SV Hermsdorf eine klare 20:28 (8:14)-Niederlage.

Hoffentlich ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit, sinnierten die von der HSG Werratal gekommenen Gebrüder Alaj.

Dass Routinier Philipp Emmelmann sich während der Erwärmung einen Hexenschuss zuzog und damit passen musste, ließen weder Trainer noch Spieler als Erklärung für die Pleite gelten.

Wir waren einfach nicht gut genug, erklärte ThSV-Coach Arne Kühr.

Was ist positiv zu bewerten? Die erneut gute Leistung des in den letzten 20 Minuten die Linksaußenposition besetzenden Tom Kreutzer (3 Tore) und der solide Einstand im Männerbereich des jungen Keepers Marius Noack, der ab der 40. Minute das ThSV-Gehäuse hütete.

Abstimmungsprobleme und Undiszipliniertheiten zuhauf
Nach eigener 7:6-Führung (15.) zerfielen die Eisenacher in Einzelteile. Mit effektiv strukturiertem Handball, die Stärken der einzelnen Spieler nutzend, zog der SV Hermsdorf zur Halbzeit auf 14:8 davon. Das Aufbäumen nach Wiederanpfiff blieb aus „es fehlte die hierfür nötige Aggressivität“, konstatierte Arne Kühr.  Der nur mit 8 Feldspielern aufgelaufene Absteiger aus der Mitteldeutschen Oberliga spielte souverän sein Pensum herunter. Mit einer Vielzahl technischer Fehler öffnete ihm der ThSV Eisenach II die Tür zu Tempogegenstößen.

Wir haben zu viele einfache Gegenstoßtore zugelassen, bilanzierte Arne Kühr und ergänzte, Abstimmungsprobleme waren offenkundig.

Im Angriff klemmte die Säge. Pjerre Liebelt, der Coach der Hausherren, hatte erkannt, dass nur Christian Lämmerhirt aus dem Fernwurfbereich Torgefahr ausstrahlt, ließ den Eisenacher Rückraumspieler – mit Erfolg – in persönliche Obhut nehmen. Die Wartburgstädter versuchten es in der ersten Halbzeit mit einer 5:1-Abwehrvariante, Luca Baur vorgezogen, doch das vermochte das Angriffsspiel der Hermsdorfer kaum zu bremsen. Auch der Versuch, mit einer Manndeckung von Armend Alaj gegen Hermsdorfs Rückraumspieler Razvan Vodut, brachte keinen Erfolg. Frust machte sich in den Eisenacher Reihen breit, der in Undiszipliniertheiten seinen Ausdruck fand. „Dadurch kassierten wir viele unnötige Zeitstrafen“, bekannte Arne Kühr. Spielphasen in doppelter Unterzahl waren ein Ergebnis dessen. Der Sieg der Hausherren wackelte nur beim Stand von 15:11 (36.), doch mit ihren Treffern zum 19:12 (43.) und 22:14 (46.) beseitigten sie alle Zweifel über den Einzug in die nächste Runde des Amateurpokals. Eisenachs Würfe wurden eine Beute von Hermsdorfs Schlussmann Robert Zehmisch oder verfehlten den Kasten teilweise um Meter.

Nach 7:6-Führung zum 8:14-Rückstand
Der ThSV Eisenach II, mit den Rückkehrern Christian Lämmerhirt, Qendrim Alaj und Markus Collatz im Rückraum, Kapitän Sascha Kleint auf Links- und Luca Baur auf Rechtsaußen, Tim Voigt am Kreis und Lars Kremmer im Tor, offenbarte von Beginn Abstimmungsprobleme. Qendrim Alaj versuchte es mit ballverlagernden Aktionen, die zunächst erfolgreich waren. Ein 3-Tore-Rückstand wurde in eine eigene 7:6-Führung umgewandelt. Luca Baur hatte eingenetzt. Christian Lämmerhirt gab Proben seiner Wurfqualitäten. Doch er und Markus Collatz schmetterten hernach das Leder in Richtung der Werbetransparente über dem Hermsdorfer Kasten, Luca Baur unterliefen zwei technische Fehler. Die Hausherren, mit neuen Instruktionen während einer Auszeit, trafen zum 12:8 (26.). Zeit für die grüne Karte durch ThSV-Coach Arne Kühr. Was folgte? Zwei völlig unnötige Zeitstrafen! Auch der gute Lars Kremmer vermochte die Treffer zum 14:8-Pausenstand nicht zu verhindern.

Bei hochsommerlichen Temperaturen waren die Wischer im zweiten Abschnitt im Dauereinsatz. Das „Wischmaterial“ wurde knapp, Handtücher zur Hilfe geholt. Standfestigkeit brachte das für den ThSV Eisenach II nicht. Ein kurzes Aufflackern (15:11, Tim Voigt vom Kreis) erwies sich als Strohfeuer. Das war`s beim ThSV Eisenach II. Einzelaktionen, das Auspacken der Brechstange und Zeitstrafen prägten den Großteil der zweiten Halbzeit.

Was im Training zu bearbeiten ist, haben wir alle gesehen, unterstrich Arne Kühr.

Am kommenden Sonntag steigt die Punktspielsaison.

Zum Punktspielauftakt kommt Aufsteiger SV Aufbau Altenburg
Nach dem Pokalaus ohne Applaus geht es nun in die Punktspiele. Am Sonntag, 03.09.2017 empfängt der ThSV Eisenach II um 16.00 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle des SV Aufbau Altenburg.

Der Aufsteiger macht die lange Reise bestimmt nicht, um artig die Punkte abzuliefern, betont Arne Kühr.

Foto 2: Lichtblick in der ThSV-Tristesse Tom Kreutzer trifft von Linksaußen, Daniel Bohrt ( Nr. 19) beobachtet dier Szene.

Statistik
SV Hermsdorf: Nedved (1),  Zehmisch; Rudolph (5), Reis (4), Hammer (1), Heilwagen (3), Ehm (8/4), Csikos (1), Remde (1), Vodut (3)
ThSV Eisenach: Kremmer, Noack; Urbach, A. Alaj (1).  Q. Alaj (2), Lämmerhirt (5), Collatz (4/1), Voigt (1), Kleint (2), Bohrt (1), Baur (1), Kreuzer (3), Schindler
Siebenmeter: SV Hermsdorf 4/4 – ThSV Eisenach II 4/1
Zeitstrafen: SV Hermsdorf 6 x 2 Min. / ThSV Eisenach II 8 x 2 Min. (Rot für Voigt n. ZS, 46.)
Schiedsrichter: Hauke/Lindig
Zuschauer: 100

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