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Ein Tor fehlte zum Landesmeistertitel!

ThSV-C-Jugend siegte nach 27:35-Hinspiel-Niederlage im Rückspiel mit 25:18 über den HBV Jena

Mit 25:18 gewonnen, doch letztendlich verloren. Der männlichen Jugend C des ThSV Eisenach fehlte ein einziges Tor zum Landesmeistertitel. Der ThSV Eisenach und der HBV Jena dominierten die Thüringenliga der männlichen Jugend C, für den Titel kam nur eines der beiden Teams in Frage. Die Entscheidung sollte im direkten Aufeinandertreffen fallen. Das Hinspiel in der Zeiss-Stadt hatten die ThSV-Talente mit 27:35 verloren, das Rückspiel am Sonntag in der Werner-Aßmann-Halle mit 25:18 (11:9) für sich entschieden. Ein 7-Tore-Sieg stand einer 8-Tore-Niederlage gegenüber. So jubelte der Verlierer des Tages, der HBV Jena. Beide Teams vertreten Thüringen nun bei den Mitteldeutschen Meisterschaften, treffen dort auf hochkarätige Kontrahenten, sodass die Trauben sehr hoch hängen werden.

Die Hypothek aus dem Hinspiel war zu groß. Leider boten wir in Jena keine gute Leistung. Und dennoch, die Jungs haben an sich geglaubt. Wir wollten zeigen, dass wir eine starke Mannschaft und spielerisch besser als der HBV Jena sind. Das ist uns gelungen, allerdings ohne Happyend. Wir versäumten es, mit einer klareren Führung in die Halbzeitpause zu gehen, dann wäre es für uns leichter geworden. Viel Verantwortung lag wieder bei Kyrill Höllein und Marec Stupka. Über die Distanz hatte der HBV Jena an diesem Tag den besseren Torwart, konstatierte Michael Stegner, gemeinsam mit Jan Gesell, das Eisenacher Trainerteam bildend.

Ich hatte schon vermutet, dass es noch einmal eng wird. Ich kenne ja die Qualitäten der Eisenacher Jungs, stellte Christian Roch, der Coach des HBV Jena und zugleich Landestrainer, seiner Analyse eines „niveauvollen Nachwuchsspieles“ voran. Wir kamen nicht gut ins Spiel, lagen von Beginn hinten. Im Angriff konnten wir vieles nicht umsetzen. Gut für uns, wir hatten einen Vorteil auf der Torwartposition. Mit zunehmender Spielzeit wuchs bei den ThSV-Talenten der Glaube, das Ruder noch herumzureißen. Die Eisenacher zeigten eine deutlich bessere Leistung als beim Hinspiel in Jena. In den entscheidenden Momenten bewiesen meine Jungs in einem würdigen Spiel von zwei Leistungszentren Nervenstärke. Als Auswahltrainer freue ich mich über so viele gute Spieler im Freistaat, so Christian Roch, einst Jugendkoordinator und Trainer im Nachwuchsbereich des ThSV Eisenach.

ThSV-Talente von Beginn in Führung
Die Eisenacher, mit Leo Schindler auf Links- und Tim Knoth auf Rechtsaußen, Kyrill Höllein, Till Voigt und Marec Stupka im Rückraum, Louis Müller am Kreis und Pascal Bartelt im Tor beginnend, setzten von Beginn auf eine 3:3-Abwehr, die sie bestens praktizierten. Die Jenenser schienen verunsichert. Beim 3:0 für die Gastgeber griff Jenas Coach Christian Roch bereits zur grünen Karte. Das Team aus der Zeiss-Stadt operierte mit einer 5:1-Abwehr, Eisenachs Goalgetter Kyrill Höllein (13 Treffer) ließ sich kaum stellen. Wurde er angespielt, brannte es lichterloh vor dem Gehäuse des HBV Jena, in dem mit Tom-Linus Schmidt der Beste seines Teams an diesem Tag stand. Er parierte 17 Bälle und entschied das Torwartduell deutlich. Die Gastgeber gaben die Führung nicht aus der Hand. Tim Knoth traf per Gegenstoß zum 7:3 (13.). Gute Torchancen wurden ausgelassen, immer wieder parierte der Gästekeeper. Dennoch kein Verzagen beim ThSV Eisenach! Die Gastgeber nutzten ihre spielerischen Vorzüge, die Gäste vermochten im gesamten Spielverlauf Eisenachs Angriffsspiel nur auf Kosten von 10 Strafwürfen zu stoppen. Kyrill Höllein verwandelte vom Strich zum 10:6 (22.).

Danach waren wir nicht fokussiert genug, ja unclever, beschrieb Michael Stegner die Minuten kurz vor der Pause.

Die Gäste verkürzten bis auf zwei Treffer, sodass beim Stand von 11:9 die Seiten gewechselt wurden.

Eisenacher Schlussspurt mit Können und viel Leidenschaft – aber ohne Happyend
Nach Wiederanpfiff der Unparteiischen Michael Müller (bei seinem 2.000 Einsatz als Schiedsrichter) und Dominic Große erhöhten die Eisenacher Tempo und Torgefahr. Aber auch die kämpferische Komponente wurde auf beiden Seiten noch einmal erhöht. Zu Behandlungen mussten Spieler beider Teams auf die Bank. Nach dem 17:14 (39.) setzten die ThSV-Talente zum Schluss-Spurt mit handballerischem Können, ganz viel Engagement und Herzblut an, ließen sich von misslungenen Aktionen nicht beeindrucken. ThSV-Keeper Pascal Bartelt unterstützte seine Vorderleute mit etlichen parierten Bällen, auch aus freien Positionen. Beim 22:15 (42.) war das Polster des HBV Jena aus dem Hinspiel bis auf einen Treffer geschmolzen. Der Favorit wankte mächtig, setzte einen Strafwurf ans Holz (44.). Nervosität auf beiden Seiten führte zu Ballverlusten. Beim Stand von 23:16 nutzten die Gäste eine doppelte Überzahl durch Mats Voigtländer zu ihrem 17. Treffer (47.). Kyrill Höllein antwortete für den ThSV Eisenach mit seinem 13. Torerfolg zum 24:17 (49.). Der Ausgang der Landesmeisterschaft hätte in die eine oder andere Richtung ausschlagen können. Die Gäste brachten mit Lenny Leimbach ihren erfolgreichsten Werfer in Position, der nur regelwidrig gestoppt wurde. Mats Voigtländer verwandelte vom Strich. Mehr als das 25:18 durch Tim Knoth gelang den jungen Wartburgstädtern nicht. Der Favorit rettete sich über die Ziellinie…

Statistik
ThSV Eisenach: Bartelt; Müller (1), Stupka (2), Oelschläger, Tobias Knoth, Tim Knoth, Voigt (1), Kühne, Guillaume, Höllein (13/4), Frömberg (3/3), Schindler (1, Arnold, Leinhos (2)
HBV Jena: Stiftel, Schmidt, Höpfner; Wesser, Rottenbach, Leimbach (6/3), Rose, Concha, Müller (1), Weber (2), Deckert (4), Reis, Voigtländer (2/1), Beyerlein (3)
Siebenmeter: ThSV Eisenach 7/10 – HBV Jena 4/6
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 10 Min. – HBV Jena 14 Min. (Rot für Deckert n. 3. ZS, 34.)
Schiedsrichter: Große/Müller
Zuschauer: 88

Th. Levknecht

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