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Eine komplette Aufbaureihe fehlt

Der ThSV Eisenach, derzeit Tabellen-Sechster, könnte mit einem vollen Erfolg im Heimspiel gegen den Tabellen-Vierten HC Erlangen am Samstag, 28.04.2012 (Anwurf um 19.30 Uhr in der heimischen Werner-Aßmann-Halle) an den Franken vorbeiziehen und sich nachdrücklich als Bewerber um den dritten Aufstiegsplatz hinter GWD Minden und TUSEM Essen zu Wort melden. Doch die Vorzeichen stehen im Duell mit dem abwehrstärksten Team der Liga nicht günstig.
Die Wartburgstädter mussten die jüngsten beiden Siege gegen den TV Bittenfeld (30:25) und bei der HSG Düsseldorf (27:24) teuer bezahlen. Gegen den HC Erlangen fehlt ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolfsson gleich eine komplette Aufbaureihe! Für Spielgestalter Tomas Sklenak ist die Saison nach einer Knochenabsplitterung im Daumen der Wurfhand und bereits erfolgter Operation vorzeitig beendet. Girts Lilienfelds zog sich nach einer unsanften Landung aus luftiger Höhe eine Gehirnerschütterung und eine Oberschenkelverletzung zu, die einen Einsatz gegen Erlangen nicht zulässt. Die Eisenacher hoffen, der lettische Auswahlspieler kehrt in dieser Saison noch auf das Parkett zurück. Daniel Luther ist nach einer Angriffsaktion unglücklich gelandet und wurde am Fuß verletzt. Der 24-Jährige wird mit großer Wahrscheinlichkeit gegen Erlangen nicht auflaufen können. «Das ist natürlich bitter. Jetzt muss die Mannschaft noch enger zusammenrücken, müssen andere in die Bresche springen», betont Adalsteinn Eyjolfsson.

Die vakante mittlere Aufbauposition sollen sich Roel Adams und Alexander Schiffner teilen. Roel Adams übernahm diese wichtige Rolle bereits in der Vorwoche beim Sieg in Düsseldorf. Alexander Schiffner, eigentlich als Linksaußen im Aufgebot, füllte die Rolle des Regisseurs nach seinem Wechsel vor zehn Jahren aus Suhl zum Nachwuchsprojekt des ThSV Eisenach über die B- und A-Jugend bis in die zweite Männermannschaft mit viel Spielintelligenz erfolgreich aus, bevor er «umgeschult» wurde. Im linken und rechten Rückraum sind die Offensiv-Qualitäten von Duje Miljak und Eryk Kaluzinski gefragt. Beide brachten diese beim Sieg in Düsseldorf im zweiten Abschnitt erfolgreich ein.
Für den Notfall, für Kurzeinsätze, steht Co-Trainer Krisztian Szep-Kis bereit. Die Eisenacher haben für den 39-jährigen Linkshänder, der vor zwei Jahren seine aktive Laufbahn beendet hat, vorsorglich einen Spielerpass beantragt. In den Kader für das Erlangen-Spiel wurde auch Youngster Konstantin Singwald aufgenommen, der am Dienstag das 18. Lebensjahr vollendet, zugleich einen Vertrag als Perspektivspieler bis zum 30.06.2015 beim ThSV Eisenach unterzeichnet hat. Der junge Rückraumspieler habe sich mit guten Trainingsleistungen empfohlen, betonte Adalsteinn Eyjolfsson.
Der Isländer in Diensten der Thüringer macht kein Hehl aus seinem Grundgedanken, dass der eingespielte Abwehrblock mit Branimir Koloper, Duje Miljak und Eryk Kaluzinski im Zusammenspiel mit seinen Nebenleuten und dem Torhüter den Grundstein zum trotz aller Personalsorgen angestrebten Doppelpunktgewinn legen soll. «In der Offensive müssen wir durch die personellen Ausfälle freilich neu strukturieren, andere Varianten einbringen», erklärt Adalsteinn Eyjolfsson und spricht gleich die Rolle eines ganz wichtigen Faktors an, die der eigenen Anhänger. «Jetzt brauchen wir unsere Fans um so mehr, von der ersten bis zur letzten Sekunde», betonen der Trainer und auch Marketing-Geschäftsführer Karsten Wöhler.
Die Konstellation dürfte für eine große Zuschauerkulisse sorgen, zumal sich aus Franken eine große Fankolonne angesagt hat, angeführt von der Erlanger Oberbürgermeisterin Frau Dr. Elisabeth Preuß. Der ThSV Eisenach empfiehlt seinen Anhängern unbedingt den Ticketvorverkauf zu nutzen. Die Tageskasse an der Werner-Aßmann-Halle öffnet am Samstag um 18.15 Uhr. Der ThSV Eisenach bittet zugleich seine Fans aus dem Stadtgebiet Eisenach, zur Hin- und Rückfahrt die Busse des Stadtverkehrs der KVG Eisenach zu nutzen, verweist auf die begrenzte Parkplatzkapazität im Sportzentrum Katzenaue.

Abwehr das Prunkstück der Franken
Der HC Erlangen, dessen Trainer Frank Bergemann, von einem «Indiana-Jones-Abenteuer» mit Blick auf die neue eingleisige Liga sprach, hat sich in der neuen Spielklasse nicht nur ganz rasch freigeschwommen, er reihte sich ebenso schnell in die Spitzengruppe ein. Die Franken beeindrucken, wie im Vorjahr, mit ihrer Abwehrstärke. Der absolute Spitzenwert der Liga sind lediglich 763 Gegentore in bisher 32 Spielen. Tabellenführer GWD Minden musste 844 Bälle aus dem eigene n Netz holen. Da die eigene Trefferausbeute sehr «bescheiden» ausfällt, kann der HC Erlangen auf eine enorm hohe Effizienz verweisen. Die Abwehr mit Torwart-Hünen Andreas Bayerschmidt ist das Prunkstück, der Garant des unerwarteten Höhenfluges, der nun sogar ganz laut an die Tür zur 1. Bundesliga klopfen lässt. Den Weggang von Rückraumspieler Markus Hook im Dezember konnten die Verantwortlichen mit der Verpflichtung des deutschen Junioren-Auswahlspielers Nikolai Link kompensieren. Der 21-jährige 2-Meter Mann, der 100 Kilo auf die Waage bringt, kam vom TBV Lemgo. Aus der Abwehr schalten die Erlanger zu bestens strukturierten Tempogegenstößen um. Im Positionsspiel sind Ruhe und Beharrlichkeit die Tugenden. Daniel Pankofer, Christoph Nienhaus und Oliver Hess setzten dann aus der zweiten Reihe zum Torwurf an. «Das heißt für uns, wir müssen bei Ballbesitz ruhig und besonnen aufspielen, unsere Tormöglichkeiten konsequent nutzen, um nicht vom HC Erlangen ausgekontert zu werden», unterstreicht Adalsteinn Eyjolfsson. In den «Wochen der Wahrheit» feierte der HC Erlangen einen 30:24-Erfolg über den TV Neuhausen, unterlag bei Ligaprimus GWD Minden 30:34 und musste am vergangenen Spieltag in der mit 1450 Zuschauern aus allen Nähten platzenden heimischen Karl-Heinz-Hiersemann-Halle eine 21:23-Heimniederlage gegen TUSEM Essen einstecken. Nun folgt die nächste Aufgabe unter der Wartburg. Im Gegensatz zu den Gastgebern hat der HC Erlangen wahrscheinlich seine «volle Kapelle» zur Verfügung.

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