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Nicolai Hansen, hier im jüngsten Testspiel gegen die HSG Wetzlar, verdiente nicht nur wegen seiner 4 Treffer eine gute Note. | Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Beschreibung: Nicolai Hansen, hier im jüngsten Testspiel gegen die HSG Wetzlar, verdiente nicht nur wegen seiner 4 Treffer eine gute Note.
Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Eine Lehrstunde für den ThSV Eisenach

Wartburgstädter kassieren derbe 22:38 (13:17)-Testspielpleite bei Erstligist  HC Erlangen/ Nach 11:11-Zwischenstand wurde Eisenach überrollt  

Im letzten Testspiel im Hinblick auf die Fortsetzung der Punktspiele in der 2. Handballbundesliga der Männer kassierte der ThSV Eisenach bei Erstligist HC Erlangen eine deftige 22:38 (13:17)-Niederlage. Nach guten 20 Minuten zu Beginn  (11:11, 21.) verfielen die Wartburgstädter in ihr längst überwunden geglaubtes altes Strickmuster, luden damit die Franken vor 400 Zuschauern in der Karl-Heinz-Hiersemann Halle in Erlangen zum Kontern ein. Der HC Erlangen entschied die zweiten 30 Minuten mit 21:9 für sich. Die Thüringer vermochten nicht an die guten Auftritte der letzten Testspiele anzuknüpfen.

Arne Kühr: Es darf sich keiner verstecken!

Mit den ersten 25 Minuten können wir zufrieden sein. Wir fanden gute Lösungen. In der zweiten Halbzeit wurden wir überfahren, stellte ThSV-Coach Arne Kühr fest. In diesen zweiten 30 Minuten haben wir extrem viel gelernt. Mehr, als in den Testspielen zuvor zusammen. Wir wissen, wo wir stehen. Wir müssen unsere Leistung als Mannschaft auf den Punkt bringen. Einige Spieler haben gemerkt, das geht nicht, wenn sie sich verstecken. Wir werden dann gnadenlos bestraft, findet Arne Kühr klare Worte. Und er legt nach: Diese Problematik müssen wir ansprechen. Offen und ehrlich. Nur so gelingt es, uns weiter zu entwickeln. Wir haben ein gewisses Anspruchsdenken, da ist von jedem das Optimum gefragt.

Adalsteinn Eyjolfsson: Im 2. Abschnitt haben wir unsere Qualität gezeigt

Anfangs bereitete uns der ThSV Eisenach mit seiner großgewachsenen 6:0-Deckung Probleme. Mit unserem Gegenstoßspiel über die 1. und 2. Welle sowie über die schnelle Mitte rissen wir das Ruder an uns. Wir agierten zudem bestens über beide Außen. Im zweiten Abschnitt haben wir unsere Qualität demonstriert, bilanzierte Adalsteinn Eyjolfsson, der Trainer des HC Erlangen, vor einigen Jahren als Coach mit dem  ThSV Eisenach in der 1. und 2. Handballbundesliga.

Er freute sich daher auch, viele alte Bekannte zu treffen.

Thüringer forderten die Franken über weite Strecken des ersten Abschnittes
Mit kreativem Angriffsspiel bereiteten die Eisenacher den Gastgebern zunächst Probleme. Eine Fackel von Matthias Gerlich zischte zum 3:4 ins Netz (6.). Sehenswert das Zusammenspiel der Routiniers Duje Miljak und Nicolai Hansen (9.), der Tempogegenstoß über Willy Weyhrauch zu Adrian Wöhler (11.) oder der platzierte Ball von Duje Miljak (9:9, 17.). In Überzahl operierten die Eisenacher durchaus erfolgreich mit zwei Kreisläufern. Eisenachs Abwehr zwang die Gastgeber zu Fehlern. Beim Stand von 11:11 rief der isländische Coach die Franken zur Dienstbesprechung, erteilte eine neue, eine erfolgreiche Order. Sein Team profitierte von einem deutlichen Vorteil auf der Torhüterposition. Das Duo Skof/Katsigiannis parierte 14 Bälle, das Eisenacher Duo Redwitz/Brand ganze 3. Schon vor der Pause zeigten die Hausherren, wie sie die Gäste aus Thüringen zu überlaufen zu gedenken: mit schnellem Umkehrspiel, mit Ballstafetten zu den Außen. Das war maßgeschneidert für Johannes Sellin.

Nahezu jeder Ball zappelt im Eisenacher Kasten
So richtig auf den Geschmack gekommen, warf der Erstligist gegen den nun völlig überforderten Zweitligisten Tore am Fließband. Alle Feldspieler beteiligten sich daran. Die Gegenwehr sank rapide. Die beim ThSV Eisenach  eingewechselten Alexander Saul und Daniel Luther zerrten nochmals an den Ketten. Beim 27:17 durch Christopher Bissel (43.) leuchtete erstmals eine 10-Tore-Differenz an der Anzeigetafel. Nico Büdel und Ex-Nationalspieler Michaal Haaß forcierten ohne nachzulassen das Angriffsspiel des HC Erlangen. Beim 34:19 durch Jan Schäffer (54.) war eine 15-Tore-Differenz erreicht. Den Eisenachern gelang im Schlussgang noch die eine oder andere erfolgreiche Aktion zur Ergebniskosmetik. Nicolai Hansen, der beste Eisenacher an diesem Tag, beendete  mit seinem 4. Treffer die magere Torausbeute des ThSV Eisenach.

Hoffentlich ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit, sinnierte ThSV-Co-Trainer Nils Kühr.

Statistik
HC Erlangen: Skof, Katsigiannis; Sellin (6), J. Link (2), Lux (2), Haaß (1), Büdel (3). Bissel (3), Stranovsky (6), Schäffer (3), N. Link (3), Steinert (5), Thümmler (2), Schröder (2)
ThSV Eisenach: Redwitz, Brand; Wöhler (2), Meoki (2), Luther (2), Gerlich (3), Miljak (3), Manys, Schliedermann (1), Richardt, Popa, Niemeyer (1), Weyhrauch (2), Saul (2), Hansen (4)

Andrea T. | | Quelle:

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