Eintracht fordert die höherklassige SG Bad Langensalza/Merxleben

Die Rollen schienen vor dem Spiel klar verteilt – die Eisenacherinnen, erst in ihrer dritten Saison auf Großfeld in der Landesklasse, trafen auf die in der Landesliga etablierten Damen aus Langensalza.
Trainer Frank Walenta hatte sich im Vorfeld eine taktische Marschroute für seine Mädels überlegt, die lange Zeit fruchten sollte.
Zunächst defensiv ausgerichtet, überließ man dem Gegner bis zur Mittellinie das Feld, um ihnen dann – dicht gestaffelt – das Leder abnehmen zu können. Dies funktionierte in der ersten Hälfte nahezu perfekt. Mit viel Laufarbeit und Einsatzbereitschaft aller Spielerinnen konnten die Langensalzaerinnen immer wieder am Torschuss gehindert bzw. entscheidend gestört werden. Sarah Schill konnte durch ihr rechtzeitiges Herauslaufen einige Bälle sichern. Die höherklassigen Gegnerinnen wurden allmählich ungeduldig und etwas missmutig angesichts des Spielverlaufs, denn nicht nur die Abwehr der Eintracht stand gut, sondern auch ihre Gegenstöße, wenn auch wenige an der Zahl, sorgten für große Gefahr. Und so gelang in der 36. Minute die 1:0-Führung für die Außenseiterinnen. Ein schnell vorgetragener Angriff über rechts, eingeleitet durch Sina Radloff auf Marion Pöhlmann, die den Ball auf die miteilende Marijana Busch „durchsteckte“, sorgte für die überraschende Führung.
Das wollten sich die Langensalzaerinnen natürlich nicht gefallen lassen und bliesen nochmals zur Offensive, doch auch in den letzten zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff wollte ihnen kein Erfolgserlebnis gelingen; zu „vielbeinig“ war die Eisenacher Abwehr und auch das nötige Glück war ihnen in zwei Situationen holt, als die freistehenden Gästestürmerinnen jeweils knapp verzogen.
Mit dem kleinen Vorsprung im Rücken ging es in die Kabine, wohl wissend, dass ein Tor von einem Gegner wie der SG Langensalza schnell aufgeholt ist.
So kamen die Gäste dann auch mit neuem Elan und veränderter Aufstellung aus der Kabine, um noch mehr Druck erzeugen können und ihrer Favoritenstellung gerecht zu werden. Es dauerte dann auch nicht lange bis der Ball zum Ausgleich im Netz zappelte. Eine scharf herein getretene Flanke konnte Eintracht Torfrau S. Schill nur abklatschen und schon war die Langensalzaer Stürmerin zur Stelle – 1:1 hieß es in der 49. Minute.
Dennoch wehrten sich die Eintrachtmädels weiter tapfer, das hohe Laufpensum aller Spielerinnen machte sich aber allmählich bemerkbar. Nicht mehr ganz so aufmerksam entwischte ihnen die Spielmacherin der SG Langensalza, welche in der 61.min die Führung für die Favoritinnen erzielte.
Nun waren die Eisenacherinnen gezwungen, ihre defensive Haltung aufzugeben und selbst Druck zu entfachen. Ein Steilpass von M. Busch auf M. Pöhlmann eröffnete eine aussichtsreiche Position – doch die Gästekeeperin spielte gut mit und war einen Schritt vor M. Pöhlmann am Ball und konnten klären. Bei zwei ähnlichen Versuchen schnappte die Abseitsfalle zu.
Je mehr die Eintrachtmädels sich in der Offensive mühten, desto anfälliger wurden sie natürlich auch für Konter. In der 90. Minute war das Spiel endgültig entschieden, als die Gäste den sich bietenden Platz zum 3:1 nutzten.
Dennoch erfreulich, wer hätte vorher schon gedacht, dass der Landesligist bis zur 90.min arbeiten muss, um eine endgültige Entscheidung herbeiführen zu können.
Mit der gezeigten Leistung sollte für die Eintrachtmädels im nächsten Punktspiel in der Landesklasse doch einiges möglich sein, auch wenn die personellen Voraussetzungen berufsbedingt etwas eingeschränkt sein werden.

Aufstellung: Schill – Hofmeister, Brückmann, Waßmann (76. Heß), Stenzel (76. Pohl), Klein, Berndt, S. Radloff, A. Burkhardt, Busch, Pöhlmann

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