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Eisenach unterliegt nach rasanter 1. Halbzeit dem HC Elbflorenz

Im ersten Testspiel vor heimischem Publikum unterlag der ThSV Eisenach Ligakonkurrent HC Elbflorenz mit 32:34 (18:17).

Bis auf die Partie gegen den TV Hüttenberg haben wir in den Testspielen mehr als 30 Tore kassiert. Wir haben aber auch stets 30 und mehr Treffer selbst erzielt; doch die hohe Gegentorzahl müssen wir bis zum Ligastart abändern. Wir haben noch genügend Zeit, um daran zu arbeiten. Es besteht kein Grund zur Panik.

erklärte Eisenachs Rechtsaußen Ante Tokic, der mit 3 versenkten Bällen eine 100-Prozent-Wurfquote aufwies. „Die Baustellen in der Abwehr wurden offengelegt. Da fehlt es an der Feinabstimmung. Daran müssen wir intensiv arbeiten“, konstatierte Markus Murfuni. Der Eisenacher Coach hob zugleich die Vorzüge im Angriff hervor. „Wir haben 17 Treffer per Tempospiel und 15 Treffer im geordneten Angriff markiert.“ Er nutzte die Partie zum Testen personeller und taktischer Varianten. Im Benefizspiel am Samstag, 21.08.2021 um 19.00 Uhr in der heimischen Werner-Aßmann-Halle gegen Ligakonkurrent Dessau-Roßlauer HV wird er schon mehr auf jene Formation setzen, die nächste Woche im DHB-Pokal-Spiel beim VfL Lübeck-Schwartau beginnen soll.

ThSV-Außen Willy Weyhrauch: Viele Superaktionen unter hohem Tempo

Mit rasantem Tempospiel bestimmten die Wartburgstädter bis auf die letzten Minuten die erste Halbzeit, hatten in Johannes Jepsen (Fangquote von 41 Prozent während seines 22-minütigen Einsatzes) einen starken Rückhalt. Der ThSV Eisenach führten nach einem von Ivan Snajder abgeschlossenen Tempogegenstoß rasch mit 9:3 (11.). Willy Weyhrauch schloss zum 15:10 ab (22.), Jannis Schneibel zum 16:11 (23.), Daniel Dicker zum 18:14 (26.). „Ja, da waren viele Superaktionen dabei, unter hohem Tempo funktionierte schon ganz viel“, befand Eisenachs Willy Weyhrauch. Linkshänder-Kollege Alexander Saul (7 Treffern aus 10 Versuchen) netzte aus der Bewegung ein, bediente aber auch seine Mitspieler. Doch der ThSV Eisenach ging nur mit einer knappen 18:17-Führung zu den Pausengetränken. „Wir haben uns für die erste Halbzeit mit erfrischendem Handball nicht belohnt. Fehlwürfe in den letzten Minuten verhinderten das “, konstatierte Markus Murfuni mit Blick auf die Anzeigetafel nach 30 Spielminuten. Beim HC Elbflorenz wurde Torhüter Max Mohs immer mehr ein Faktor. Er parierte bei seinem Einsatz über 60 Minuten 19 Bälle.

Zu Eisenachs Überlegenheit über weite Strecken des ersten Abschnittes trug Torhüter Johannes Jepsen wesentlich bei. Unser Keeper Max Mohs brachte uns, im Zusammenspiel mit einer verbesserten Abwehr, entscheidend zurück ins Spiel. Wir haben dann in der zweiten Halbzeit wohl weniger Fehler gemacht.

bilanzierte der verletzt zuschauende Dresdner Keeper Marius Noack. Der Ex-Eisenacher wurde gerade am Knie operiert, begibt sich nun in die Reha und hofft nach 6 Monaten auf das Handballparkett zurückzukehren. Bei den Gästen zahlten sich zunehmend personelle und taktische Umstellungen aus. Routinier Henning Quade rückte für Neuzugang Michael Schulz (von den Rimpar Wölfen) an den Kreis, Sebastian Greß übernahm die Spielführung.

Dresdens Rene Zobel nutzt Eisenacher Gastfreundlichkeit zu 10 Rückraum-Treffern

„Im zweiten Abschnitt bestraften die Gäste jeden unserer Fehler“, resümierte Willy Weyhrauch. Der von der HBW Balingen-Weilstetten zum HC Elbflorenz gekommene Rene Zobel nutzte die ihm gebotenen Freiräume, um in Serie aus dem rechten Rückraum, zumeist ohne Körperkontakt, abzuschließen. Der wuchtige Rückraum-Rechte versenkte auch aus großer Distanz 10 Bälle. „Ihn hätten wir nicht so gewähren lassen dürfen, dass er aus großer Entfernung immer wieder erfolgreich abziehen konnte. Wir müssen da aggressiver heraustreten“, gab Willy Weyhrauch freimütig zu. „Wir waren aber von jeder Position torgefährlich“, unterstrich Rico Göde, der Coach des HC Elbflorenz, der die Leistung seines Torhüters hervorhob. Er freute sich zugleich über die Leistung des jungen Leon Willner im Innenblock. Über weite Strecken der zweiten Halbzeit wurde es ein offener Schlagabtausch. Henning Quade, der „Kreisläufer-Recke“ des HC Elbflorenz, ließ sich kaum regelkonform stellen. Lukas Wucherpfennig versenkte die verhängten Strafwürfe, wie beim 20:20 (36.). Der knapp 33-jährige Henning Quade schaffte zugleich Freiräume für seine Mitspieler. Beim 21:22 (37.) durch Nils Kretschmer lagen die Sachsen erstmals vorn. „Natürlich haben wir auch einiges probiert“, vermerkte Markus Murfuni. Er versuchte es mit mehreren Rückraumformationen. Auch Fynn Hangstein agierte phasenweise auf der mittleren Aufbauposition. Eisenachs Würfen, egal aus welcher Position, stand immer wieder Dresdens Schlussmann Max Mohs im weg. Er lenkte einen Snajder-Ball mit den Fingerspitzen über das Tor (40.). Sekunden später zappelte ein Knaller von Rene Zobel zum 22:23 im ThSV-Gehäuse (41.). Alexander Saul machte über die rechte Eisenacher Angriffsseite mächtig Betrieb, lochte zum 26:26 ein (45.). Dem 26:27 durch Sebastian Gress (46.) ließ Daniel Hideg das 27:27 folgen (47.). Ein Doppelschlag von Rene Zobel ließ ein 28:30 auf der Anzeigetafel erscheinen (50.). Fynn Hangstein setzte einen Siebenmeter an den Pfosten. ThSV-Keeper Thomas Eichberger parierte einen Ball von Rene Zobel. Wenig später traf Ruben Sousa vom Kreis zum 29:320 (51.). Mit einer 5:1-Abwehr versuchten die Hausherren das Ruder wieder an sich zu reißen. Der Ausgleichstreffer fiel auch nach dem im Nachwurf durch Ivan Snajder markierten 30:31 nicht (53.), weil kurz darauf der 10. Ball von Rene Zobel im Eisenacher Netz zappelte (55.). Doch es blieb spannend, auch wenn Leon Weller per Konter zum 31:33 traf (57.). Einen an Roben Sousa verursachten Siebenmeter nutzte Ivan Snajder im Nachwurf zum 32:33 (58.). Christoph Neuhold, vom HSC Coburg nach Sachsen gekommen, antwortete mit dem 32:34 (59.). Willy Weyhrauch scheiterte am Holz, Alexander Saul an Keeper Max Mohs. Die Partie war entschieden.

Elbflorenz-Coach Rico Göde: Wollen die 42 Punkte der Vorsaison bestätigen

„Wir haben einige Neue im Team. Man sieht, es funktioniert schon ganz gut. Zu sehen ebenso, Eisenach hat durch die gute Vorbereitung Selbstvertrauen getankt“, bilanzierte Rico Göde, der Coach des HC Elbflorenz. Mit der Zahl von 32 Gegentoren trotz 19 Paraden seines Torhüters war er nicht so recht zufrieden. Vor dem ersten Pflichtspiel, der DHB-Pokal-Partie bei Erstbundesliga-Aufsteiger HSV Hamburg, war der Auftritt in Eisenach wahrscheinlich der letzte Test für die Sachsen. „Die Partie in der Hansestadt zeigt uns dann, wo wir stehen“, erklärt Rico Göde, dessen Team die Vorsaison mit einem Ausrufezeichen, nämlich auf Platz 4, abschloss.

Wir wollen uns daran messen lassen, wollen diese 42 Punkte bestätigen. Zu welchem Tabellenplatz das dann reicht, werden wir sehen. Wichtig, wie wir die Einzelleistungen zu einer erfolgreichen Mannschaftsleitung zusammenführen.

warf der Coach des HC Elbflorenz schon mal den Blick nach vorn.

Statistik

ThSV Eisenach: Jepsen, Voncina, Eichberger; Iffert, Wöhler, Potisk (2), Hangstein (3), Walz (1), Hideg (4), Tokic (3), Sousa (2), Dicker (2), Schneibel (1), Snajder (5/1), Weyhrauch (2), Saul (7)
HC Elbflorenz: Mohs, Hunstock; Zobel (10), Wucherpfennig (6/4), Dierberg (2), Buschmann, Kretschmer (1), Jungemann (1), Stavast (2), Greß (2), Vanco (1), Klepp (1), Schulz (1), Quade (1), Wellner (3), Neuhold (3)
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 0 – HC Elbflorenz 4 Min.
Siebenmeter: ThSV Eisenach 1/3 – HC Elbflorenz 4/4
Schiedsrichter: Neumann/Göhring
Zuschauer: 245

Th. Levknecht

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