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Eisenach will an einem Strang ziehen

Der Plan, Eisenachs Fußball-Talente zielgerichtet zu fördern, besteht seit langem. Schon vor einigen Jahren hatten der damalige SV Wartburgstadt, Borussia Eisenach und Lok Eisenach einen entsprechenden Anlauf unternommen. «Die angestrebte Spielgemeinschaft ist damals an Personen, nicht am Konzept gescheitert«, blickt Jörg Ludwig, Vereinsvorsitzender des SV Borussia Eisenach zurück, der dann in Eintracht Eisenach einen Partner für die Zusammenarbeit im Nachwuchsbereich fand.

Nun wurde ein neuer Versuch gestartet, die Kräfte zielgerichtet zu bündeln. «Die schönste Nebensache der Welt, der Fußball« fristet nämlich unterhalb der Wartburg ein «Mauerblümchendasein«. Die Vereinschefs und deren Stellvertreter vom FC Wartburgstadt, SV Borussia Eisenach und vom ESV Lok Eisenach vollzogen die Gründung einer Jugendspielgemeinschaft (JSG) Eisenach. «Es wird ein langer und steiniger Weg«, waren sich alle sicher. Einig waren sich zudem alle, nur auf diesem Weg den Fußball in Eisenach aus seinem «Dornröschenschlaf« erwecken zu können. Die jüngeren Anwesenden lauschten ehrfurchtsvoll den Berichten der «alten Hasen« aus noch nicht so ganz fernen Zeiten, als tausende Zuschauer zu den Fußballspielen in Eisenach pilgerten.
Lothar Deubner (FC Wartburgstadt), Jörg Ludwig (SV Borussia Eisenach) und Karl-Heinz Schwert (ESV Lok Eisenach) unterzeichneten eine Vereinbarung über die Bildung einer Jugendspielgemeinschaft für C-, B- und A-Junioren. «Wir wollen alle etwas für den Fußball in Eisenach tun. Da darf man nicht durch die Vereinsbrille gucken«, unterstrich Lutz Grübel, Abteilungsleiter Fußball vom ESV Lok Eisenach. Ziel der Vereinbarung ist es, Jugendliche auszubilden und somit den Nachwuchsfußball und perspektivisch natürlich auch dem Männerbereich gute Spieler zuzuführen. Nicht mit von der Partie sind Eintracht Eisenach und die SG Hörseltal Stedtfeld, deren Vertreter nach den ersten Vorgesprächen dieses Modell ablehnten. «Wir haben uns gesagt, wir gehen trotzdem diesen Weg, um endlich im Eisenacher Fußball etwas zu bewegen«, begründete Klaus Schwanke, Jugendwart des FC Wartburgstadt, diesen Schritt.
Lothar Deubner, Vorsitzender des FC Wartburgstadt, sprach auch den sozialen Aspekt an. Durch eine Erhöhung der Attraktivität im Eisenacher Fußball könnten auch wieder mehr Jugendliche hierfür begeistert werden, die dann nicht auf der Straße ihre Freizeit verbringen. «Das ehrenamtliche Engagement unserer Übungsleiter und Vorstandsmitglieder für Kinder und Jugendliche findet bei öffentlichen Stellen leider nicht die notwendige Resonanz«, unterstrich Lothar Deubner und musste das Nichtkommen eines offiziellen Vertreters der Stadt Eisenach zur Gründungsveranstaltung als jüngstes Beispiel hierfür zur Kenntnis nehmen, obwohl Oberbürgermeister, Bürgermeister und die zuständige Dezernentin eine Einladung erhalten hätten. (Stadtratsmitglied Thomas Levknecht nahm in seiner Eigenschaft als 2. Vorsitzender des SV Borussia Eisenach teil.) Ausdruck des geringen Stellenwertes sei auch der miserable Zustand der meisten Sporteinrichtungen in der Wartburgstadt.

«Wir müssen professionell arbeiten, um nach vorne zu kommen«, steckte FCW-Chef Lothar Deubner der JSG gleich hohe Ziele. Es helfe kein Lamentieren, Ärmel hochkrempeln sei angesagt. Die Bildung eines sportlichen Leistungszentrums soll im Auge behalten werden. Ortsnachbar Handballerstbundesligist ThSV Eisenach hat die Arme zu einer entsprechenden Zusammenarbeit bereits ausgestreckt. Seit 2 Jahren besteht ein Handballinternat.
Das alles in die richtigen Bahnen kommt, dafür soll der JSG-Vorstand sorgen. Mit Klaus Schwanke übernimmt ein einst erfolgreicher Aktiver von Motor Eisenach die Führung an der JSG-Spitze. Stellvertretender Vorsitzender und zugleich Finanzwart ist der seit vielen Jahren emsig im Nachwuchsbereich von Borussia Eisenach wirkende Joachim Zimmermann. Lok-Jugendtrainer Harald Müller kümmert sich um die Absicherung des Trainings- und Wettkampfbetriebes. Für den Bereich Technik und Logistik zeichnet sich Ronald Helbig (Borussia Eisenach) verantwortlich. Claus Zuschlag vom FC Wartburgstadt wird den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit übernehmen. Vermutlich wird der Vorstand im einen weiteren Mitstreiter erweitert. Jens Maca, bisher bei Eintracht Eisenach umsichtig im Verein ehrenamtlich tätig, nun mit einem Wechsel zu Borussia Eisenach liebäugelnd, will im Gegensatz zur Eintracht-Mehrheit sich in die JSG mit seinem Engagement und Fachwissen einbringen.
Das finanzielle Fundament basiert auf einer gesonderten Vereinbarung aller beteiligter Vereine. «Unsere Kinder und Jugendlichen sind das höchste Gut. Hier zu sparen, wäre an der völlig falschen Stelle«, erklärten alle Vertreter der drei die Jugendspielgemeinschaft tragenden Vereine einmütig. Denn ein Ziel eint sie; in einigen Jahren mögen auch wieder Tausende zu den Fußballplätzen strömen…..!

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